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Seite 2: Tomb Raider - Filmkritik: Film versus Spielvorlage

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Der maue Schurke weicht seinen Handlangern

Doch wer Action inszenieren will, braucht natürlich mehr Figuren im Feld als nur Lara Croft. Der Kinofilm teilt sich den zentralen Schurken mit der Spielvorlage, allerdings überzeugte Laras Widersacher ausnahmsweise im Gaming-Reboot mehr als auf der großen Leinwand.

Walton Goggins nimmt im Film eine zentrale Reihe ein. Ihn kennt man aus The Shield oder Django. Walton Goggins nimmt im Film eine zentrale Reihe ein. Ihn kennt man aus The Shield oder Django.

Lustigerweise verhalten sich aber zumindest die Handlanger des Bösewichts ziemlich unterhaltsam, weil die Kerle mit ihrem recht eingeschränkten Verständnishorizont ihre ganz eigene Figurendynamik entwickeln. Mehr können wir aus Spoiler-Gründen leider nicht dazu sagen.

Doch auch auf Seite der Guten gibt's erfreuliche Änderungen: Die anstrengenden Nebendarsteller der Spielvorlage wurden restlos gestrichen und durch einen sympathischen Partner ersetzt, der seine ganz eigene Motivation mit sich bringt. Wie gesagt: Man darf von Tomb Raider kein feinfühliges Charakterdrama erwarten, aber zumindest haben sich die Autoren bemüht, keine groben Löcher im Skript zu hinterlassen. Das merkt man.

Für Fans der Vorlage?

Bei all den Abweichungen und Modernisierungen entsteht womöglich der Eindruck, dass sich Tomb Raider wie viele andere Gaming-Verfilmungen (Hitman!) zu weit von der interaktiven Herkunft entfernt. Und da liegt irgendwo auch der Hund begraben.

Auf der einen Seite ist der Film von Anfang bis Ende gespickt mit subtilen Anspielungen auf das Spiel. Fast jedes Element des Reboots findet irgendwo Eingang in die Kinohandlung, für Kenner teils auch mit klarem Augenzwinkern.

Lara nutzt sehr viele Waffen und Werkzeuge aus der Spielvorlage. Gut, der Stock hier ist eine Ausnahme. Lara nutzt sehr viele Waffen und Werkzeuge aus der Spielvorlage. Gut, der Stock hier ist eine Ausnahme.

Das größte »Problem« von Tomb Raider hat eigentlich mit euren Erwartungen als Zuschauer zu tun: Die neue Lara weicht sehr von ihren Wurzeln als Archäologin ab. Da kann man jetzt einwerfen: War doch im Reboot schon so - da spielte der Überlebenskampf auch eine wichtigere Rolle als das Erkunden alter Grabkammern.

Stimmt! Aber trotzdem blieb in Tomb Raider (2013), vor allem aber in Rise of the Tomb Raider die Jagd nach verborgenen Schätzen nach wie vor ein essenzieller Bestandteil der Spielerfahrung, der mit Hintergrund-Dokumenten, archäologischen Funden und erkundbaren Grabkammern ausgebaut wurde. Deshalb kam die Historie hinter Himiko und Yamatai in der Spielvorlage deutlich ausführlicher und spannender zur Geltung als im Film.

Im Kino ist die Indiana-Jones-Seite von Tomb Raider bloß Mittel zum Zweck. Die neue Croft verfolgt gänzlich andere Ziele als die alte, und das wird sich (ohne zu viel zu verraten) wohl auch in etwaigen Fortsetzungen nicht ändern.

Wem vergangene Kulturen, staubige Grabkammern und Rätsel der Vergangenheit bei Tomb Raider immer sehr wichtig waren, der wird sich darauf einstellen müssen, dass all diese Dinge im Kinofilm eher im Hintergrund landen. Aber hey, als Entschädigung bekommt man immerhin gelungenes Action-Kino.

Video starten 2:18 Tomb Raider - Neuer Trailer zur Spiele-Verfilmung mit Alicia Vikander als Lara Croft

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