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Fazit: What Remains of Edith Finch im Test - Warum der Tod letztlich unwichtig ist

Fazit der Redaktion

Rae Grimm
@freakingmuse

Ich weiß nicht, was ich erwartet habe, als ich What Remains of Edith Finch begann. Sicherlich nicht, dass ich danach 15 Minuten auf meiner Couch sitze und ins Leere starre. Das mit rund zwei Stunden recht kurze Adventure von den The Unfinished Swan-Machern Giant Sparrow schafft es nicht nur, mir seine Charaktere innerhalb kürzester Zeit so nahe zu bringen, dass ihr unweigerlicher Verlust tatsächlich ans Herz geht. Es gelingt außerdem, das ganze auf eine respektvolle, fast schon träumerische Weise zu tun.

Der Tod von Kindern ist ein heikles Thema, von dem Spiele häufig Abstand nehmen. Zu viel kann schief gehen und zu leicht wird es kitschig oder pietätlos. What Remains of Edith Finch umgeht diese Fallen meisterlich, indem es uns nicht nur die Schattenseiten dieser kurzen Leben zeigt.

Nein, What Remains of Edith Finch ist mit Sicherheit kein fröhliches Spiel. Allerdings ist es eines voll von bittersüßer Lebensfreude, das uns zeigt, wie kostbar die kurzen Momente sind, die uns mit den Menschen, die wir lieben, geschenkt werden. Es ist eine Erinnerung daran, dass wir nicht nur traurig sein sollen, wenn etwas ein Leben zu Ende geht, sondern dankbar, dass es überhaupt erst eine Chance bekommen hat.


Elena Schulz
@Ellie_Libelle

Ich habe seit The Unfinished Swan (vom gleichen Entwickler) sehnsüchtig auf What Remains of Edith Finch gewartet, konnte mir aber trotzdem nie so richtig was unter dem Titel vorstellen. Ist das jetzt ein klassischer Walking Simulator wie Gone Home? Oder eher ein experimentelles Adventure wie The Unfinished Swan? Was am Ende herauskam, war ein Spiel, das sich in seinem Thema extrem von The Unfinished Swan unterscheidet, aber dem Charakter des geistigen Vorgängers treu bleibt.

Auch Edith Finch spielt mit dem, was mir Spiele geben. Es nutzt Mechaniken so ungewöhnlich und clever, dass ich verzaubert bin, obwohl es so einfache Mittel nutzt. Es spricht einerseits das Kind in mir an, andererseits aber auch die Erwachsene, indem es mich pausenlos mit dem ernsten Thema Tod konfrontiert. Am Ende bin ich aber trotzdem nicht trübselig, sondern seltsam fröhlich. Denn Edith Finch hat mich an etwas erinnert, dass man gerne mal vergisst: So wichtig ist der Tod gar nicht. Jedes Mitglied der Familie Finch findet irgendwie seinen Frieden, obwohl die Tode so tragisch und plötzlich kommen.

Damit zeigt das Spiel, dass man nicht unbedingt ein langes, erfülltes Leben braucht, um glücklich zu sein. Am Ende ist nur wichtig, dass man überhaupt da war und eine – wenn auch kurze Zeit – für sich genutzt hat. Der Tod lässt sich ohnehin nicht aufhalten, aber das Leben so gestalten, wie man es möchte. Egal, wie lang es ist.

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