Stärke Nummer 3: Weniger ist mehr
Assassin's Creed Valhalla verrät uns nicht länger, was sich hinter einem Fragezeichen auf der Karte verbirgt. Wir müssen schon nahe ran, damit die Aktivität sich offenbart. Diese Richtung schlugen schon Origins und Odyssey ein, Valhalla ist hier noch ein Stück konsequenter. Denn auch unser Rabe hat weniger auf dem Kasten.
Über die Landschaft fliegen und Feinde markieren, klappt nicht länger. Der Rabe dient wirklich nur zur Übersicht. Das Markieren von Gegnern funktioniert jetzt über ein Art Eagle-Eye-Sonarpuls, den Eivor auf Knopfdruck in einem bestimmten Radius ausstößt. Ihr könnt also nur Gegner in sehr unmittelbarer Umgebung markieren. Das peppt auch das Schleichen wieder auf, weil wir vorsichtiger agieren müssen.
Auch manche Questziele zwingen uns zur manuellen Navigation. Eine Zielperson wartete beispielsweise beim Zusammenfluss zweier Flüsse. Mehr als die Namen dieser Ströme gibt uns das Spiel nicht - hier müssen wir also selbst die Landschaft und Karte studieren. Einige dieser Ungewissheiten lassen sich in der Siedlung aushebeln, beispielsweise beim Kartographen.
Das würden wir aber gar nicht empfehlen. Die spärlichen Fragezeichen auf der Karte, die reduzierten Informationen, das intensivere Schleichen - Assassin's Creed Valhalla bringt mehr Mysterium ins eigene Open-World-Gameplay. Und das ist genau die richtige Richtung. Insgesamt will uns der Kurs von Valhalla dennoch nicht so ganz klar werden.
Valhallas offene Fragen
Wo Odyssey mit dicken Pinselstrichen sein Gemälde von Loot- und Rollenspiel-Mechaniken malte - und damit durchaus anstieß -, wirkt Assassin's Creed Valhalla wie eine Skizze diverser Einzelideen. Einige davon funktionierten wie gesagt wirklich toll.
Andere sorgen noch immer für Stirnrunzeln. Beispielsweise verbergen sich wertvolle Schätze im Demo-Gebiet fast ausschließlich unter der Erde. Wir müssen also in jeder Ruine nach irgendeinem Weg nach unten suchen - was beim ersten Mal noch ganz cool ist, irgendwann aber in langatmiges Um-Gebäude-Rumlatschen ausartet.
Und diese Detail-Schwächen finden sich in fast allen Open-World-Aktivitäten. Die Minispielchen zum Fischen oder Wettsaufen sind bestenfalls nett, mehr als ein oder zwei Mal werdet ihr euch darauf aber nicht freuen. Und die Jagd nach fliegenden Zetteln demonstriert nur, in was für einem traurigen Zustand das Parkour-System von Assassin's Creed 2020 angekommen ist. So schlecht wie in Valhalla hat sich das flotte Kraxeln noch nie gespielt. Eivor kommt schwerfällig voran, plumpst auf den Boden wie ein nasser Sack und springt oft daneben.
Assassin's Creed Valhalla wirkt bisher wie ein Hin und Her zwischen guten und weniger guten Konzepten. Auf jedes coole World Event folgt ein lahmes. Umgekehrt stehen den belanglosen Wettsauf-Minispielen eben auch abgefahrene Wikinger-Rap-Battles gegenüber, die an das Beleidigungsfechten von Monkey Island erinnern (also großartig sind!). Das neue Siedlungs-Feature zieht uns tief hinein in diese famose Wikinger-Atmosphäre, wird es als vollwertiger Ersatz von Odysseys Loot-Jagd aber schwer haben. Bis zum Release des Spiels am 10. November 2020 bleibt es also äußerst spannend.

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