The Furious wird aktuell als einer der besten, wenn nicht sogar der beste Actionfilm des Jahres gehandelt. Von Kritikern, aber auch Fans hagelt es gerade Höchstwertungen und auch wenn ich einen Kinobesuch (beinahe) uneingeschränkt empfehle, habe ich zumindest eine Warnung an euch.
Kein Film, den ihr für die Story oder die Charaktere schaut
Aber kommen wir erstmal zur Story: Irgendwo in Südostasien kümmert sich der stumme Handwerker Wang Wei (Miao Xie) um seine Tochter Rainy (Enyou Yang), die jedoch eines Tages von einem mächtigen Kinderhändlerring entführt wird, der den Polizeichef tief in seiner Tasche hat.
Um sein Kind zu befreien und ebenso blutige Rache zu üben, macht Wang Wei mit Navin (Joe Taslim) gemeinsame Sache: Dessen Frau (Jeeja Yanin) kam als Reporterin besagtem Menschenhändlerring bereits auf die Spur, bis sie plötzlich spurlos verschwand.
Mehr müsst ihr zur Handlung von The Furious auch gar nicht wissen. Denn hier kommen wir auch gleich zur größten Schwäche des Films: Die Geschichte, die Charakterzeichnung, die Dialoge und selbst das Schauspiel tun alle irgendwo ihren Zweck. Im Endeffekt dienen sie aber nur als Entschuldigung, dass es für fast zwei Stunden so richtig fies aufs Maul gibt.
Wenig überraschend setzt The Furious nämlich ganz andere Prioritäten: Die fetzigen Kämpfe und spektakulären Choreografien dürften selbst Action-Veteranen, die meinen, bereits alles gesehen zu haben, die Kinnlade vom Boden aufklauben lassen.
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»Näher kommen wir The Raid 3 nicht mehr« - The Furious liefert ein brachiales Action-Spektakel, bei dem kein Zahn auf dem anderen bleibt
Ein Film, der mal wieder so richtig zwiebelt
The Furious tut beim Zusehen weh – und das auf die beste Art und Weise. Jeder Hieb und Tritt hat ein spürbares Gewicht und fühlt sich wuchtig an. An Übersicht wird es euch nie mangeln, denn die Kameraführung ist zwar rasant, aber nie hektisch. Bei jeder Choreografie wissen wir ganz genau, wo sich wer befindet und in welcher Ecke er landet.
An Tempo und Präzision reicht aktuell niemand Regisseur und Stunt-Spezialist Kenji Tanigaki das Wasser, der bei den Kampfkünsten seines breit gefächerten Casts aus dem Vollen schöpft. Denn bei The Furious treffen Spezialisten unterschiedlichster Stile kompromisslos aufeinander.
Etwa Wushu auf Karate oder Judo auf Taekwondo und so weiter … Selbst wenn ihr dafür kein Fingerspitzengefühl mitbringt, dürftet ihr diese Art von kreativ kombinierten Martial-Arts-Varianten schnell schätzen lernen.
Den absoluten Höhepunkt nehmen aber nicht die Kämpfe mit Stahlkappenschuhen, Hämmern oder Eisblöcken ein, das Beste kommt erst zum Schluss: Fast 30 Minuten lang prügeln drei verschiedene Fraktionen aus insgesamt fünf Kontrahenten erbarmungslos aufeinander ein und bescheren uns ein Brett von einem Finale, wie man es nur selten sieht. Hier übertrifft The Furious sogar noch die hochgepriesenen Vorgänger im Geiste The Raid 1 und 2.
Das dürfte bei der Besetzung von Kenji Tanigakis Leinwand-Spektakel aber kaum überraschen: Joe Taslim (Mortal Kombat) und Yayan Ruhian (Boy Kills World) standen sich bereits in The Raid gegenüber. Wushu-Spezialist Miao Xie (Blade of Fury) kann knapp 50 Action-Rollen in seinem IMDb-Portfolio vorweisen. Und der breit gebaute Brian Le (Everything Everywhere All at Once) mischt das Ensemble wie eine Abrissbirne auf.
The Furious ist ein Fest für Action-Fans, die sich dabei auf ein paar Kompromisse einstellen müssen. Aber seien wir mal ehrlich: So einen Film werdet ihr sowieso nicht aufgrund der Story, den komplexen Figuren oder des Oscar-würdigen Schauspiels schauen, sondern weil es mal wieder gepflegt aufs Fressbrett gibt.
Seit dem 18. Juni 2026 könnt ihr euch in deutschen Kinos selbst ein Bild von The Furious machen.
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