Battlefield 2042: Entwickler reagiert auf Anfeindungen: »Sie verdienen diese Wut nicht«

Frustriert von der Funkstille um Battlefield 2042, richten viele Fans ihren Zorn gegen die Entwickler. Ein fataler Fehler, sagt ein Produzent von DICE und nimmt seine Kollegen in Schutz.

von Philipp Elsner,
27.09.2021 17:02 Uhr

Shooter-Fans auf der ganzen Welt warten auf ein Lebenszeichen von Battlefield 2042 und die Ungeduld wächst: Auf Reddit kursiert eine Grafik, die das spärliche Marketing im Vergleich mit Battlefield 5 beweisen soll. Auf Youtube kommentiert der Battlefield-Experte Flakfire, die mangelhafte Kommunikation sei zu einem echten Problem geworden. Und auch GameStar-Redakteur Phil Elsner beschreibt das große Schweigen um den Shooter in seiner Kolumne als einen fatalen Fehler:

BF2042 lässt den Hype sterben   144     7

Meinung

BF2042 lässt den Hype sterben

Nach der Release-Verschiebung schlägt die Ratlosigkeit nun vielerorts auch in Wut um: Den Entwicklern werden in den sozialen Medien Unfähigkeit und Lügen unterstellt – oft gekoppelt mit Beschimpfungen und in einem aggressiven Tonfall.

Aktuell gerät zum Beispiel Community Manager Adam Freeman von DICE ins Visier und wird in mehreren Reddit-Threads persönlich angegangen. Er hatte zuvor betont, man werde noch im September neue Infos zur Beta liefern.

Jetzt springt Battlefield-Prodzent Ben Walke in die Bresche und erklärt in einem ausführlichen Posting, warum derartige Angriffe auf einzelne Entwickler und den Community Manager nicht nur falsch, sondern auch deplatziert sind. Die Kollegen von MP1st.com haben das komplette Statement festgehalten.

»Zeit ist das einzige, das hilft«

Er erklärt darin, dass der Job eines Community Managers weitaus diffiziler und komplexer ist, als allgemein angenommen. Man könne nicht „einfach mal eben so einen Tweet raushauen“, sondern müsse sich immer mit anderen Abteilungen wie Marketing, Übersetzung, Kundensupport, Plattformbetreibern oder Art Department auseinandersetzen. Und manchmal braucht es einfach Geduld, so Walke:

Community ist eines von vielen Zahnrädern in der Maschine und lässt sich nicht alleine drehen. Alles muss ineinandergreifen, damit es vorwärts geht. Wenn ein paar der Zahnräder gerade stocken, dann steckst du auch fest. Man muss einfach abwarten, egal wie viel Schmiermittel man verwendet. Zeit ist dann das einzige, das hilft.

Laut Walke hänge Community-Arbeit oft von anderen Abteilungen ab. Als Bindeglied zwischen Entwicklung und Fans kann das auch frustrierend sein:

Ich habe immer gescherzt, der Job eines Community Managers ist ein bisschen wie der eines Wetteransagers. Man tut sein Bestes mit den verfügbaren Infos und sagt für morgen 22 Grad voraus, aber dann hat es 21 Grad und die Leute beschimpfen einen als Lügner.

Walke gibt zu bedenken, dass am Ende immer Menschen den Frust und die Wut zu spüren bekommen, »die sie absolut nicht verdienen.« Jeder von ihnen gebe in der aktuellen Situation einfach alles, um die Spieler glücklich zu machen.

Zu einem ähnlichen Fazit kommt übrigens auch der Youtuber Flakfire: »Ich will keinem der Entwickler etwas Böses. Ich weiß, dass sie sich jetzt gerade aufopfern, um das Spiel mit dem einen Monat extra flott für den Release zu machen. Wenn ihr also zufällig Entwickler auf Social Media sprecht, dann macht ihnen Mut.«

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