Sonys Hero-Shooter Concord war nur ein kurzes Leben vergönnt: Nach über fünf Jahren in der Entwicklung wurde das Spiel Anfang September 2024 nur zwei Wochen nach seinem Release vom japanischen Publisher eingestellt.
Die Verkaufszahlen waren so katastrophal – Schätzungen gehen von unter 25.000 verkauften Kopien aus –, dass Sony sich entschied, den Shooter vollständig vom Markt zu nehmen. Das zuständige Entwicklerstudio Firewalk wurde nur wenige Wochen später geschlossen.
Ein so spektakuläres Scheitern lässt sich jedoch nicht einfach aus der Geschichte tilgen. Wie bei vielen »toten« Spielen fand sich auch hier eine kleine Gruppe engagierter Fans, die sich nicht damit abfinden wollte, dass Concord für immer verschwindet.
Unter dem Namen »Concord Delta« arbeiteten Freiwillige monatelang daran, den Code per Reverse Engineering zu entschlüsseln und eigene, private Server aufzusetzen. Und tatsächlich: Mitte November gelang es ihnen, das Spiel wieder zum Laufen zu bringen. Hauptmenü, Charakterauswahl und sogar komplette Matches im Clash-Point-Modus waren wieder spielbar, wenn auch noch verbuggt.
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Concord: Gameplay-Szenen aus dem kolossal gescheiterten Multiplayer-Shooter
Doch die Freude über das Wiedersehen mit Concord währte nur kurz. Denn offenbar ist Rechteinhaber Sony nicht gewillt, das gescheiterte Projekt in irgendeiner Form weiterleben zu lassen. Wie unter anderem The Game Post berichtet, hat Sony damit begonnen, DMCA-Takedowns (Urheberrechtsbeschwerden) gegen YouTube-Videos einzureichen, die Gameplay von den Fan-Servern zeigen.
Die entsprechenden Videos wurden mittlerweile von der Videoplattform gelöscht.
Obwohl sich die rechtlichen Schritte bisher wohl nur gegen die Videos und nicht direkt gegen die Entwickler des Projekts richten, zeigt die Aktion Wirkung. Das Team hinter Concord Delta reagierte sofort und verkündete auf Discord: »Aufgrund besorgniserregender rechtlicher Schritte haben wir beschlossen, Einladungen vorerst zu pausieren« (via The Game Post).
Dabei hatte das Team eigenen Angaben zufolge sogar versucht, vorsichtig zu agieren: Um rechtliche Probleme zu vermeiden, ließen sie nur Spieler zu, die Concord ursprünglich legal erworben hatten, und untersagten strikt das Teilen von urheberrechtlich geschützten Spieldateien.
Doch selbst diese Vorsicht scheint Sony nicht zu reichen. Es wirkt, als wolle der Publisher sicherstellen, dass Concord wirklich tot bleibt – und diesmal endgültig.
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