WoW Classic: Blizzard bannt 74.000 Bots & erklärt, warum Cheater schwer zu bekämpfen sind

Nachdem Blizzard erst kürzlich harsche Community-Kritik aufgrund eines wahr gewordenen Aprilscherzes einstecken musste, ernten sie jetzt durch die riesige Bannwelle Lob.

von Marylin Marx,
18.06.2020 18:30 Uhr

World of Warcraft World of Warcraft

Erst gestern führte Blizzard eine harsch kritisierte, neue Maßnahme gegen Bots und Cheater in World of Warcraft: Classic ein, indem sie das Instanzen-Limit auf 30 Besuche pro Tag und Server beschränkte. Jetzt schießen sie eine zweite Maßnahme nach, bannen insgesamt 74.000 Accounts und ernten viel Lob von den Spielern, die sich genau diesen Schritt zuvor gewünscht hatten.

"Die heutigen Maßnahmen mit eingerechnet, haben wir im vergangenen Monat über 74.000 WoW-Accounts in Amerika, Ozeanien und Europa gebannt. Einem Großteil dieser Accounts konnten wir die Nutzung von Bot-Programmen nachweisen."

Diese Nachricht von Community Manager Kaivax im offiziellen Blizzard-Forum dürfte sehr viele WoW-Spieler glücklich gemacht haben. Im Verlauf seines langen Postings an die Community erklärt Kaivax, warum Blizzard nur sehr selten über die prominente Bot-Problematik spricht und warum der Kampf gegen Cheater und Bots so schwierig ist.

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Was Blizzard bereits gegen Cheater & Bots tut

"Wir nutzten sehr mächtige Systeme um herauszufinden, ob der beschuldigte Spieler einen Cheat nutzt, den wir als solchen identifizieren können. Unsere Methodik (die wir nicht öffentlich beschreiben werden) wird dabei ständig verbessert und weiterentwickelt."

Wirklich konkret wird Blizzard nicht, was die aktuellen Maßnahmen gegen Cheater angeht. Wie Kaivax aber in seinem Post erklärt, hat das den einfachen Grund, den Cheatern so wenig Informationen wie möglich über die Sicherheitsmechanismen zu geben. Wichtig ist aber, dass einwandfrei erkennbar sein muss, dass es sich um einen Cheater und nicht einfach um einen sehr engagierten Spieler handelt.

"Wenn wir einen potentiellen Cheater nicht mit diesem System überführen können, müssen wir händisch Beweise gegen den Spieler sammeln. Das kann sehr zeitaufwändig und komplex sein. Der Aufwand ist es aber wert, weil wie niemals einen Spieler bannen möchten, der nicht gegen unsere Regeln verstößt."

Das Problem hinter automatisierten Sicherheitsmechanismen sind die sogenannten »False Positives«, also Spieler, die in ihrer Spielweise oder Effizienz der eines Cheaters ähneln (etwa weil sie sehr gut sind), allerdings gegen keine Regeln verstoßen oder illegale Drittprogramme benutzen.

Gute Spieler werden im schlimmsten Fall somit für ihre Leistung ungewollt bestraft. Das will Blizzard natürlich mit allen Mitteln verhindern.

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Ein ewiges Katz-und-Maus-Spiel

Während Blizzard sein System zu verbessern versucht, um mehr Cheater zu finden, reagiert natürlich auch die Gegenseite und versucht, neue Lücken im System zu finden und ihre angebotenen Bots und Cheats noch unauffindbarer zu machen. Hinzu kommen natürlich auch gebannte Cheater, die sie nach einem erfolgreichen Bann einfach einen neuen Account erstellen.

Daraus entsteht ein ewiger Teufelskreis indem mal die eine, mal die andere Seite die Oberhand gewinnt. Kaivax schreibt dazu:

"Schlussendlich arbeiten wir an einem sehr schwierigen Problem. Das Handeln mit viel Echtgeld treibt Dritte dazu, einen riesigen Aufwand zu betreiben, um unsere Sicherheitssysteme zu umgehen. Obwohl diese Problematik eine sehr hohe Priorität für uns hat, es ist nicht die einzige Aufgabe, der wir uns stellen müssen."

Im Gegensatz zu den Bot-Anbietern, die sich ganz und gar darauf konzentrieren können, das System auszutricksen, muss sich Blizzard natürlich noch um einige weitere Probleme und Bugs kümmern, die auch angegangen werden wollen.

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Cheater und Bots sind in fast allen großen Online-Spielen ein ständiges Problem Valorant bannte beispielsweise im Mai erst 9.000 Cheater und bedient sich eines sehr umstrittenen Cheat-Schutzes namens Vanguard. Auch CoD Warzone hatte erst vor kurzem 70.000 Bans ausgesprochen. Zuvor hatte sich ein Streamer über die Warzone-Cheater beschwert.

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