Fazit der Redaktion
Dimitry Halley
@dimi_halley
Paradox macht sehr viel richtig mit diesen Brettspielen. Sie lizensieren die Projekte, lassen ein erfahrenes Studio (Fria Ligan) mit Referenzen im Pen&Paper-Bereich ans Werk und bedienen damit eine Nische, die perfekt zum Klientel ihrer Grand-Strategy-Marken passt. Das klingt jetzt alles sehr analytisch, deshalb bringe ich die Sache mal lieber auf den (Karton-)boden: Was ich bisher in Crusader Kings 2 spielen konnte, hat mir echt gut gefallen. Auf der PDXCon 2018 hockte ich neben Micha Graf und einigen netten Branchenkollegen, ließ mich beim Spieleinstieg ins kalte Wasser werfen und verstrickte mich prompt in Intrigen und Verrat. Und ja, dabei kamen auch unschuldige Erben ums Leben. Crusader Kings 2 unterhielt unseren Pressetrupp sogar so gut, dass wir nach unserem Anspieltermin in einer längeren Pause nochmal zurückkehrten, um eine weitere Runde zu zocken.
Dort war ich leider zum Zuschauen verdammt, weil die Entwickler nur für vier Spieler aufgebaut hatten. Aber das macht nichts. Die Kollegen hatten eh Angst, schließlich hatte ich vorher an der Seite meiner trunksüchtigen Ehefrau einen grausigen Kreuzzug entfesselt.
Michael Graf
@Greu_Lich
Vergesst Imperator: Rome, mein Highlight der PDXCon war die Brettspielrunde in Crusader Kings 2. Okay, das lag vor allem daran, dass die Brettspielerei eine witzige Abwechslung zum Herumsitzen in Spielepräsentationen war; Rome ist trotzdem superpannend. Zugleich schöpft CK2 viel Spannung - und noch viel mehr Absurdität - aus etwas, das auch die PC-Vorlage auszeichnet: der Familie. Die spielt in ähnlichen Brettspielen, etwa dem zu Game of Thrones, längst keine solche Rolle wie im von uns gespielten Paradox-Prototpyen.
So führte diese Brettspielrunde zu wunderbar absurden Dialogen. "Oh, ich habe einen Sohn! Und er ist hässlich!" - "Du, kein Thema, ich bring ihn um." "Ich habe in Ungarn erfolgreich Unruhen geschürt, weil ich so schön bin!" - "Was, ich hab meinen Bauern doch gesagt, dass Aussehen nicht alles ist!" Das sagt wenig über die spielerische Qualität von CK2 aus, aber viel darüber, dass das Brettspiel schon jetzt die Stärke seiner Vorlage einfängt. Nämlich das Emergent Storytelling, die Geschichten, die aus Mechanik plus Rollenspiel plus Trash-Talk entstehen. Das ist kein uninspirierter Lizenzkäse. Klar, noch finde ich die Karte sehr klein (Es gibt nicht mal Skandinavian). Für einen ersten Prototypen aber schon mal nicht übel.
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