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Assassin's Creed Valhalla gespielt: Wo ruderst du hin, Assassin's Creed?

Wir haben Assassin’s Creed Valhalla gespielt. Unser Gameplay-Fazit nach drei Stunden: Das Wikinger-Abenteuer zeigt viele starke Seiten, wirft aber haufenweise Fragen auf, was Ubisoft hier eigentlich vorhat.

von Dimitry Halley,
12.07.2020 21:45 Uhr

Mit der richtigen Idee in die falsche Richtung - Assassin's Creed: Valhalla Gameplay-Preview 13:47 Mit der richtigen Idee in die falsche Richtung - Assassin's Creed: Valhalla Gameplay-Preview

Ubisoft ist auf der Suche. Das merken wir beim Anspielen von Assassin's Creed Valhalla bereits in den ersten 20 Minuten. Für unser Gameplay-Fazit erkunden wir drei Stunden lang als Wikinger/in Eivor die raue Wildnis von Ostanglien, überfallen mit dem Drachenboot Festungen, machen Bossgegner einen Kopf kürzer, wohnen einer Hochzeit bei, feiern, rauben, saufen und streiten. Letzteres übrigens vor allem mit unseren eigenen Leuten.

Macht das Spaß? Bei Odins Äuglein, ja, auf jeden Fall. Gerade in den Kämpfen denkt Ubisoft die Lektionen von Origins und Odyssey weiter: Treffer fühlen sich wieder wuchtiger, Zahlenwerte weniger wichtig an. Ironischerweise spielt ausgerechnet die Jagd nach Beute, der Grind nach Loot, in diesem Wikinger-Assassin's-Creed keine so große Rolle mehr wie in Odyssey. Oder zumindest eine andere. Und da streifen wir schon den Elefanten im Raum.

Neben seinen Stärken wirft Assassin's Creed Valhalla nämlich viele Fragen auf. Welche Art Spiel will es sein? Was zeichnet ein Assassin's Creed 2020 eigentlich aus? Und wo wollen Ubisoft-Open-Worlds in Zukunft hin? Denn das Gameplay von Assassin's Creed Valhalla weckt Zweifel, ob die Entwickler eine klare Antwort haben, wie sie nach dem Scheitern von Ghost Recon: Breakpoint in Zukunft weitermachen wollen. Oder anders: Assassin's Creed Valhalla wirkt wie ein Odyssey mit Abstrichen.

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Wann erscheint es? Assassin's Creed Valhalla erscheint am 17. November 2020 für PC, also bloß zwei Tage vor Cyberpunk 2077. Wird sicher ein spannendes Rennen.

Was haben wir gespielt?

Doch bevor wir jetzt direkt mit schlechterer Stimmung einsteigen, als Valhalla verdient: Die Presse-Demo ließ uns vorbildlich freie Hand, als männlicher und weibliche Eivor das frühmittelalterliche Ostanglien zu erkunden. Dieses englische Königreich macht etwa ein Siebtel der gesamten Spielwelt aus, besteht aus Sümpfen, Wäldern, Flüssen, Dörfern und Burgen.

Assassin's Creed Valhalla inszeniert sein mittelalterliches England sehr stimmungsvoll. Assassin's Creed Valhalla inszeniert sein mittelalterliches England sehr stimmungsvoll.

Diese europäischen Landschaften entfalten gerade im Dämmerlicht eine ähnlich magische Stimmung wie die Welt von The Witcher 3, auch wenn die Valhalla-Demo grafisch eher solide Current-Gen-, als famose Next-Gen-Optik auffährt.

Und weil über die Größe der Map so viel diskutiert wurde, ziehen wir der Debatte mal den Zahn: Die gesamte Open World wirkt etwa so groß wie die reine Landmasse von Odyssey (Festland und Inseln). Allerdings sollen zusätzlich ein Teil Norwegens sowie »geheime Bereiche« abseits Englands spielbar sein - die finale Größe mag also variieren.

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Gemessen daran, wie flugs wir mit den Inhalten von Ostanglien durch waren, dürfte das Abenteuer insgesamt aber tatsächlich (wie von Ubisoft kommuniziert) etwas kürzer ausfallen als das sehr ausufernde Odyssey. Aber hey, Qualität über Quantität, deshalb klären wir rasch die erste Frage: Worum geht's hier überhaupt?

In der Demo müssen wir als Wikinger-Krieger oder -Kriegerin Eivor einen anderen Wikinger-Warlord aus seiner englischen Festung treiben. Dieser Kerl namens Rued terrorisiert Ostanglien, hat außerdem dessen altenglischen König Oswald auf dem Gewissen. Also stürmen wir die Bude, zwingen den Kerl in die Knie, finden einen doch nicht toten Oswald, der im Anschluss eine Wikingerin heiratet. Und bevor jetzt wer "Spoiler" schreit: Der Twist ist wirklich nicht der Rede wert.

Erste Eindrücke der Story

Viel spannender daran: Weder die Angelsachsen noch die Wikinger sind pauschal gut oder böse. Eivor verfolgt eine eigene Agenda zwischen den Fronten der verfeindeten Völker - unserer Meinung nach prinzipiell eine gute Entscheidung.

Allerdings können wir davon abgesehen noch wenig über die Story sagen, Odyssey hatte 2018 mit seiner ersten Preview-Demo deutlich klarer vermittelt, wie wichtig Entscheidungen, Nebenquests und der Krieg zwischen Athen und Sparta im fertigen Spiel sein werden. Der Valhalla-Build wirft uns ohne Kontext in zwei, drei Hauptmissionen, ohne dass wir eine Bindung zu irgendwem aufbauen. Eine verpasste Chance.

