Religion: um Gottes Willen
Sehr wichtig wird in Anno 117 auch ein Thema, das bisher eher so nebenbei erledigt wurde, nämlich die Religion. In Anno 1404 drehte sich zwar alles um die Kreuzzüge, und wir haben als Mammutproekt den Kaiserdom erbaut. Aber so richtig doll hat sich der Glaube nicht ausgewirkt.
Und wie in der echten Geschichte war um 1800 herum Religion eher so ein Mauerblümchen. Wir haben halt eine Kirche gebaut, weil unsere Leute es wollten, und das war’s auch schon.
Ganz anders jetzt hingegen in Anno 117! Bekanntlich huldigten die Römer sicherheitshalber jeder Menge Götter, und haben auch einige importiert. Deswegen spielen Glaube und Religion jetzt eine deutlich größere Rolle.
Schreine und Tempel spülen kontinuierlich Punkte auf euer Glaubenskonto, was wiederum immer stärkere Boni bei der gehuldigten Gottheit freischaltet – hier bei Aquaman Neptun.
Ihr könnt nämlich auf jeder Insel Schreine oder imposante Tempel errichten und sie separaten Gottheiten widmen. In unserer gespielten Version gab es sechs davon, drei waren von Anfang an freigeschaltet. Nämlich Kriegsgott Mars, die Fruchtbarkeitsgöttin Ceres und die Wasserratte Neptun.
Alle Götter bringen handfeste Vorteile, die ihr nach und nach freischaltet, je mehr Glaubenspunkte ihr auf einer Insel produziert. So lassen sich Inseln gezielt spezialisieren, indem ihr zum Beispiel auf einer Landwirtschaftsinsel Ceres als Göttin installiert, und bei euren Kasernen den Kriegsgott Mars. Auch dieses System dürfte die Schönbauer und die Effizienz-Herrscher unter euch gleichermaßen in Wallung bringen. Mehr dazu in Fabianos göttlichem Artikel.
Forschung: kleine Ideen, große Sprünge
Das gilt auch für das Thema Forschung. Das hat in der Anno-Serie immer wieder mal eine kleine Rolle gespielt, zuletzt hatte Anno 1800 da ja viel in die Waagschale geworfen: Mit dem DLC Land der Löwen kamen die Gelehrten als eigene Bevölkerungsklasse hinzu. Wir konnten in der Universität einige wenige Gebäude verbessern, Rohstoffvorkommen manipulieren oder gezielt Items und Spezialisten entwickeln.
In Anno 117 hingegen wird der Wunsch nach Bildung schon sehr früh laut, ihr sollt Schulen und später Büchereien errichten. Und damit öffnet ihr die Bildungsbüchse der Pandora – auch Technologiebaum genannt. Der riesige Techtree ist grundsätzlich dreigeteilt, nämlich in den Bereichen Wirtschaft, Zivilwesen und Militär, alle mit Dutzenden von Forschungsdisziplinen.
Das können Kleinigkeiten sein wie die prozentuale Output-Verbesserung eines bestimmten Produktionsgebäudes. Aber ihr könnt auch euer Militär stärken oder Belagerungsmaschinen entwickeln oder ganz neue Schiffstypen erforschen oder ach was weiß denn ich! Es ist einfach unheimlich viel und super, um euren Spielstil zu spezialisieren. Wir freuen uns jetzt schon darauf, für unser Anno-117-Sonderheft ein XXXXL-Poster mit dem Techtree zu bauen.
Die Schiffe: vom Segel zum Dampf zum Ruder
Wo ich gerade Schiffstypen erwähnt habe: Schiffe bleiben natürlich das Rückgrat der Anno-Serie. In Anno 1404 waren die verschiedenen Typen noch ganz übersichtlich und ähnlich. Sie wurden ausschließlich per Segel angetrieben, auch wenn die Windrichtung und -Stärke im Spiel keine Rolle spielte. Zum Angreifen mussten sich die Schiffe drehen, denn Breitseiten waren angesagt.
In Anno 1800 kreuzt hingegen eine kunterbunte Mischung aus Segelschiffen, Dampfern, Flammenwerfern, Mörsern, starren Kanonen und drehbaren Geschütztürmen. Wind war beim Segeln entscheidend, bei Gegenwind schoben sich Schiffe quälend langsam voran, erst die Dampfkraft machte Wind harmloser.
Im kommenden Anno 117 geht es natürlich in erster Linie wieder nur um Segelschiffe. Aber die dafür in verschiedenen Ausführungen wie Pentekonteren, Bireme, Trireme und so weiter. Die Windrichtung ist also wieder entscheidend, allerdings könnt ihr auch Ruderer einsetzen, und je mehr ihr davon paddeln lasst, desto höher wird die Minimalgeschwindigkeit einer Galeere.
Kriegsschiffe beharken sich gegenseitig, duellieren sich aber auch wieder mit Küstenbefestigungen. In unserem Vergleichs-Video seht ihr ab Minute 10:01, wie die schweren Ballisten-Geschosse der Verteidiger fast in Zeitlupe über den Bildschirm fliegen und auch mal neben ihrem Ziel ins Wasser platschen. Wer beim Schiffeschubsen gut aufpasst, kann Geschossen sogar ausweichen. Aber wenn so ein Ding mal trifft, richtet es enormen Schaden an. Das macht schon Gefechte mit nur wenigen Schiffen sehr spannend.
Sehr cool finde ich, dass wir schon die ersten Schiffstypen individueller anpassen können. Zum Beispiel mit mehr Ruderbänken oder einem Bogenschützenturm. Wenn wir den Forschungsbaum entlangklettern, werden noch mehr Anpassungen möglich. Etwa verstärkte Rümpfe, mehr Laderaum oder Segelfläche, vielleicht sogar Rammsporne und Corvus-Enterbrücken. Auch Griechisches Feuer soll’s geben.
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