Warum alle auf Ryzen 3000 warten

Die (Hardware-)Welt blickt gespannt Richtung AMD: Mit Ryzen 3000 könnte der Underdog nicht mehr nur mitlaufen, sondern den CPU-Riesen Intel vielleicht sogar entthronen.

von Christoph Liedtke,
15.05.2019 16:47 Uhr

Ryzen 3000 ist vielmehr als nur eine weitere Prozessor-Generation. AMD könnte Intel mit den neuen Modellen den Rang ablaufen.Ryzen 3000 ist vielmehr als nur eine weitere Prozessor-Generation. AMD könnte Intel mit den neuen Modellen den Rang ablaufen.

In den letzten Wochen gab es kaum einen Tag ohne Gerüchte und Leaks mit vermeintlich neuen Details und (mehr oder weniger) aussagekräftigen Benchmarks zu Ryzen 3000. Das Interesse an der dritten Interpretation von Ryzen scheint noch höher zu sein als beim Marktstart im Jahr 2017.

Dabei war Ryzen 1000 schon 2017 der eigentlich große Paukenschlag mit dem sich AMD auf dem CPU-Markt zurückgemeldet und Intels fast alleinige Herrschaft des letzten Jahrzehnts in Frage gestellt hat.

Intel, der Chip-Riese aus Santa Clara, zeigt sich trotz steigender Marktanteile AMDs im CPU-Segment weiterhin selbstbewusst. Intel-Prozessoren sind im Vergleich zu AMDs Modellen weiterhin etwas teurer und bieten weniger Kerne, zeichnen sich aber nach wie vor durch höhere Taktraten und mehr Leistung pro Takt (IPC, »Instructions per Cycle«) aus.

Underdog auf Erfolgskurs

Mit Ryzen 3000 wittert AMD nun die Chance, so gefährlich wie schon lange nicht mehr zu sein. Denn der Underdog könnte nicht mehr nur mitlaufen, sondern Intel wie zu Zeiten der ersten 64-Bit-Prozessoren – Stichwort Athlon 64 – im Jahr 2003 überholen.

Die Zen-2-Architektur verspricht durch feinere Fertigung in 7 Nanometern höhere Taktraten und eine deutlich verbesserte IPC. Erste Ryzen-3000-Benchmarks noch nicht finaler Samples deuten dies bislang an.

Auch sieht alles danach aus, dass AMD erneut an der Kernzahl schraubt und uns bis zu 16 Kerne im Mainstreamsegment bieten möchte – das steigert den Druck auf Intel erneut! Wir erinnern uns: Bis zum Erscheinen von Ryzen 1000 bekamen wir Spieler jahrelang nur vier Kerne spendiert, mittlerweile bietet Intel – wie es AMD mit Ryzen vorgemacht hat – auch acht Kerne im Mainstream-Segment an.

Mit Ryzen 3000 könnte AMD also etwas Historisches gelingen und der Underdog (vergleicht man Martkanteil und Kapitalisierung von AMD und Intel) den Erzrivalen seit einer gefühlten Ewigkeit wirklich wieder schlagen.


Der Autor

Hardware-Redakteur Christoph Liedtke steht ganz und gar nicht auf technische Monopole und den damit meist verbundenen Stillstand. Umso mehr freut er sich über die geglückte Entwicklung von AMDs Ryzen, die Intel aus der Komfortzone gescheucht hat. Ein solcher Schlagabtausch erster (Chip-)Güte treibt die Technik voran und lässt Preise sinken. Nach Ryzen 3000 wünscht sich Christoph, dass AMD auf dem Grafikkartenmarkt mit Navi das gleiche Kunststück vollführt. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Intel kämpft weiterhin mit Problemen

Laut einer zuletzt geleakten Roadmap wird Intel weiterhin auf 14 Nanometer setzen (müssen) – die Fertigung in 10 nm verläuft weiterhin nicht problemlos.Laut einer zuletzt geleakten Roadmap wird Intel weiterhin auf 14 Nanometer setzen (müssen) – die Fertigung in 10 nm verläuft weiterhin nicht problemlos.

Denn Intel hat weiterhin Lieferengpässe, Probleme bei der 10-Nanometer-Fertigung und wird voraussichtlich erst im nächsten Jahr mit maximal zehn Kernen und einem erneuten Anlauf in 14 Nanometern kontern können, sofern das dann überhaupt ausreicht.

Desktop-Prozessoren mit 10-nm-Fertigung – die in etwa der 7-nm-Fertigung der Ryzen 3000 bei TSMC entspricht - sollen sich kürzlich geleakten Roadmaps zufolge sogar bis ins Jahr 2022 verzögern.

Meines Erachtens macht AMD mit den Ryzen-Prozessoren alles richtig – man hat sich ja auch genug Zeit gelassen, um den Markt genau zu beobachten und bietet seit geraumer Zeit das bessere Gesamtpaket aus Preis, Leistung und Aufrüstbarkeit.

Denn wer die letzten fünf fps an Leistung in Full HD-Auflösung nicht benötigt, fährt schon jetzt mit Ryzen goldrichtig – die Prozessoren sind günstiger, haben mehr Kerne (Stichwort: Zukunftssicherheit) und sie passen sogar in vorhandene AM4-Mainboards, sodass Aufrüsten mit einem Ryzen 3000 ein Kinderspiel sein sollte.

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