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Auf geht's

AMD Ryzen 5 2600X - Flotter Sechskerner für Spieler

Der Ryzen 5 2600X von AMD hat im Test zwei Kerne weniger als Top-Modelle Ryzen 7 2700X. Wie viel Einfluss das auf die Leistung hat, zeigen unsere Benchmarks.

von Nils Raettig,
03.05.2018 16:23 Uhr

Der Ryzen 5 2600X schickt sich im Test an, der aktuell schnellste Sechskerner von AMD zu sein.Der Ryzen 5 2600X schickt sich im Test an, der aktuell schnellste Sechskerner von AMD zu sein.

Mitte April hat AMD die neue 2000er-Generation seiner Ryzen-Prozessoren auf Basis der »Zen+«-Architektur veröffentlicht. Im Test des Ryzen 5 2600X mit sechs Kernen steht vor allem der Vergleich mit dem Ryzen 7 2700X im Mittelpunkt. Der Ryzen 7 2700X verfügt über zwei zusätzliche Kerne, kostet zum Testzeitpunkt aber etwa 100 Euro mehr als der Ryzen 5 2600 (320 statt 225 Euro).

Anhand unseres überarbeiteten CPU-Testsystems klären wir, wie groß der Leistungsunterschied zwischen den neuen Ryzen-Prozessoren in Spielen und Anwendungen ist. Ebenfalls zum Vergleich im Testfeld mit dabei: Aktuelle Prozessoren von Intel wie der Core i5 8400 und Modelle der ersten Ryzen-Generation wie der Ryzen 5 1600.

Ryzen 5 2600X im Detail

Gegenüber seinem direkten Vorgänger Ryzen 5 1600X besitzt der Ryzen 5 2600X auf den ersten Blick primär einen Vorteil: Sein maximaler Turbotakt liegt um 200 MHz höher (4,2 statt 4,0 GHz). Die überarbeitete Architektur der Ryzen-2000-CPU bringt aber noch weitere Neuerungen mit sich, die für eine höhere Leistung sorgen können.

Dazu zählen primär niedrigere Latenzen der verschiedenen Zwischenspeicher für Daten und ein etwas höherer garantierter RAM-Takt (2.933 MHz statt 2.666 MHz). Außerdem hat AMD den Turbo-Boost verbessert, sodass er häufiger höhere Taktraten ermöglichen soll (worauf wir bei den Gaming Benchmarks noch näher eingehen).

Mehr Details zu den Neuerungen der Zen+-Architektur findet ihr im Test zum Ryzen 7 2700X. Grundsätzlich gilt dabei auch für den Ryzen 5 2600X (und für die anderen beiden neuen Modelle Ryzen 7 2700 sowie Ryzen 5 2600), dass für den Betrieb auch ein Mainboard der ersten Generation mit 300er-Chipsatz ohne Leistungseinbußen genutzt werden kann, wenn darauf ein entsprechend aktuelles BIOS installiert ist.

Meltdown und Spectre (»Next Generation«)

Mit Blick auf die CPU-Sicherheitslücken Meltdown und Spectre gibt es keine Änderungen durch die neuen Ryzen-2000-CPUs. Von Meltdown sind AMD-Prozessoren ohnehin nicht betroffen, Spectre in der Variante 1 benötigt Software-Updates für Windows und Anwendungen, anders sieht es mit der Variante 2 von Spectre aus: Hier sind neben Windows-Updates auch Aktualisierungen des Microcodes nötig, die meist per neuem BIOS für Mainboards implementiert werden.

AMD hat laut eigenen Aussagen mit der Verteilung des neuen Microcodes an seine Partner begonnen, auch das nötige Windows-Update (KB4093112) für das Fall Creators Update wurde mit dem Patchday im April bereitgestellt. Nach der Installation des Windows-Updates meldet das Tool inSpectre auf unserem Testsystem mit Ryzen 5 2600X und MSI X470 Gaming M7 AC dementsprechend, dass Schutz gegen Spectre besteht. Die Performance-Auswirkungen haben wir mit Benchmarks vor und nach der Installation des Updates ebenfalls anhand des Ryzen 7 2700X überprüft. In unseren Tests sind demnach keine Leistungseinbußen durch den Spectre-Patch festzustellen.

Die Zen-2-CPUs, die im neuen 7-nm-Fertigungsvefahren hergestellt und für das Jahr 2019 erwartet werden, sollen laut AMD bereits von Haus aus hardwareseitig gegen Spectre geschützt sein. Ob die Anfang Mai neu bekannt gewordenen Sicherheitslücken unter der Bezeichnung »Spectre Next Generation« auch für AMD-Prozessoren relevant sind, steht zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels noch nicht fest. Allerdings betreffen sie Privatpersonen wie bereits die ersten Varianten der Sicherheitslücken nach aktuellem Stand weniger, da auf solchen PCs einerseits in der Regel leichter ausnutzbare Lücken vorhanden sind und andererseits der Aufwand nicht im Verhältnis zum erwartbaren Ertrag eines solchen Angriffs steht.

