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Fazit: Torment: Tides of Numenera im Test - Ganz großes Kopfkino!

Fazit der Redaktion

Martin Deppe
@GameStar_de
Keine Gnade: Auch das neue Torment schmeißt mich in eine obskure Welt, in der ich in den ersten paar Stunden mit einem großen Fragezeichen über dem Kopf umherrenne. Weil die zahllosen NPCs nämlich kein Fragezeichen über dem Kopf haben. Hier heißt es wirklich lesen, lesen, lesen, um so langsam die Zusammenhänge herzustellen. Hinzu kommt, dass schon das »Startgebiet« verdammt groß ist: Wo andere Rollenspiele mich übervorsichtig in ein überschaubares Dorf schicken, damit ich langsam in die Story eintauche, setzt mich Tides of Numera quasi mitten in New York ab, winkt zum Abschied und lässt mich mal machen.

Und genau das funktioniert. Denn das neue Torment erzählt großartige Geschichten, lädt zum Entdecken ein, zum Ausprobieren. Da verschmerze ich sogar das So-lala-Kampfsystem, was normalerweise mein persönlicher Spielspaß-Todesstoß wäre. Allerdings ist es auch kein Rollenspiel für jeden: Die vielen Texte wollen wirklich gelesen und nicht weggeklickt werden, es gibt nur relativ wenige Skills, keine Ausrüstungs-Orgien für zig Körperteile. Wenn Sie sich auf all das einlassen, werden Sie ein Rollenspiel erleben wie schon seit Jahren nicht mehr.

Heiko Klinge
@HeikosKlinge
Ich habe Planescape: Torment zu Release verpasst, es erst vor vier Jahren über die Weihnachtsferien nachgeholt und deshalb noch relativ gut in Erinnerung, warum es unter Genre-Fans zu Recht als Meisterwerk gefeiert wird. Dieses »Warum« hat inXile mit beeindruckender Perfektion und Konsequenz eingefangen. Wer das Vorbild geliebt hat, wird entsprechend auch Tides of Numenera lieben. Alles, was damals schon großartig war, zieht mich auch heute wieder gnadenlos in seinen Bann. Ich sauge jeden Buchstaben in mich auf, will kein Detail dieser faszinierenden Welt verpassen und erlebe ein echtes Rollenspiel, bei dem ich Entscheidungen nicht aus taktischem Kalkül treffe. Sondern nach Gefühl. Etwas, das ich in dieser Intensität schon Jahre nicht mehr erlebt habe.

Warum dann keine 90? Weil wir Torment: Tides of Numera nicht vorbehaltlos jedem empfehlen können. Es ist nun mal nicht jedermanns Sache, 60% der Spielzeit mit Lesen zu verbringen. inXile hat die Torment-Faszination zwar konserviert, aber eben nicht modernisiert. Obsidians Pillars of Eternity ist etwa deutlich zugänglicher als das Vorbild Baldur's Gate. Das neue Torment muss man sich hingegen genauso hart erarbeiten wie das alte, wenn sich seine volle Faszination entfalten soll. Wer sich jedoch darauf einlässt, der wird mit einem der eindrucksvollsten Rollenspiel-Erlebnisse der letzten Jahre belohnt.

Maurice Weber
@Froody42
Seit langem hat mich kein Spiel mehr so fasziniert wie Tides of Numenera - dabei ist es gar kein sonderlich herausragendes Spiel! Zumindest streng genommen nicht. Mechanisch gesehen hat es zwar einige clevere Ideen, aber die Charakterentwicklung und die Taktikschlachten sind schlichtweg nicht der Stoff, aus dem große RPG-Meisterwerke gemacht sind.

Und doch ist das neue Torment für mich ein Meisterwerk. Weil ich nicht aufhören kann, darüber nachzudenken, über seine bizarre Welt und meinen Pfad darin. Weil es mich in einer Flut aus Text ertränkt und ich beim Untergehen nur noch tiefer tauchen will. Weil es mich nicht loslässt, bis ich ihm auch noch sein letztes Geheimnis entrissen habe. Und weil es all das mit denkbar simplen Mitteln schafft - mit Inszenierung aus dem Jahr 1999!

Denn vor allem anderen ist dieses Torment ein kompromissloses Spiel. Wer sich auf diesen Titel einlässt, muss sich im Klaren sein, dass er hier keine Zugeständnisse an moderne Ansprüche finden wird. Tides of Numenera stellt sich den filmreifen RPGs der Neuzeit selbstbewusst entgegen, bewaffnet mit nichts als klassischen Textfenstern, völlig sicher, dass es mich damit heute noch genauso in seinen Bann schlagen kann wie seinerzeit Planescape: Torment. Und es hat recht.

Markus Schwerdtel
@Kargbier
In unserer Spiele-Datenbank führen wir Tides of Numenera als Rollenspiel. Aber auch nur, weil wir die Genre-Bezeichnung »Roman mit Rollenspiel-Elementen« nicht im System haben. Denn eigentlich ist Torment genau das: Ein üppiger, verschachtelter, vielschichtiger und vor allem dicker SciFi-Fantasy-Wälzer zum Mitspielen. Mit vielen, vielen Seiten Text, die nicht nur die durchgeknallte Spielwelt, sondern auch sämtliche Charaktere detailliert beschreiben. Und diese Beschreibungen sind auch nötig, denn optisch gibt das Spiel nicht viel her.

Die fantastischen Location-Grafiken sind zwar schick, könnten aber auch aus einem beliebigen SciFi-Bildband stammen. Und die Zaubereffekte würden selbst Smartphone-Grafikchips kaum ins Schwitzen bringen. Komischerweise stört mich die spartanische Technik aber nicht, denn sie rückt eben das in den Vordergrund, was Tides of Numenera wirklich ausmacht: die Texte! Hier waren echte Profi-Autoren am Werk, das liest man jedem Komma an. Und wenn ich schon ewig auf das nächste Buch von Patrick Rothfuss (»Der Name des Windes«) warten muss, bekomme ich hier wenigstens eine kleine Dosis seiner Kunst.

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