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Fazit: ARMA 3 im Test - Reif für die Insel

Fazit der Redaktion

Rüdiger Steidle (Fazit nach dem dritten Kampagnen-DLC): Nun ist sie also abgeschlossen, die Kampagnentrilogie. Survive – Adapt – Win. Ich habe zusammen mit Korporal Kerry überlebt, wir haben uns angepasst und vielleicht auch gesiegt. Der Solofeldzug war aufregend, obwohl er nicht alle Stärken von Arma 3 gezeigt hat. Hauptsächlich sollte ich kleine Kampfpatrouillen absolvieren, die Invasoren durch Nadelstichangriffe sabotieren, Stellungen auskundschaften – eben relativ kurze Gefechte überstehen. Auseinandersetzungen in größerem Maßstab gab es nur selten. Das ist schade, denn gerade diese machen die Arma-Reihe einzigartig, heben sie von Battlefield und Call of Duty ab. Und gerade diese Art von Scharmützeln gehören auf Mehrspieler-Servern zu den beliebtesten.

Den Bereich haben die Macher allerdings nahezu komplett der Community überlassen. Die hat auch fleißig nachgelegt: Es gibt inzwischen Mods, Maps und Missionen für nahezu jeden Geschmack und eben auch richtig epische Begegnungen mit Dutzenden Panzern, Helikoptern, Infanteriezügen. Ich frage mich nur, warum die Entwickler selbst davon nicht zumindest einen Teil vorgegeben haben. Im Rückblick wäre es wohl fairer gewesen, mit dem Release von Arma 3 noch ein, zwei Monate zu warten. Denn erst zum Jahreswechsel, nach einer anfänglichen Durststrecke, spielte sich die Militärsimulation so richtig »rund« - soweit man das bei der Arma-Serie überhaupt sagen kann. Vielleicht sollte sich Bohemia für den nächsten Serienteil ganz auf die Community verlassen, wenn es um Missionen und Inhalte geht und stattdessen an den alten Problemen der Reihe basteln, nämlich der Technik, ob nun KI, (Multiplayer-) Performance oder Bedienung. Das wäre eine Arbeitsteilung, die man sich bei den meisten Entwickler-Teams nicht vorstellen könnte, aber im Fall von Arma, könnte es klappen.

Rüdiger Steidle (Fazit nach dem ersten Kampagnen-DLC): Nach dem ersten Kampagnenkapitel fühle ich mich wie am Staffelende mancher Fernsehserie: War das schon alles? Wie geht es nach dem Cliffhanger weiter? Der Auftakt macht jedenfalls Lust auf mehr. Freilich auch, weil er längst nicht alle Stärken zeigt, die Arma auszeichnen. Der Feldzug konzentriert sich bislang auf kleine Infanteriescharmützel mit einer Handvoll Soldaten. Die Einsätze gestalten sich zwar höchst spannend, zumal sie mir intensiv das Gefühl vermitteln, fast allein einer feindlichen Übermacht gegenüberzustehen.

Berühmt ist Arma aber eigentlich für die gigantischen Gefechte mit vielen Dutzend Kämpfern und Fahrzeugen. Und genau darauf hoffe ich in der Fortsetzung. Es bleibt also bei meinem Rat aus dem ursprünglichen Test: Wer sich nicht mit dem Mehrspielermodus zufriedengeben mag, der wartet besser, bis Bohemia die Kampagne in drei, vier Monaten abgeschlossen hat. Zumal währenddessen Unterstützung und Inhalte aus der Modding-Szene stetig wachsen. Und mit etwas Glück gibt es Arma 3 bis dahin sogar zum Sonderpreis.

Rüdiger Steidle (Fazit vor dem ersten Kampagnen-DLC): Die aktuelle Verkaufsfassung von Arma 3 ist leider nur ein halbes Spiel. Wer eingefleischter Multiplayer-Fan ist, mag schon jetzt zuschlagen und wird sich über viele sinnvolle Verbesserungen besonders bei der Waffenhandhabe und einigen Technikaspekten freuen. Wer aber lieber eine Solokampagne erleben möchte, sollte noch einen Monat warten, bis Bohemia zumindest den ersten Teil des Einzelspielerfeldzugs nachreicht - oder den Kauf gleich ganz zurückstellen, bis alle Episoden komplett sind.

