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Crash Bandicoot 4 im Test: Genau solch ein Spiel hat dem PC gerade noch gefehlt

Mit ungebändigtem Jump&Run-Spaß hat Crash Bandicoot 4: It’s About Time die Konsolen gerockt. Die PC-Fassung bietet nicht mehr – und muss das auch nicht.

von Alex Ney,
26.03.2021 16:30 Uhr

Die ersten Crash-Spiele stammen von Naughty Dog, den Machern der Uncharted-Reihe (PlayStation). Nach Crash machte Naughty Dog weiter mit Jump&Run: Man entwickelte Jak and Daxter (ebenfalls für die PlayStation). Die ersten Crash-Spiele stammen von Naughty Dog, den Machern der Uncharted-Reihe (PlayStation). Nach Crash machte Naughty Dog weiter mit Jump&Run: Man entwickelte Jak and Daxter (ebenfalls für die PlayStation).

Die N. Sane Trilogy brachte uns die ewigen Streithähne Crash Bandicoot und Neo Cortex positiv in Erinnerung. Und jetzt - 23 Jahre nach dem letzten Teil - gehen die Querelen zwischen dem trotteligen Beuteldachs und dem verrückten Wissenschaftler in die nächste Runde.

Ja: Crash Bandicoot 4: It's About Time ist ein echter Nachfolger, der die spielerischen Stärken der klassischen Jump&Run-Reihe adaptiert und vorsichtig erweitert. Demnach läuft, springt und rotiert Crash linear durch kreischbunte 2,5D-Welten, hat dabei aber so manchen neuen Kniff im Beutel.

Und weil auch die Entwickler beim Leveldesign tief in die Trickkiste gegriffen haben, macht das Ganze noch genauso so viel Spaß wie 1996. Wer sich nochmal in Erinnerung schwelgen will, schaut sich am besten nochmal den Grafikvergleich zwischen dem Orignal Crash Bandicoot und der N. Sane Trilogy an:

Crash Bandicoot - Original gegen N. Sane Neuauflage im Grafikvergleich 3:20 Crash Bandicoot - Original gegen N. Sane Neuauflage im Grafikvergleich

Cortex' Rache, die Vierte

Als wären seit dem letzten Hauptteil nur ein paar Jahre vergangen, knüpft It's About Time ans Ende von Crash Bandicoot 3: Warped an. Damals wurden Crash's Erzfeinde Uka Uka, Neo Cortex und Doktor N.Tropy durch eine Zeitmaschinenimplosion in Babys verwandelt und eingesperrt.

Die beknackten Schurken hocken noch immer in ihrem Gefängnis, haben inzwischen jedoch ihr ursprüngliches Alter erreicht - und jede Menge Wut angestaut. Uka Uka (eine alberne, aber sehr mächtige Tanzmaske) ist darüber so knatschig, dass sie in einem magischen Kraftakt einen Riss durch Raum und Zeit erzeugt. Da lassen sich Cortex und N. Tropy natürlich nicht zweimal bitten und machen sofort den Sittich; den völlig erschöpften Uka Uka lässt das Duo Infernale lachend zurück.

In Crash Bandicoot 4: It’s About Time schenkt die magische Tanzmaske Uka Uka den Bösewichten Cortex und N. Trophy die Freiheit. In Crash Bandicoot 4: It’s About Time schenkt die magische Tanzmaske Uka Uka den Bösewichten Cortex und N. Trophy die Freiheit.

Primär in der Rolle von Crash müssen wir verhindern, dass die bösen Forscher die Kontrolle über die Dimensionen erlangen. Die Geschichte wird mittels farbenfroher, knackscharf gerenderter Cutscenes erzählt, vereinzelt übermitteln die Herren Doktoren uns ihren Groll auch über die in den Levels platzierten Lautsprecher.

Eine wirklich spannende Handlung gibt es nicht, aber Fans von Crash Bandicoot wollen sowieso etwas anderes: nämlich eine kräftige Portion Slapstick gepaart mit groteskem Humor. Und genau das ist es, was wir in It's About Time bekommen.

Querfeldein über Spieß und Stein

Um Neo Cortex die Meinung zu geigen, schlagen wir uns in plastischer Cartoonoptik durch irre detaillierte Settings - darunter eine sonnige Karibikinsel (Piraten inklusive), ein karger Wüstencanyon, eine asiatische Mythenwelt sowie eine eindrucksvolle Großstadt der Zukunft. Hinzu kommen viele Innenbereiche, zu denen abgeranzte Fabriken genauso zählen wie morbide Untergründe.

Die faszinierend lebendigen Levels (in fast jedem Winkel herrscht Bewegung) sind mit Hindernissen nur so vollgestopft. Abwechselnd in der Seitenansicht oder aus der Verfolgerperspektive rennen wir mit gutem Timing vorbei an riesigen Flammenwerfern, im Halbkreis rollenden Felsbrocken oder ballernden Kanonen.

Sei es wegen eines fleischfressenden Dinos oder eines grimmigen Dschinns: Manchmal muss Crash die Beine in die Hand nehmen. Sei es wegen eines fleischfressenden Dinos oder eines grimmigen Dschinns: Manchmal muss Crash die Beine in die Hand nehmen.

Wir überspringen Hochspannungsfelder oder rutschen darunter hindurch, heizen mit Flugzeugen oder auf Reittieren durch die Gegend, werden von turmhohen Monstern fast aus dem Bildschirm gejagt, und lösen puzzleartige Hüpfpassagen mithilfe der neuen Quantum-Masken.

