Jetzt mit Plus alles auf einer Seite lesen

Jahres-Abo
4,99€

pro Monat

12 Monate

Günstigster Preis
Zugang zu allen exklusiven Artikeln, Videos & Podcast-Folgen
Werbefreiheit auf GameStar.de & GamePro.de
Auf geht's
Quartals-Abo
5,99€

pro Monat

3 Monate

14% gegenüber Flexi-Abo sparen
Zugang zu allen exklusiven Artikeln, Videos & Podcast-Folgen
Werbefreiheit auf GameStar.de & GamePro.de
Auf geht's
Flexi-Abo
6,99€

pro Monat

1 Monat

Monatlich kündbar
Zugang zu allen exklusiven Artikeln, Videos & Podcast-Folgen
Werbefreiheit auf GameStar.de & GamePro.de
Auf geht's

Assassin's Creed Valhalla: Das historische Setting vom Experten erklärt

Assassin's Creed wandert mit Valhalla ins Frühmittelalter. Unser Geschichts-Experte beleuchtet für euch den historischen Kontext von Szenario und Charakteren.

von Fabiano Uslenghi,
12.05.2020 18:51 Uhr

Wikinger, Sachsen und Alfred der Große: Die wahre Geschichte hinter Assassin's Creed Valhalla liefert auch ohne fiktive Komponente bereits einen spannenden Rahmen. Wikinger, Sachsen und Alfred der Große: Die wahre Geschichte hinter Assassin's Creed Valhalla liefert auch ohne fiktive Komponente bereits einen spannenden Rahmen.

Auch wenn der Kern der Assassin's-Creed-Story rein fiktiv ist, legt die Reihe seit jeher Wert auf historische Genauigkeit. Valhalla führt uns nun ins 9. Jahrhundert in Großbritannien und verspricht auch hier wieder die Geschichte zu unserem Spielplatz zu machen.

Ganz gleich, ob man nun den Fokus aufs frühmittelalterliche England und seine damaligen Probleme mit skandinavischen Wikingern begrüßt, langweilig ist diese Epoche auf keinen Fall. Gerade das späte 9. Jahrhundert bot einige hoch interessante Persönlichkeiten und war für die nachfolgende Entwicklung der britischen Reiche von großer Bedeutung.

Wir werfen einen etwas genaueren Blick auf Valhallas geschichtliches Fundament und erklären euch, warum es für viele Historiker eine solch große Faszination ausübt.

Der Experte

GameStar-Redakteur Fabiano Uslenghi gibt offen zu, dass historische Videospiele seinen Lebensweg geprägt haben. Begeisterung für Spiele wie Stronghold, Age of Empires aber auch Call of Duty weckten den Wunsch mehr über diese faszinierenden Geschichten zu erfahren und über ihre Epochen, was sich schließlich in einem Germanistik- und Geschichts-Studium äußerte, einschließlich eines Semesters Archäologie. Seitdem weiß er in erster Linie, dass er eigentlich nichts weiß und Geschichte sehr viel komplexer zu durchschauen ist, als es der Schulunterricht vermittelt. Umso spannender findet er die Herausforderung, aus oft widersprüchlichen Quellen eine Schnittmenge zu bilden, die der historischen Wahrheit am nächsten kommt.

Die historische Vorlage des neuen Settings

Ein exaktes Jahr, in dem Valhalla spielt, hat Ubisoft noch nicht genannt. Es ist aber der grobe zeitliche Rahmen bekannt. So wird sich die Geschichte unseres Wikingers Eivor zu Zeiten König Alfreds abspielen und damit irgendwann zwischen 871 und 899 n.Chr. Da die Wikinger im Fokus stehen, lässt sich das Ganze sogar noch weiter auf die 70er Jahre des 9. Jahrhunderts einkreisen. Wie aber sah die Welt damals aus?

Was verstehen wir unter Wikinger?

Wer heutzutage Wikinger sagt, der meint damit im allgemeinen die plünderten Piraten, die in Drachenschiffen von Küste zu Küste gefahren sind und alles stahlen, was nicht niet- und nagelfest war oder in Skandinavien Götter wie Thor und Odin anbeteten. Und Hörnerhelme haben sie dann auch auf dem Kopf. Bis auf die Hörnerhelme ist das alles auch nicht falsch, der Wikinger-Begriff ist aber eigentlich gar nicht so allumfassend.

