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»Manche Quests begannen als Witz« - CD Projekt verrät 7 Witcher-Geheimnisse zu Blood and Wine, die selbst absolute Hexer-Experten noch nicht wussten

Anlässlich des 10. Jubiläums von Blood and Wine haben wir mit Tomasz Marchewka von CD Projekt Red geplaudert. Der Entwickler verrät im Interview Details über The Witcher 3, die bisher selbst Fans noch nicht kannten.

In Blood and Wine erledigt Geralt für Fürstin Anna Henriette von Toussaint die Bestie von Beauclair. In Blood and Wine erledigt Geralt für Fürstin Anna Henriette von Toussaint die Bestie von Beauclair.

Genau zehn Jahre ist es her, dass CD Projekt Red mit der Erweiterung Blood and Wine sein Rollenspiel-Meisterwerk The Witcher 3: Wild Hunt zu einem fulminanten Ende brachte. Das Kapitel im sonnigen Toussaint führt die Geschichte weißhaarigen Monsterjägers zu einem wunderbar runden Abschluss und schickt Geralt mit Abschluss der Kampagne in den verdienten Ruhestand auf seinem eigenen Weingut Corvo Bianco.

Mittlerweile wissen wir, dass dieser Ruhestand nicht lange anhält. Denn wie CD Projekt kürzlich angekündigt hat, wird The Witcher 3 mit Songs of the Past im Jahr 2027 noch eine dritte Erweiterung erhalten, in der Geralt noch einmal das Hexer-Schwert schwingt. Doch in Ermangelung weiterer Infos dazu bleiben wir erstmal noch ein wenig bei Blood and Wine.

Denn anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des DLCs hat unser Witcher-Experte Michał Mańka sich mit Tomasz Marchewka von CD Projekt zusammengesetzt und von dem Story Director von The Witcher 4 jede Menge interessante Details aus der Entwicklung von Blood and Wine erfahren, die ihr garantiert noch nicht kanntet. Das gesamte Interview findet ihr als Video auf unserem FYNG-YouTube-Kanal.

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Was hat CD Projekt erzählt?

Im Interview haben wir bei Tomasz Marchewka die unterschiedlichsten Themen abgefragt. Die interessantesten Enthüllungen verraten wir euch hier:

Ein anderer Titel: Blood and Wine hätte ursprünglich ganz anders hießen und aussehen sollen. Während der Entwicklung lautete der Titel zunächst Bells of Beauclair. Es sollte darin um ein magisches Ereignis gehen und einen Fluch, der auf den namensgebenden Glocken von Beauclair lastet. Dieser erste Entwurf der Erweiterung war nicht so nostalgisch und Epilog-artig angelegt wie das fertige Blood and Wine. Stattdessen wollte CD Projekt einen DLC schaffen, der sich anders in seiner Tonalität anfühlt als der Rest von Witcher 3.

Warum Vampire? Die kurze Antwort von Tomasz Marchewka: Weil sie einfach cool sind. Nachdem sich Geralt mit Gaunter O'Dim gemessen hat, wollten wir die nächste große Herausforderung für den Hexer einführen. Da kamen uns höhere Vampire in den Sinn. Gleichermaßen sind Vampire aber auch sehr intelligent. Das hat Detlaff zu einem so interessanten Antagonisten gemacht.

Wie kam es zur Rückkehr von Regis? Buch-Fans werden sich erinnern, dass Geralts Vampir-Kumpel im Kampf gegen den Magier Vilgefortz stirbt. Dass er in Blood and Wine dennoch zurückkehrt, liegt laut CD Projekt an zwei Gründen: Zum einen war Regis immer ein großer Fan-Favorit. Zum anderen hat Buch-Autor Sapkowski zugegeben, dass er Schwierigkeiten damit hatte, Regis sterben zu lassen.

Einer der Story-Schreiber schlug während der Konzept-Phase spontan vor, Regis zurückzubringen. Da hat es bei uns Klick gemacht. Die Freundschaft der beiden sei ein cooles Story-Motiv für Blood and Wine geworden. Gleichzeitig musste seine Rückkehr aber überzeugend sein, da Fans damit rechnen, dass er tot ist.