Technische Daten

Ryzen 7 2700X

Ryzen 7 1800X

Ryzen 5 2600X

Ryzen 5 1600X

Kerne / Threads

8/16

8/16

6/12

6/12

Sockel

AM4

AM4

AM4

AM4

Architektur

Zen+ (12nm)

Zen (14nm)

Zen+ (12nm)

Zen (14nm)

Standard-Takt

3,7 GHz

3,6 GHz

3,6 GHz

3,6 GHz

max. Turbo-Takt

4,3 GHz

4,0 GHz

4,2 GHz

4,0 GHz

Speicher

DDR4-2933 (Dual-Channel)

DDR4-2666 (Dual-Channel)

DDR4-2933 (Dual-Channel)

DDR4-2666 (Dual-Channel)

L2-Cache pro Kern

512 KByte

512 KByte

512 KByte

512 KByte

L3-Cache

2 x 8,0 MByte

2 x 8,0 MByte

2 x 8,0 MByte

2 x 8,0 MByte

TDP

105 Watt

95 Watt

95 Watt

95 Watt

freier Multiplikator

Ja

Ja

Ja

Ja

Verbindung DIE / Heatspreader

Metall (verlötet)

Metall (verlötet)

Metall (verlötet)

Metall (verlötet)

ca. Preis

319 Euro

285 Euro

225 Euro

170 Euro

Das CPU-Testsystem

Unser Testsystem haben wir vor dem Release der Ryzen-2000-Prozessoren komplett überarbeitet (siehe auch den Artikel »CPU-Testsystem 2018 - Ryzen vs. Core i7 mit neuen Benchmarks«). Als Grafikkarte verwenden wir nun Nvidias extrem schnelle Geforce GTX 1080 Ti, damit die GPU möglichst spät zu einem Flaschenhals wird.

Die getesteten Spiele decken verschiedene Genres ab. Mit dabei sind Assassin's Creed: Origins (Action-Rollenspiel, Third-Person), Civilization 6 (Rundenstrategie), Kingdom Come: Deliverance (Rollenspiel, First-Person), Project Cars 2 (Rennspiel), Total War: Warhammer 2 (Echtzeitstrategie) und Wolfenstein 2: The New Colossus (First-Person-Shooter).

DirectX 12 lassen wir dabei bewusst außen vor. Die Schnittstelle hat sich immer noch nicht durchgesetzt und führt auf unserem Testsystem sowohl in Civilization 6 als auch in Total War: Warhammer zu niedrigeren fps als mit DirectX 11. In Form von Wolfenstein 2 haben wir gleichzeitig zumindest einen Titel mit der meist technisch sehr überzeugenden, aber noch nicht weit verbreiteten Schnittstelle Vulkan im Programm.

Mit Blick auf die Auflösung und die Detailstufe haben wir uns für Full HD (1920x1080) und hohe Details entschieden. In höheren Detailstufen und Auflösungen wie WQHD (2560x1440) oder 4K (3840x2160) wird die Grafikkarte immer mehr zum Flaschenhals. Niedrigere Auflösungen wie 1280x70 sind dagegen aus unserer Sicht zu praxisfern.

Wolfenstein 2: The New Colossus ist der einzige unserer insgesamt sechs Benchmark-Titel, der auf die Grafikschnittstelle Vulkan setzt. Die anderen Spiele testen wir unter DirectX 11.Wolfenstein 2: The New Colossus ist der einzige unserer insgesamt sechs Benchmark-Titel, der auf die Grafikschnittstelle Vulkan setzt. Die anderen Spiele testen wir unter DirectX 11.

Bislang haben wir die Performance in Spielen mit Fraps gemessen, nun kommt stattdessen OCAT (Open Capture and Analytics Tool) zum Einsatz. OCAT gibt statt der minimal erreichten fps das so genannte »99th percentilce« aus. Wie der Name schon andeutet liegen 99 Prozent aller gemessenen Werte über dieser Grenze.

Gegenüber der Angabe eines reinen minimalen fps-Wertes hat das 99th percentile den großen Vorteil, dass es einzelne Ausrutscher (beziehungsweise das eine Prozent der niedrigsten Werte) herausfiltert. Beim Spielen selbst machen sich diese Ausrutscher meist nicht bemerkbar, insofern ist das 99th percentile praxisnäher, da es die meistens erreichte Performance besser beschreibt.

Alle Prozessoren werden mit 16,0 GByte DDR4-RAM im Dual-Channel-Betrieb und mit einer Taktrate von 2.933 MHz getestet. Der Einsatz von Speicher mit noch höheren Taktraten kann unserer Erfahrung nach vor allem Ryzen-Prozessoren zu einer höheren Leistung verhelfen. Wir haben uns aber für Messungen mit dem offiziell maximal garantierten Takt der Ryzen-2000-CPUs entschieden und diesen Takt für das Schaffen gleicher Bedingungen auch für die anderen Prozessoren im Testfeld verwendet (auch wenn sie teils offiziell leicht niedrigere Taktraten wie 2.666 MHz unterstützen).

Als Betriebssystem kommt Windows 10 zum Einsatz, das genau wie die Spiele auf einer SSD installiert ist. Die Anwendungsleistung der Prozessoren testen wir in verschiedenen, praxisnahen Szenarien, etwa in Form des Encodierens eines Videos per Handbrake oder der Messung der Ladezeiten in Civilization 6. Außerdem ermitteln wir die Performance der CPUs beim Streaming per OBS zu Twitch.tv.

Auch die Leistungsaufnahme wird gemessen, einerseits beim Spielen von Assassin's Creed: Origins, andererseits in Cinebench, der alle Kerne und Threads komplett auslastet. Neben Diagrammen mit absoluten Zahlen bieten wir außerdem relative Einordnungen der CPUs an, etwa mit Blick auf ihr Preis-/Leistungsverhältnis in Spielen (Euro/fps) oder die Energieeffizienz (Watt/fps).

Für den Test des Ryzen 5 2600X nutzen wir mit dem MSI X470 Gaming M7 AC dasselbe Mainboard wie im Falle der anderen Ryzen-Prozessoren aus dem Testfeld.Für den Test des Ryzen 5 2600X nutzen wir mit dem MSI X470 Gaming M7 AC dasselbe Mainboard wie im Falle der anderen Ryzen-Prozessoren aus dem Testfeld.

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