Wikinger sind nämlich nicht einfach nur alle Menschen aus dem damaligen Skandinavien, sondern eine besondere Personengruppe aus dem nordischen Kulturkreis. In der Regel sind es Seefahrer, die aber nicht ausnahmslos plünderten. Auch Händler und Siedler zählen zu den reisenden Wikingern. Alles Aspekte, die Ubisoft in Valhalla aufgreifen will und in seiner Story behandelt:

AC Valhalla: Die Story darf nicht zu kompliziert sein, sagt Ubisoft   43     13

Mehr zum Thema

AC Valhalla: Die Story darf nicht zu kompliziert sein, sagt Ubisoft

Das größte Problem, wenn sich Wissenschaftler heute über Wikinger austauschen, ist die Quellenlage. Denn die Wikinger schrieben wenig über sich selbst. Die meisten bis heute erhaltenen Abschriften stammen von den Feinden der Nordmänner und die ließen an den Heiden und Eroberern logischerweise selten ein gutes Haar.

Auch in Assassin's Creed haben es die Wikinger nicht nur auf Blut und Gold abgesehen, sondern auch auf neues Land. Auch in Assassin's Creed haben es die Wikinger nicht nur auf Blut und Gold abgesehen, sondern auch auf neues Land.

So sieht Großbritannien im 9. Jahrhundert aus

Nachdem im 5. Jahrhundert die Römer anfingen, das britische Eiland sich selbst zu überlassen, drangen immer mehr germanische Stämme vom Festland vor und siedelten sich dort an. Als dominantestes Volk gingen schließlich die Angelsachsen hervor, und es bildeten sich neue Königreiche. Die wichtigsten und größten davon waren Wessex, Sussex, Kent, Ostanglien, Essex, Merzien und Nordhumbrien.

Zwischen den Reichen gab es aber (natürlich) jede Menge Streitereien und so standen die Könige auch nicht Schulter an Schulter, als schließlich die ersten Wikinger mit ihren Schiffen an den Küsten anlandeten. Im 9. Jahrhundert sind die Verhältnisse auf der Insel also als recht chaotisch zu bezeichnen. Ein intrigantes Gemisch aus eitlen Königen, gefallenen Reichen, fremden Eroberern und hoffnungsvollen Siedlern. Genau das Richtige für eine mitreißende Geschichte in einem Spiel mit historischem Setting!

Wenn ihr noch mehr über die Spielwelt und das damalige Großbritannien erfahren wollt, dann werft einen Blick in den Artikel von Kollegin Elena Schulz, die für euch außerdem analysiert, wie groß die Spielwelt wird:

Die Map von Assassin's Creed Valhalla: Wir wissen schon erstaunlich viel über die Spielwelt   128     5

Mehr zum Thema

Die Map von Assassin's Creed Valhalla: Wir wissen schon erstaunlich viel über die Spielwelt

Der Wikinger-Krieg

Tatsächlich ist es historisch bis heute nicht belegt, warum die nordischen Völker im Frühmittelalter Segel setzten und neue Ufer auf der ganzen Welt ansteuerten. Oft wird die Begründung zwar darin gesucht, dass ihre Ländereien von schweren Wintern geplagt wurden und die Fruchtbarkeit verloren ging, Beweise für diese Theorie gibt es aber nicht.

Doch egal was die Gründe sind: Fakt ist, dass vor allem die britische Inseln spätestens ab 793 eigentlich dauerhaft von Plünderern aus Norwegen, Schweden und Dänemark bedroht wurden. Was anfangs noch ein Ärgernis war, entwickelte sich Mitte des 9. Jahrhunderts zu einem ausgewachsenen Krieg. In diesem Zeitraum beschlossen die Nordmänner nämlich einfach dazubleiben.

Zu einem waschechten Feldzug wurde der Vorstoß der Wikinger um 866, als sich das sogenannte Große Heidnische Heer bildete. Hier rotteten sich vermutlich tausende Nordmänner zusammen, die größtenteils aus Dänemark stammten. Diesem Ansturm waren die zerstrittenen Königreiche der Angelsachsen nicht gewachsen und so wurde eines nach dem anderen schließlich erobert. Übrigens nicht immer nur gewaltsam, auch wenn im ersten Inengine-Trailer hauptsächlich gekämpft wird:

Assassin’s Creed Valhalla - Erster Gameplay-Trailer zeigt wie die Wikinger England erobern 1:30 Assassin’s Creed Valhalla - Erster Gameplay-Trailer zeigt wie die Wikinger England erobern

Einzig das südliche Königreich Wessex konnte standhalten. Zwar mussten die Sachsen unter König Alfred ebenfalls Niederlagen verkraften, doch schließlich gelang es ihm 878 bei der Schlacht von Edington, das dänische Heer zu schlagen, womit der große Vorstoß endgültig beendet wurde. Diese Ereignisse bilden auch das historische Rückgrat für die Netflix-Serie The Last Kingdom:

Wer sich auf Assassin's Creed Valhalla freut, sollte unbedingt The Last Kingdom schauen   135     4

Mehr zum Thema

Wer sich auf Assassin's Creed Valhalla freut, sollte unbedingt The Last Kingdom schauen

1 von 2

nächste Seite


zu den Kommentaren (43)

Kommentare(43)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.

Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen oder schließen