Dank der vielen Mod-Missionen und der guten Einbindung des Steam-Workshops gibt es aber auch jetzt schon jede Menge für Solisten zu tun - die Qualität der Community-Beiträge schwankt allerdings extrem. Überhaupt lohnt es sich, Arma 3 in den nächsten Monaten im Auge zu behalten, denn neben neuen Inhalten stehen ja auch viele Updates an, in denen Bohemia weiter auf das Feedback der Spieler reagieren kann.

Christian Fritz Schneider (Fazit vor dem ersten Kampagnen-DLC): Ich bin wie immer wenn es um ARMA geht wie zerrissen: Wenn man sehr streng wäre, müsste man ARMA 3 vorwerfen, dass die Entwickler trotz inhaltlicher Neuerungen und spielerischer Verbesserungen die gravierenden Schwächen der Serie konsequent ignorieren.

Klar, die KI ist besser, aber eben nicht gut genug, auch die PhysX- und Ragdoll-Unterstützung sind Schritte in die richtige Richtung. Und trotzdem kann ich einen Panzer noch Purzelbäume über kleine Felsen schlagen lassen.

Von solchen Inkonsequenzen ist ARMA 3 regelrecht zerfressen, ob bei der Steuerung, der Spielwelt, der Informationsvermittlung oder dem Multiplayer. Fans der Serie sind diese Schwächen gewohnt und umgehen sie meist, indem sie auf nichtöffentlichen Servern mit Profi-Spielern unterwegs sind, viele Mods nutzen und sich das Spiel soweit es geht anpassen.

Denn die ARMA-Serie hat zwei Gesichter. Das eine zeigt sich Otto-Normal-Spielern als unzugänglich, unnötig kompliziert, inkonsequent, veraltet und unfair. Das andere, das die Faszination der Serie inzwischen ausmacht, bekommen gut organisierte Spieler im Koop und Multiplayer zu sehen.

Hier spielt auch ARMA 3 seine Stärken aus und ist eine einzigartige Open-World-Erfahrung die anspruchsvolles Spielen erfordert und eine nervenzerreißend spannende Kampfatmosphäre schaffen kann.

Und dank der Alpha- und Beta-Veröffentlichung im Rahmen des Early-Access-Programms ist ARMA 3 zum Release zwar noch unvollständig, aber spürbar runder als die letzten Serienteile. Vom Support aus der Modding-Community ganz zu schweigen, der das Spiel noch über Jahre mit neuen Inhalten beliefern wird.

Odium (Gast-Fazit, vor dem ersten Kampagnen-DLC): Man weiß nicht so recht, was da los ist bei Bohemia Interactive. Auf der einen Seite beschreitet man mit einem vorbildlichen Release über eine communityoffene Alpha- und Betaversion neue Wege, andererseits müssen wir immer noch mit Altlasten kämpfen, die schon im Urgestein Operation Flashpoint für Ärgernis sorgten. Doch während im Vorgänger von 2001 eine frei begehbare Welt in dieser Größenordnung noch für Aufsehen gesorgt hat, so mutet ArmA 3 doch eher wie das Werk von konservativen alten Männern an.

Noch immer schwankt die KI zwischen verplanter Überforderung auf der Straße und enormer Treffgenauigkeit, noch immer fühlt man sich als Einsteiger etwas verloren und noch immer hat man wie nirgendwo sonst das Gefühl, dass dies die beste Militärsimulation ist, die auf dem zivilen Markt zu haben ist.

Denn ArmA 3 ist auch das beste ArmA, dass es je gab: In keinem anderen Spiel hat man das Gefühl, dass der moderne Krieg hier so wirklichkeitsnah eingefangen wurde und einem auch ohne rotem Rand klar macht: Hier hat man nur eine Chance.

Hier und da ein paar innovative Features wie das Tauchen, autonome Fahrzeuge und eine riesige Karte können aber nicht verdecken, dass die Tschechen inzwischen sehr stark auf die Arbeit der Community setzen. Angesichts der Inhalte zum Release sieht man jetzt schon, wohin die Reise geht.

Wir bedanken uns bei Odium für sein Gast-Fazit zu ARMA 3. Odium hat sich in der deutschen ARMA-Community mit seinem Youtube-Kanal JeremiahRose einen Namen gemacht. Dort gibt es nicht nur nützliche Tutorials zu ARMA 2 und ARMA 3, sondern auch zahlreiche Mitschnitte aus dem sogenannten »taktischen Spiel«. Wer also einmal sehen möchte, wie ARMA-Spiele in einer Profi-Gruppe gespielt werden, ist hier genau richtig.

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