Für diese Kolumne werden mir vielleicht die Ohren lang gezogen. Aber das ist mir egal. Die Hölle kann warten. Nein, sie muss es sogar. Für meinen eigenen Seelenfrieden - und für den Spaß, den ich (hoffentlich) mit Diablo 4 haben werde.
Dabei weiß ich noch nicht einmal, ob mir der neueste Teil von Blizzards Action-Rollenspiel-Serie wirklich zusagt. Denn auf die Gelegenheit, es während der Beta auszuprobieren, habe ich bewusst verzichtet. Und habe damit die Anweisungen meiner Chefs bei GameStar bewusst etwas freier interpretiert, als sie vermutlich gutheißen würden. Aber zum Glück werden sie es ja nie erfahren, es sei denn ihr petzt.
Wieso ich als Spieleredakteur nicht immer entscheiden darf, was ich mit meiner Freizeit mache, und warum ich mich in diesem Fall über den Willen meiner Vorgesetzten hinweggesetzt habe, erfahrt ihr in folgender Kolumne.
Falls ihr nicht regelmäßig GameStar.de lest, gibt's hier einen kleinen Auffrischungskurs zu meiner Person:
Warum ich auf den Release im Juni warte
Fünf Mal habe ich die Open Beta von Diablo 4 gestartet - und kein einziges Mal bin ich über den Charakterbildschirm hinausgekommen. Grund dafür waren die Warteschlangen beim Server-Einstieg. Aber nicht in dem Sinn, wie ihr jetzt vielleicht denkt.
Denn für unseren Live-Ticker habe ich beim Sonntagsdienst von GameStar.de tatsächlich nur kurz die Wartezeiten kontrolliert (stets unter einer Minute) und bin sofort wieder aus dem Spiel geflüchtet. Warum? Nun, ich will Diablo 4 erst dann erleben, wenn es fertig ist. Und zwar idealerweise in einer verbesserten Version, wie sie die Kollegen im Video fordern:
11:10
Diablo 4: Diese 7 Änderungen braucht die Vollversion
Moderne Betatests verwirren mich. Denn die sind allzu oft eine reine Marketing-Maßnahme, wobei die Teilnahme an die Vorbestellung des fertigen Spiels geknüpft ist. Da mache ich nicht mit. Zumindest nicht als Privatperson.
Weil ich Diablo für gewöhnlich nur einmal spiele und solche vermeintlichen Nebensächlichkeiten wie Story und Atmosphäre (alle Hack-&-Slay-Profis an dieser Stelle bitte die Nase rümpfen) als sehr wichtig bewerte, will ich mir die Überraschung vor Release nicht selbst verderben.
Diablo 4 beginnt für mich am 6. Juni 2023, nicht vorher. Allein der Gedanke, bestimmte Gebiete aus der Beta im fertigen Spiel dann nochmal erforschen zu müssen oder bereits gelesene Dialoge und gesehene Zwischensequenzen wegklicken zu müssen, lässt mich schaudern. Das ruiniert doch das ganze Erlebnis!
Dummerweise haben meine Chefs dafür wenig Verständnis. Und ganz ehrlich: Ich kann es ihnen nicht verübeln.
Das Top-Thema, während dem ich im Urlaub war
Diablo 4 ist für GameStar eins der wichtigsten Spiele des Jahres. Millionen Menschen warten darauf. Sie wollen Neuigkeiten zum Spiel lesen, über die Geheimnisse der Beta informiert werden, es gibt ein gigantisches Bedürfnis nach Tipps, News und Experteneinschätzungen.
Daher kam vor der Beta die klare Ansage aus der Chefredaktion: »Leute, spielt wenn irgend möglich die Diablo-Beta!« Es ist ja auch irgendwie logisch: Um unseren Leserinnen und Lesern zu helfen, sie zu beraten und wichtige Nachrichten aus dem Diablo-4-Kosmos einzuordnen, müssen wir schließlich möglichst viel Ahnung von dem Spiel haben, über das wir schreiben.
