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Ubisoft steht aufgrund von Fan-Arbeit für Watch Dogs: Legion erneut in der Kritik

Ubisoft möchte Fans die Möglichkeit geben, selber Musik für Watch Dogs: Legion zu schreiben. Die Initiative trifft jedoch auf viel Kritik.

von Fabiano Uslenghi,
15.07.2019 15:12 Uhr

Was Oma Helen wohl dazu sagen würde? Ubisoft bittet Fans darum, Musik für Watch Dogs: Legion beizusteuern. Was Oma Helen wohl dazu sagen würde? Ubisoft bittet Fans darum, Musik für Watch Dogs: Legion beizusteuern.

Gemeinsam mit dem Künstler-Netzwerk Hitrecord will Ubisoft seine Fans für Watch Dogs: Legion mobilisieren. Diese haben die Möglichkeit, verschiedene Arten von Musik einzusenden und bekommen die Chance in Aussicht gestellt, ihrer eigenen Komposition im fertigen Spiel zu lauschen.

Eine ganz ähnliche Initiative startete der Publisher bereits letztes Jahr mit Beyond Good & Evil 2, was jedoch für eine kleine Kontroverse sorgte. Auch dieses Mal werden Ubisoft und Hitrecord wieder für den Schritt kritisiert.

So landet die Musik im Spiel

Ubisoft will insgesamt 10 Songs in Watch Dogs: Legion einbauen, die mit Hilfe der Community und diverser Hitrecord-Künstler produziert werden. Dabei wird es sich jedoch nicht um einzelne Stücke des Soundtracks handeln, sondern um Lieder, die aus der Spielwelt selbst hervorgehen. So könnten die Songs etwa während einer Fahrt durchs Post-Brexit-London aus dem Autoradio schallen.

Es müssen im Übrigen keine vollständig komponierten Lieder sein, die von den Fans eingereicht werden. Jeder kann einen kleinen Beitrag leisten und etwa sein Talent als Musiker, Komponist oder Ton-Techniker einbringen. Die finalen 10 Songs werden dann aus den besten und passendsten Einreichungen zusammengemischt.

Der Einsendeschluss ist voraussichtlich im Herbst 2019.

Deshalb wird das Projekt kritisiert

Wie schon bei Beyond Good & Evil 2 wird Ubisoft vorgeworfen, mithilfe von Hitrecord seine hilfsbereite Community auszunutzen und Künstler für ihre Arbeit nicht angemessen zu bezahlen. Vor allem Entwickler von anderen Studios sehen diese sogenannte »Spec Work« (Spekulative Arbeit) sehr kritisch, da die Arbeitnehmer nicht wissen können, ob ihre Mühen überhaupt entlohnt werden.

Im Falle von Watch Dogs: Legion wird jeder der 10 Songs mit 2.000 US-Dollar vermünzt, die allerdings auf alle Künstler aufgeteilt werden, abhängig davon, wie groß ihr Anteil am finalen Produkt letztlich war. Einreichungen, die in keinem der zehn Lieder Verwendung finden, werden überhaupt nicht bezahlt.

Zu den größten Kritikern dieser Praxis gehört namentlich auch Mike Bithell, der Game Director des Taktik-Spiels John Wick Hex und des Puzzle-Plattformers Thomas Was Alone. Dieser äußerte sich am 13. Juli auf Twitter zu Ubisofts-Ankündigung und sprach sich dagegen aus:

Nach der gleichen Kritik bei Beyond Good Evil 2 im Juni 2018 meldete sich Hitrecord-Gründer und Schauspieler Joseph Gordon Levitt zu Wort, um sein Unternehmen zu verteidigen. Für ihn gibt es einen »Unterschied zwischen Community-Arbeit und spekulativer Arbeit«. Im Falle von Ubisoft wolle der Publisher lediglich seine Fans stärker in die Entwicklung miteinbeziehen und nicht ihre Arbeitskraft ausnutzen.

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