Danke, Assassin's Creed: Odyssey! - Dieses Spiel ist der Grund, warum ich vor Games as a Service keine Angst mehr habe

Wenn es nach Publishern geht, scheint heutzutage jedes Spiel ein Live-Service sein zu müssen. Das machte Peter lange Angst - bis ihn Ubisoft mit dem jüngsten Assassin's Creed davon überzeugte, dass es keinen Grund zur Panik gibt.

von Peter Bathge,
11.04.2019 08:00 Uhr

Ubisofts vorbildlicher Support von Assassin's Creed: Odyssey nach dem Release hat GameStar-Redakteur die Angst vor der Live-Service-Zukunft in Sachen Videospiele genommen. Bei GameStar Plus erklärt er, wieso das Beispiel Schule machen sollte.Ubisofts vorbildlicher Support von Assassin's Creed: Odyssey nach dem Release hat GameStar-Redakteur die Angst vor der Live-Service-Zukunft in Sachen Videospiele genommen. Bei GameStar Plus erklärt er, wieso das Beispiel Schule machen sollte.

Ich habe ein Platzproblem. Assassin's Creed: Odyssey müllt meine Festplatte zu. Und das schon monatelang. Seit Oktober 2018 gammelt das Action-Rollenspiel mit seinen 62 Gigabyte auf meiner Spiele-SSD herum. Aber ich kann mich einfach nicht dazu durchringen, es zu deinstallieren.

Das ist ungewöhnlich für mich. Normalerweise haben Spiele nur Gastauftritte auf meiner Festplatte - ein, zwei Wochen lang werden sie intensiv gezockt, dann endet unsere Beziehung fürs Erste wieder. Story vorbei? Runter damit, schließlich muss Platz für das nächste Spiel geschaffen werden!

Aber Assassin's Creed: Odyssey ist es gelungen, auf meinem PC zu überwintern. Verantwortlich dafür ist gar nicht so sehr der enorme Umfang mit einer Spielzeit von über 100 Stunden. Sondern die Art, wie Ubisoft das Spiel nach Release mit neuen Inhalten versorgt hat - als ständig aktualisierten Live-Service mit DLCs, Updates und frischen Gründen, Woche für Woche wieder ins antike Griechenland reinzuschauen.

Ganz nebenbei hat mir Odyssey damit die Angst vor der Zukunft der Videospiele genommen. Denn die gehört nunmal, das belegen die neuesten Zahlen, dem Modell Games as a Service. Dieser Wandel stellt für viele verdiente Spieler, die diesem Hobby schon Jahrzehnte lang nachgehen, eine große Veränderung dar, keine Frage. Aber davor fürchten müsst ihr euch (genau wie ich!) nicht.

Der Autor
Peter Bathge springt schnell von einem Spiel zum nächsten, ackert eines durch, hakt das nächste ab. Das kann sich ab und zu wie Arbeit anfühlen - vielleicht auch deshalb, weil er seit über zehn Jahren mit der Berichterstattung über Videospiele sein Geld verdient. Triple-A-Spiele mit schicker Story-Präsentation mag er besonders gerne - aber dem Trend zu Games as a Service stand er bislang skeptisch gegenüber. Dann kam Assassin's Creed: Odyssey.

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Assassin's Creed: Odyssey - AAA Games as a Service

Dieser Tage scheint es manchmal so, als wolle niemand mehr Spiele machen - sondern nur noch einen Service anbieten. Sogar Dragon Age 4 soll ein Game as a Service werden, wenn es nach Publisher Electronic Arts geht - Entwickler Bioware hat mit diesem Modell bei Anthem schon (nicht durchgehend positive) Erfahrungen gesammelt.

Selbst ein Branchenveteran wie Ed Boon, seines Zeichens seit 28 Jahren verantwortlich für die Prügelspiele der Mortal-Kombat-Serie, sähe ein persistentes Spieluniversum mit unendlicher Laufzeit und konstanten Updates als sein Traumprojekt an, genug Geld und Zeit für die Entwicklung vorausgesetzt.

Lange Zeit habe ich mich bei solchen Meldungen gefragt: Was läuft nur falsch in der Spielebranche? Inzwischen kapiere ich den Reiz dieses GaaS-Konzepts (Games as a Service) - denn Ubisoft hat mich damit bei ihrem jüngsten Assassin's-Creed-Spiel über eine längere Zeitspanne immer und immer wieder zum Einloggen gebracht - und ein Ende ist vorerst nicht in Sicht. Das hat mehrere Gründe.

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