Meine prinzipielle Beta-Abneigung war hier natürlich eher hinderlich - aber Gott sei Dank kam mir meine Hochzeitsreise zu Hilfe. Denn für das erste Beta-Wochenende während der geschlossenen Vorbesteller-Phase weilte ich zufälligerweise noch auf einer tropischen Insel.
Da ich bei weitem nicht so einen eisernen Willen besitze wie der ebenfalls im Urlaub weilende Maurice Weber, habe ich mich dort eben nicht ins Internet-Café gesetzt und Diablo 4 live auf Twitch gestreamt. Stattdessen habe ich mir einen Cocktail mit Schirmchen bestellt und bin in den Whirlpool geglitten.
Bei der Open Beta konnte ich dann zumindest mit halbwegs gutem Gewissen schwänzen; die fleißigen Kollegen hatten zu dem Zeitpunkt glücklicherweise schon längst eine Spitzenberichterstattung zum Spiel auf die Beine gestellt.
Die ist auch ein Grund dafür, warum ich zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr selbst spielen musste: Denn meine offenen Fragen zu Diablo 4 waren alle geklärt. Auch wegen solch informativer Podcasts und Talks wie diesem hier:
Link zum Podcast-Inhalt
Top informiert, auch ohne Beta
Ich weiß jetzt mehr zur Klassenbalance (noch verbesserungswürdig), dem Respec-Feature und der Open World (eher überflüssig). Die Tech-Redaktion hat mich über die Performance von Diablo 4 informiert, da brauche ich mir also auch keine Sorgen zu machen.
Zudem bin ich, was den technischen Zustand und die Server angeht, einigermaßen guter Dinge: Ja, es gab anfangs Warteschlangen, aber so ein tageslanges Hin und Her um Error 37 wie bei Diablo 3 scheint aktuell eher unwahrscheinlich, dafür konnten während der Beta nach anfänglichem Schluckauf die meisten Spieler dann doch recht zügig loslegen.
Dank Saschas Plus-Kolumne kenne ich zudem schon viele Kritikpunkte, was bei Diablo 4 aus seiner Perspektive alles schief läuft! Und ich habe sogar schon den ersten Weltenboss in Aktion gesehen:
16:43
Diablo 4: Wir besiegen Weltboss Ashava und ernten eine massive Loot-Explosion
Also ja, ich konnte mir einen exzellenten Eindruck von Diablo 4 verschaffen, ohne es selbst zu spielen müssen. Das reicht mir für meine private Kaufberatung völlig aus.
Natürlich erwartet ihr zu Recht, dass wir uns in der Redaktion genauer mit Spielen beschäftigen und dabei auch mal die ein oder andere persönliche Unannehmlichkeit in Kauf nehmen.
Klage gegen Activision Blizzard
Activision Blizzard sieht sich aktuell einer Klage wegen Sexismus und ungleicher Behandlung von weiblichen Mitarbeitern ausgesetzt. Falls die Missstände für eure Kaufentscheidung eine Rolle spielen, haben wir für euch alle Infos zur Sexismus-Klage in einem ausführlichen Artikel zusammengefasst. Unsere Haltung und Konsequenzen zu den Vorgängen könnt ihr in einem Leitartikel zum Blizzard-Skandal von GameStar-Chefredakteur Heiko Klinge nachlesen.
Glaubt mir: Ich habe schon mehr als genug Wochenenden für meinen Beruf geopfert oder verbuggte Vorabversionen gespielt. Das macht mir normalerweise auch nichts aus.
Aber wenn ich dann die Chance habe, mich wie bei Diablo 4 ganz altmodisch auf einen Spiele-Release zu freuen, ohne mir zuvor durch die Erfordernisse meines Berufs Teile des Erlebnisses zu spoilern, dann genieße ich das. Und hoffe darauf, dass mein Chef diesen Artikel niemals lesen wird. Ihr haltet doch dicht, oder?
Was denkt ihr? Könnt ihr meine Abneigung, die Beta zu spielen, nachvollziehen? Reichen euch bei euren persönlichen Kaufentscheidungen Erfahrungen aus zweiter Hand oder wollt ihr wann immer möglich vorab in ein Spiel reinspielen? Schreibt mir eure Meinung in den Kommentaren und diskutiert mit!

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