Vielleicht kennt ihr die Situation ja selbst. Aus welchem Grund auch immer steht man ohne Job da und muss trotzdem irgendwie den Alltag bestreiten. Aufstehen, duschen, essen und irgendwann auch mal Bewerbungen schreiben. Das wird schnell zur psychischen Belastung.
Während Videospiele hier oft als Ablenkung dienen, drückt der Unemployment Simulator 2018 (Steam) den Finger genau in diese Wunde. Die Mischung aus Lebenssimulation und Survival-Spiel klärt mit schwarzem Humor über die Folgen von Arbeitslosigkeit auf Psyche und Körper auf.
»Ein seltsames Spiel in seltsamen Zeiten«
Im Spiel steuert ihr einen Langzeitarbeitslosen im Jahr 2018, der allein in seiner Einzimmerwohnung lebt. Gleich zu Beginn des Spiels wird euch deutlich gemacht: Ihr könnt hier tatsächlich sterben, auch wenn es erst einmal wie ein Witz klingt:
Glückwunsch - Du bist arbeitslos! Überlebe und komme voran, indem du all deine täglichen Aufgaben erledigst. Behalte dein Dopaminlevel und andere Werte im Auge, um zu verhindern, dass du vor Langeweile stirbst.
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Unemployment Simulator: Das bizarre Steam-Spiel macht den Alltag ohne Job zum nackten Überlebenskampf
In eurer Bude stapeln sich Wäsche und schmutziges Geschirr, auf dem Rechner wartet ein Shooter namens »Kill Everything« und nachts träumt ihr vom großen Geldregen. Damit ihr die Tage irgendwie rumkriegt, greift ihr zu Alkohol und Fast Food, während ihr zwischendurch Bewerbungen schreibt und auf Antworten wartet.
Was auf den ersten Blick übertrieben und an manchen Stellen witzig wirkt, zeigt aber auch die knallharte Realität von Perspektivlosigkeit, Alkoholismus und Depressionen.
Der Unemployment Simluator thematisiert eine Abwärtsspirale aus fehlendem Antrieb, Vermeidung und Isolation, in der man einfach nur versucht, jeden Tag aufs Neue zu überleben. Dass man dabei sogar an Langeweile sterben kann, ist einerseits eine humoristische Übertreibung, andererseits aber auch eine Metapher.
Langeweile und Unterforderung können tatsächlich ernstzunehmende Folgen für die Psyche haben. So führen sie zu fortschreitender Demotivation, lösen Gefühle von Leere und Erschöpfung aus - und befeuern so die Abwärtsspirale. Damit ist ein Nährboden für psychische Erkrankungen geschaffen, die wiederum lebensgefährlich werden können.
In den Reviews auf Steam loben die Spielerinnen und Spieler Unemployment Simulator 2018 - auch für seine Einzigartigkeit. User Private Coldcuts schreibt: »Ein Spiel, das man einfach erlebt haben muss. Man weiß erst, wohin die Reise geht, wenn man sich darauf einlässt und dieses kleine Juwel von einem Spiel für sich entdeckt.« NextMemePresident schreibt: »Ein sehr seltsames Spiel in seltsamen Zeiten!«
Man findet aber auch Bewertungen, die Mitgefühl für Betroffene ausdrücken und zur Selbstfürsorge aufrufen. User Goko schreibt zum Beispiel:
»Wenn du das hier liest und dich gerade in einer schwierigen Lage befindest, egal wie aussichtslos es dir auch erscheinen mag: Versuch, nach draußen zu gehen, Gras oder Schnee zu berühren. Versuch, mit jemandem zu sprechen. Streichel ein Tier. Es gibt immer eine Telefonnummer, die du anrufen kannst. Du musst das nicht alles alleine oder in Eile bewältigen. Mach den ersten oder den nächsten Schritt – es wird sich lohnen.«
Wenn ihr mehr zum Thema Mental Health und Gaming erfahren wollt, schaut in der Link-Box weiter oben nach. Dort findet ihr auch tolle Spiele, die euch helfen können.
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