Vampir Emiel Regis Rohellec Terzieff-Godefroy, kurz Regis, ist einer von Geralts guten Freunden aus den Büchern und hilft darin bei der Rettung von Ciri. Vampir Emiel Regis Rohellec Terzieff-Godefroy, kurz Regis, ist einer von Geralts guten Freunden aus den Büchern und hilft darin bei der Rettung von Ciri.

Was hat die Story und die Quests in Toussaint inspiriert? Wir haben uns gefragt, wie das Worldbuilding in den Büchern funktioniert und unser Toussaint mit diesem Wissen aufgebaut. An der Oberfläche ist es warm und schön, aber es gibt scheußliche Monster und die Leute wissen das. Auch die allgegenwärtigen Ritter sind zwar angesehene Leute, aber können privat wirklich scheußliche Menschen sein. Solche Motive kommen in der Witcher-Welt häufig vor.

Ein Haus und sprechende Pferde

Wie kam es dazu, dass Geralt am Ende ein Haus besitzt? In Sapkowskis Welt sind die Hexer meist umherziehende Vagabunden, die nirgends länger bleiben, als sie unbedingt müssen. Ein eigenes Haus haben wohl nur die wenigsten Hexer jemals besessen. Tomasz Marchewka verrät:

Die Entscheidung kam erst relativ spät im Entwicklungsprozess. Weingüter spielen in der Story von Blood and Wine ja eine wichtige Rolle. Es gibt sogar die Wein-Kriege. Und wir dachten uns dann, es wäre cool, wenn Geralt am Ende sein eigenes Weingut bekommt. [...] In den Büchern träumt Geralt ja davon, sich mit Yennefer irgendwo niederzulassen.

Wieso finden sich gerade in Blood and Wine so viele unkonventionelle Nebenquests? Viele dieser Quests begannen als simple Witze, verrät Marchewka lachend. Also einfach, weil Leute gesagt haben: ›Stell dir vor, Geralt könnte mit Plötze reden‹ oder ›Geralt geht in die Bank und will Geld abheben‹. Aber genau das haben wir dann gemacht.

Für eine der berüchtigtsten Quests in Blood and Wine war Marchewka sogar selbst verantwortlich: Bei der Quest Papierkrieg wollten wir mit der Jagd nach Passierschein A38 eigentlich nur eine kleine Asterix-Referenz einbauen. Und wir hatten eigentlich damit gerechnet, es übertrieben zu haben, und dass die Tester die Quest langweilig finden. Aber mein Vorgesetzter war begeistert und sagte ›Das ist sau cool, macht die Quest länger‹. Also haben wir noch mehr bürokratische Hürden eingebaut. Es war gar nicht so einfach, da die richtige Balance zu finden. Denn eine Spielequest soll natürlich Spaß machen. Doch in dieser hier geht es in erster Linie darum, frustriert zu sein.

(K)ein Märchen-Ende

War es von Anfang an klar, dass Blood and Wine kein Märchen-Ende bekommt? Am Ende des DLCs müssen wir uns zwischen Detlaff und Syanna entscheiden; ein Happy End, bei dem beide überleben, gibt es nicht. Bestand in der Konzept-Phase der Kampagne jemals die Aussicht auf ein Happy End oder musste es eine klassische Witcher-Story sein?

In Blood and Wine sollte es von Anfang an um Liebe gehen, so merkwürdig das jetzt klingt. Die Story erzählt, wie Liebe einen blind machen kann, unabhängig davon, wer du bist. Selbst ein Jahrhunderte alter, höherer Vampir ist dagegen nicht gefeit. Es ist also eine sehr tragische Geschichte, da kann es kein Happy End geben. Der Pitch war damals: Ein junges Mädchen schafft es, einen höheren Vampir zu überlisten, erklärt Marchewka im Interview.

Das Ergebnis all dieser Mühen ist bekanntlich eine Geschichte über Vampire und Liebe in einem Fürstentum, das sich atmosphärisch deutlich vom Rest der Witcher-Welt unterscheidet. Toussaint ist an der Oberfläche schließlich warm und einladend. Doch unter der Oberfläche lauert auch hier die hässliche Wahrheit. Monster und das Böse gibt es überall. Und so passt Blood and Wine schlussendlich hervorragend ins Witcher-Universum.

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