Eivor ist bisher eine große, breite Projektionsfläche für alle möglichen Charaktereigenschaften. Vielleicht ändert sich das im Rest der Story. Eivor ist bisher eine große, breite Projektionsfläche für alle möglichen Charaktereigenschaften. Vielleicht ändert sich das im Rest der Story.

Auch Eivor entwickelt bisher noch überhaupt kein Charisma. Wir sind beliebt, laut, kriegerisch, brutal, stark, aber auch nachdenklich, einfühlsam, freundlich, gutherzig, zweifelnd. Eierlegender Wollmilch-Wikinger. Gute Assassin's-Creed-Heldinnen wie -Helden brauchen klare Stärken und Schwächen. Ein Jacob Frye in Syndicate ist ein mutiger, aber impulsiver Hohlkopf, Schwester Evie dafür besonnen, smart, aber dogmatisch. Bayek und Aya verlieren sich in blinder Rache, ohne das große Ganze im Blick zu halten und so weiter.

Keine der Haupt- und Nebenaufgaben konnte uns bislang aus Story-Perspektive mitreißen. Ein paar Kinder im Wald versorgen, einem alten Krieger den letzten Kampf erweisen, Gelegenheitssex mit irgendeinem Kameraden, an dessen Namen sich selbst Eivor danach kaum erinnert. Aber gut, das mag auch einfach am ungünstigen Rahmen der Demo liegen.

Was auf jeden Fall hinhaut, ist die Wikingeratmosphäre: Mit der eigenen Truppe samt Drachenboot eine feindliche Festung zu stürmen, den Rammbock durch die Bresche zu pressen, Widersacher von den Burgmauern schießen, Kollegen wieder auf die Beine helfen, Berserker mit Konter und Doppeläxten auf die Bretter schicken - während der grandiose Soundtrack im Ohr dröhnt, erzeugt das schon eine unheimlich einnehmende Stimmung. Aber spielt sich das auch so gut?

Wie funktioniert eigentlich das Drachenboot? Wikinger kämpfen nicht nur mit der Axt, sondern auch mit ihren legendären Drachenbooten. In Valhalla könnt ihr das Gefährt an jedem Fluss direkt zu euch teleportieren. Mit dem Boot klappt die Fortbewegung deutlich schneller, außerdem startet ihr hier Überfälle auf ufernahe Befestigungen. Allerdings wird es keinerlei Schiffskämpfe geben. So ist das Drachenboot ein nettes Fortbewegungsmittel, aber nicht mehr.

Plus-Punkt: Kampfsystem

Wer Origins oder Odyssey kennt, findet sich auch in Valhalla sofort zurecht. Ihr pariert feindliche Angriffe, weicht aus, kontert mit einer Reihe von Spezialfähigkeiten. Natürlich im Wikinger-Design. Beispielsweise schleudert Eivor Äxte nach Feinden, vergiftet die eigenen Klingen, wagt einen mächtigen Sprungangriff und so weiter. Neu sind Schwachstellen: Zielt ihr Feinden etwa in die ungeschützte Seite oder einem Berserker auf den Fuß, schwächt sie das enorm. Kein Wunder, ein Pfeil im Fuß schmerzt schließlich fast so sehr wie einer im Knie.

Die Belagerungen in Valhalla sind ganz großes Kino. Die Belagerungen in Valhalla sind ganz großes Kino.

Gegner müssen zudem genau wie wir mit Ausdauer haushalten. Das nutzen wir natürlich taktisch, um sie müde zu machen. Stichwort Gegnertypen: Neben dem Standard-Ensemble aus leichter, schwerer und Fernkampf-Infanterie bietet Valhalla ein paar Neueinsteiger. Etwa vermummte Druiden, die uns mit Brandbomben malträtieren. Oder Speerkrieger, deren KI in der Demo allerdings noch auf "hirntot" geschaltet ist (siehe Kasten). Trotzdem: Mehr Vielfalt bei den Gegnertypen tut der Serie sehr, sehr gut.

Auch unser Waffenarsenal fällt angenehm vielfältig aus: Mit dem Schild blocken wir feindliche Angriffe, alternativ opfert Eivor diese Sicherheit, um zwei Waffen gleichzeitig zu führen. In der rechten Hand hackt dann die Axt, in der linken schwingt der Morgenstern. Dieses "Dual Wielding" ist eine nette Erweiterung, an der grundlegenden Kampfmechanik ändert sich gegenüber Odyssey aber wenig. Mit einer Ausnahme: Die Waffen fühlen sich wuchtiger an, reißen tiefere Wunden. Auch weil Loot zum Glück nicht mehr so wichtig ist.

Der technische Zustand der Demo: Die Valhalla-Demo lief nicht sonderlich rund. Die PC-Version litt unter mehreren Abstürzen und diversen Bugs. Die KI der Speerkrieger funktionierte beispielsweise überhaupt nicht. Und eine ganze Weile konnten wir unser Pferd nicht mehr rufen. Auch das Markieren von Feinden per Rabe klappte nicht. Dieser holprige Build muss nichts über das fertige Spiel aussagen, Monate vor Release ist sowas nicht unnormal - ähnlich sah es etwa seinerzeit bei der E3-Demo von Origins aus. Aber wir wollen euch die technischen Probleme trotzdem nicht vorenthalten.

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