Diese Masken verleihen Crash besondere Fähigkeiten, sie sind aber nur in darauf zugeschnittenen Bereichen verfügbar. Die Maske Lani-Loli macht durchlässige Objekte solide und umgekehrt; Kupuna-Wa verlangsamt die Zeit, damit wir auf schnelle Plattformen springen können; Ika Ika lässt uns sprichwörtlich unter der Decke hängen, und Akano ermöglicht uns weite Rotationssprünge.

Die neuen Extras bringen jede Menge Abwechslung und vor allem zusätzlichen Spaß ins Jump&Run-Treiben. Denn sie wurden sehr ideenreich in die Levels integriert und stellen uns vor immer neue Herausforderungen.

Wie ideenreich die Levels sind, seht ihr in unserer Screenshot-Galerie:

Crash Bandicoot 4: It's About Time - Screenshots ansehen

Schöne Gäste

Das alles erleben wir nicht nur im Dachsfell: So steuern wir zuweilen einen der drei Gastcharaktere, deren besondere Fähigkeiten das Levelgeschehen um zusätzliche Puzzle-Elemente erweitern.

Der erste ist Dingodile, ein schwerfälliger Wampendrache. Mit seinem Megastaubsauger kann er über Abgründe schweben und Objekte ansaugen, um sie dann auf Gegner zu feuern. Anders als Crash erledigt Tawna Feinde nicht mittels Rotationsbewegungen, sondern mit deftigen Tritten. Außerdem verschafft ihr ein Greifhaken Reichweitenvorteile.

Zu guter Letzt übernehmen wir mit Dr. Neo Cortex sogar den Gegenpart: Der Fiesling kann mit seiner Laserpistole unnachgiebige Plattformen gewissermaßen in Trampoline verwandeln.

Im Stil einer alten Videokassette zeigen Flashback-Tapes (spielbare) Szenen aus Crash’s Vergangenheit bei Neo Cortex. Auch für uns ist das nicht leicht. Im Stil einer alten Videokassette zeigen Flashback-Tapes (spielbare) Szenen aus Crash’s Vergangenheit bei Neo Cortex. Auch für uns ist das nicht leicht.

Trotz aller vermeintlichen Hilfsmittel ist der Schwierigkeitsgrad selbst im sogenannten modernen Modus nicht ohne. Crash verfügt hier zwar über unbegrenzt viele Bildschirmleben, wird nach seinem »Tod« aber ein Stück zurückgesetzt.

Außerdem ist es uns nach drei Toden nicht mehr möglich, neue Skins für Crash und dessen Schwester Coco freizuschalten. Wenn wir im klassischen Modus dreimal abnippeln, müssen wir das jeweilige Level ganz von vorn beginnen. Immerhin: Die Steuerung per Tastatur ist selten schuld daran. Dennoch bleibt der Controller das Eingabegerät der Wahl.

Multiplayer-Nostalgie
So frisch und kreativ sich Crash Bandicoot 4: It's About Time auch präsentiert - in Sachen Multiplayer belässt es (fast) alles beim Alten. Wer also zusammen mit einer Freundin oder einem Freund spielen möchte, der wird wohl oder übel die Tastatur - oder besser den Controller - weiterreichen müssen.

Es stehen zwei Mehrspieler-Modi zur Verfügung: Beim Pass N. Play treten die Spieler nacheinander an, wobei nach jedem Checkpoint oder vorzeitigem Ableben gewechselt wird. Das Programm hält derweil fest, wer sich am besten schlägt.

Der Bandicoot Battle ist zweierlei: ein Checkpoint-Rennen auf der einen, und eine High Score-Jagd auf der anderen Seite. High Scores werden durch das Zerstören von Kisten erzielt; gespielt wird wie beim Pass N. Play nacheinander.

Fazit: Maximum Gaudium

Die insgesamt 43 Kampagnenlevel lassen sich zusätzlich im sogenannten Spiegelmodus erleben, der teils mit neuen Aufgaben daherkommt. So müssen wir etwa ein in Schwarzweiß dargestelltes Level peu à peu wieder einfärben.

Zusammen mit den allerorts versteckten Flashback-Tapes, die spielbare Erinnerungen an Crashs Zeit bei Neo Cortex freischalten, ergibt sich ein Umfang von 107 Leveln. Über Weltkarten können wir außerdem nachträglich auf die einzelnen Abschnitte zugreifen, um optionale Collectibles einzusammeln.

Über Weltkarten können die Kampagnen-Level erneut besucht werden. Über Weltkarten können die Kampagnen-Level erneut besucht werden.

Nostalgische Gefühle bedient Crash Bandicoot 4: It's About Time zwar, doch das müsste es gar nicht. Das späte Sequel watet nämlich mit so vielen guten Ideen auf, dass Jump&Run-Fans gern im Hier und Heute verweilen. Und zwar viele Stunden.

Ein Wermutstropfen könnte für manchen sein, dass die Leveloptik kaum das Niveau von Last-Gen-Konsolen übersteigt. Oder dass einige der Sprungpassagen nur mit Geduld zu meistern sind. Unter dem Strich bleibt trotzdem ein sehr gelungener Nachfolger, der sich in unseren Augen anschickt, das bislang beste Crash Bandicoot zu sein.

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