Battlefield 5 - DICE: »Spielbare weibliche Charaktere und Anpassungsmöglichkeiten bleiben«

Entwickler DICE gibt der Kritik der Fans nicht nach: Sowohl die weiblichen Figuren, als auch die Anpassungsmöglichkeiten für Charaktere werden in Battlefield 5 bleiben.

von Elena Schulz,
27.05.2018 12:24 Uhr

DICE will bei den spielbaren weiblichen Charakteren und optischen Anpassungsmöglichkeiten keinen Kompromiss eingehen.DICE will bei den spielbaren weiblichen Charakteren und optischen Anpassungsmöglichkeiten keinen Kompromiss eingehen.

Der DICE General Manager Oskar Gabrielson findet klare Worte gegenüber den Kritikern von Battlefield 5. Für ihn steht fest, dass weibliche Spielfiguren und optische Charakter-Anpassungen im Spiel bleiben werden. Wegen mangelndem Realismus hatten einige Fans beides kritisiert.

Nach dem Reveal von Battlefield 5 hatte es Kritik gehagelt: Für manche Fans war ein weiblicher Charakter auf dem Cover, ebenso wie die spielbaren weiblichen Figuren im Multiplayer ein Zeichen von fehlendem Realismus. Genauso kritisch wurden die zahlreichen Charakter-Anpassungen beäugt. Spieler können nun Kleidung, Waffen, Gesicht und Bemalung der Figuren und ihre Fahrzeuge anpassen, was in der Praxis vermutlich nicht viel mit historischer Authentizität zu tun haben wird.

Die Frauen in Battlefield 5 werden ähnlich wie schon die schwarzen Figuren der Harlem Hellfighters in Battlefield 1 kritisiert und DICE wird vorgeworfen, man würde bewusst um die Gunst von Minderheiten buhlen, statt dem Wunsch der Mehrheit nach mehr historischer Korrektheit zu entsprechen. Manche Spieler gehen sogar soweit, den Titel deshalb boykottieren zu wollen.

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Spiele sollen Spaß machen

DICE-Produzent Aleksander Grøndal hatte bereits deutlich gemacht, dass der Spielspaß für den Entwickler immer über Realismus stehen wird. Jetzt meldet sich auch noch Studio-Chef Oskar Gabrielson zu Wort und erklärt in einem Twitter-Thread, warum Frauen und Charakter-Customization gekommen sind, um zu bleiben.

Laut Gabrielson will man bei DICE jeden repräsentieren, der Teil dieses größten Dramas der menschlichen Geschichte war und den Spielern die Gelegenheit bieten, ihren Charakter so zu wählen und anzupassen, wie sie wollen. Das Ziel des Entwicklers sei es einschließende und vielseitige Spiele zu erschaffen. Man sei immer bereit die Grenzen auszutesten und unerwartete Erlebnisse zu liefern. In erster Linie müssten die Spiele aber Spaß machen.

Bei der Battlefield-Sandbox sei es immer darum gegangen, so zu spielen, wie man möchte - zum Beispiel, in dem man versucht, drei Spieler und einen Flammenwerfer auf ein Pferd zu packen. Bei Battlefield 5 bekomme man auch die Gelegenheit so zu spielen, wie man möchte. Es sei jedermanns Battlefield.

Mehr zum Thema: Wie Frauen im Zweiten Weltkrieg wirklich gekämpft haben

Die Frauen des Zweiten Weltkriegs

Wer will, kann Battlefield 5 also möglichst historisch akurat spielen oder eben eine Menge Quatsch mit Flammenwerfern auf Pferden veranstalten. Zumal Frauen im Zweiten Weltkrieg keine Erfindung von DICE sind und historisch keinesfalls so abwegig. Frauen waren fast in jedem Bereich und jeder Position im Krieg vertreten, leisteten an allen Ecken und Enden Hilfe und nahmen in Ausnahmefällen sogar Schlüsselrollen ein: Da wäre zum Beispiel die britische Spionin Eileen Nearne, die in Frankreich ein Netzwerk namens »Wizard« aufbaute, von der Gestapo geschnappt und gefoltert wurde und schließlich entkam.

Tatsächlich haben sich einige Frauen zu dieser Zeit sogar direkt auf dem Schlachtfeld einen Namen gemacht. Darunter ist zum Beispiel die Russin Lyudmila Pavlichenko, die mit 309 tödlichen Schüssen als tödlichste Scharfschützin in die Geschichte einging oder aber Wanda Gertz, eine polnische Soldatin, die zunächst als Mann verkleidet im Ersten Weltkrieg kämpfte und später sogar ein komplett weibliches Battalion leitete. Und das sind nur ein paar Beispiele.

Scharfschützin Lyudmila Pavlichenko, Bildquelle: Pri.orgScharfschützin Lyudmila Pavlichenko, Bildquelle: Pri.org

Natürlich spielten Frauen im Zweiten Weltkrieg trotzdem nicht eine so prominente Rolle wie im Trailer zu Battlefield 5 und waren meistens an anderen Orten als der Front vertreten. Allerdings will man sich bei DICE ja bewusst auf die konzentrieren, die sonst in der Darstellung des Krieges gern vergessen werden.

Mehr darüber, wie das alles in der Praxis aussieht, erfahren wir auf dem EA Play Event. Dort wird man stärker auf den Multiplayer eingehen und erstes richtiges Gameplay präsentieren. Die Pressekonferenz findet am 9. Juni im Vorfeld der E3 2018 statt.

Wie steht ihr zur Kontroverse rund um den Trailer zu Battlefield 5? Nehmt doch an unserer Umfrage teil und schreibt eure Meinung in die Kommentare.

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