Call of Duty wird 2020 sein eigener größter Feind

Meinung: Mit einem neuen CoD riskiert Activision den durchschlagenden Erfolg von Modern Warfare und Warzone, findet Phil Elsner.

von Philipp Elsner,
21.05.2020 07:51 Uhr

Gefährdet ein neues CoD den aktuellen Erfolg von MW & Warzone? Gefährdet ein neues CoD den aktuellen Erfolg von MW & Warzone?

Mit Modern Warfare und vor allem mit dem Free2Play-Ableger Warzone ist Call of Duty so erfolgreich und beliebt, wie schon seit vielen Jahren nicht mehr. Und während sich die einen auf den Start von Season 4 freuen, wird anderswo schon über das Setting von CoD 2020 spekuliert. Aber ob es nun CoD: Vietnam oder Black Ops 5 heißen wird - für mich ist das neue Spiel vor allem ein unnötiges Risiko für die Marke und die Spieler.

Warzone mit seinen inzwischen über 30 Millionen Spielern soll zwar über die Lebensdauer des aktuellen Ablegers hinweg bestehen bleiben - eine "Konstante in der CoD-Serie" werden, wie ein Entwickler verrät. Aber als Spieler bange ich dennoch um die Zukunft der Shooter-Reihe.

Denn ein Call of Duty 2020 dürfte schon bald die Spielerbasis im Multiplayer spalten, weil manche weiterwandern und andere bleiben werden. Und zudem wird es zwangsläufig auch Auswirkungen auf Warzone geben, sofern ein neuer Entwickler die Zügel in die Hand nimmt.

Das Warzone-Dilemma

Wie wird die Zukunft von Warzone aussehen? Wird beim Wechsel von Modern Warfare auf ein Kalter-Krieg-Szenario die Map überarbeitet oder gar ausgetauscht? Passen die modernen Waffen und Fahrzeuge noch ins Spiel oder wird es neue geben?

Im Worst-Case-Szenario übernimmt man neue Gameplay-Mechaniken aus CoD 2020 - und die passen dann nicht mehr zu Warzone, wie wir es kennen und lieben. Das nächste Call of Duty muss den Fans von Warzone viele große und drängende Fragen beantworten.

Der Autor:

Seit Phil seine ersten Call of Dutys, Battlefields & Co. gespielt hat, ist viel Zeit vergangen und die Branche hat sich verändert. Dass es heutzutage nicht mehr primär darum geht, Map-Packs, Sequels und Premium-Pässe zu verkaufen, sieht er als großen Fortschritt.

Stattdessen ist im Shooter-Bereich Langzeit-Service und Kundenbindung angesagt. Vorzeigebeispiel ist da Rainbow Six: Siege, das Phil seit dem Release vor fünf Jahren immer noch regelmäßig spielt. Höchste Zeit also, dass andere Marken da nachziehen.

Sollten die Entwickler Warzone im Kern so belassen, wie es ist (ganz nach dem Motto "never touch a running system"), welchen Anreiz hätten dann aktuelle CoD-Fans, sich den neuen Teil überhaupt zu holen?

Als "Konstante" der CoD-Reihe müsste sich Warzone ja immer weiterentwickeln. Aber würde Activision die eigenen Verkaufszahlen torpedieren, indem man sich selbst Konkurrenz macht? Es ist paradox, aber gerade weil Warzone so beliebt und erfolgreich ist, steckt Call of Duty in Sachen Sequel in der Zwickmühle.

Angst vor dem Wechsel

Als jemand, der Modern Warfare und Warzone gern und regelmäßig spielt, habe ich Angst vor einem Entwicklerwechsel. Wird Treyarch sein Black-Ops-Rezept über den aktuellen CoD-Kosmos drüber stülpen und dabei vielleicht die Stärken der aktuellen CoD-Generation zunichte machen - trotz bester Absichten?

Oder bleibt Infinity Ward weiter für Warzone verantwortlich und es entwickelt sich ein seltsam-zweigleisiger Modus, bei dem zwei Studios um ein und denselben Markennamen konkurrieren?

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Aus der Spieler-Sicht gibt es für mich nur eine Antwort auf dieses Dilemma: Modern Warfare & Warzone müssen weiterhin unterstützt werden - mit neuen Seasons, neuen Inhalten und der unermüdlichen Frequenz an Updates, die Fans inzwischen so sehr zu schätzen wissen. Das aktuelle CoD ist zu gut und zu erfolgreich, um es einzumotten. Und egal, welches Szenario es am Ende wird: Call of Duty 2020 kann warten.

Mein Lösungsvorschlag wäre deshalb ebenso einfach wie drastisch: Lasst Warzone & Modern Warfare ihr volles Potenzial entfalten und verschiebt das nächste CoD auf 2021 oder später! Durch die gewonnene Entwicklungszeit wird es letztlich besser und bis dahin dürfte die Nachfrage nach einem neuen Serienteil auch deutlich angewachsen sein.

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