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Diablo 4: Ich weiß jetzt schon, dass die erste Season mir mein Herz brechen wird

Meinung: Sobald im Juli die erste Season startet, muss ich Lebewohl zu meiner Jägerin sagen, denn Battle Pass und Season-Inhalte gibt es für sie nicht.

Mit welcher Klasse geht es in die erste Season? Diese Frage muss ich bis Ende Juli beantworten. Mit welcher Klasse geht es in die erste Season? Diese Frage muss ich bis Ende Juli beantworten.

Es erklingen aktuell enttäuschte Stimmen aus der Diablo 4-Community. Vor einigen Tagen kündigte Franchise Manager Rod Fergusson auf Twitter nämlich an, dass für saisonale Quests, Mechaniken, die Saisonreise und den Battle Pass auf jeden Fall ein neuer Charakter erstellt werden muss.

Eigentlich keine neue Information, aber zumindest eine, die jetzt erst so richtig Fahrt aufgenommen hat. Und eine Information, die mich persönlich jetzt nachdenklicher stimmt, als ursprünglich gedacht. Denn ich verstehe sehr geht gut, woher Blizzard hier kommt. Immerhin gehört es traditionell zu Diablo, eine neue Saison mit einem frischen Charakter loszulegen. Unter anderem auch, damit beim Kampf um die Rangliste alle die gleiche Strecke zurücklegen müssen.

Die Frage ist aber weniger, ob das zu Diablo gehört und viel mehr, ob es Diablo heute noch unbedingt braucht.

Fabiano Uslenghi
Fabiano Uslenghi

Fabiano liebt Diablo in allererster Linie für die düstere Atmosphäre und für die Möglichkeit, seinem Charakter den eigenen Stempel aufzudrücken. Und das, obwohl er eigentlich mit Diablo 3 erst zur Serie gefunden hat. Verliebt hat er sich in die Reihe jedoch mit den beiden Vorgängern. Vor allem der erste Teil hat einen spürbaren Eindruck hinterlassen.

Diablo will sich weiterentwickeln

Diablo 4 besinnt sich in vielen Bereichen auf frühere Stärken, will aber auch die Serie voranbringen. Deshalb haben wir hier ein Spiel, das einerseits die düstere Stimmung der ersten beiden Teile wieder zelebriert, andererseits aber auch zum ersten Mal eine nicht nur offene, sondern auch geteilte Welt auftischt. Diablo 4 nähert sich in vielen Bereich dem MMO-Format an, ohne die Grenze komplett zu übersteigen.

Video starten 1:48:55 Wie Echtgeldshop und MMO Diablo 4 schaden

In der Praxis schadet dem über weite Strecken grandiosen Action-Rollenspiel diese Zwischenexistenz nicht wirklich, meist nur dann, wenn man bestimmte Vorteile davon erwartet. Einzelspieler wollen lieber niemanden sonst rumhüpfen sehen, MMO-Freunde wundern sich, wieso Diablo 4 derart unterentwickelte Systeme für die Gruppenfindung mitbringt.

Bei der Frage nach den Seasons stellt sich Blizzard nun selbst ein Bein. Denn einerseits soll Diablo 4 nicht wie etwa Diablo Immortal derart seine Existenz als MMO annehmen, dass man hauptsächlich einen einzigen Charakter bis ans Ende aller Tage spielt. Andererseits legt die offene Struktur der Welt gerade dieses Bedürfnis sehr nahe.

Ich hänge an meiner Jägerin

Ich bin niemand, der versucht in Rekordzeit Level 100 zu erreichen. Ich lasse mir beim Spielen gerne Zeit, lese die Quest-Dialoge aufmerksam, schaue gebannt die Story-Sequenzen und verbringe mehrere Minuten mit dem Planen meiner Items, meiner Skills und auch meines Aussehens. Diablo 4 lädt mich zum Entdecken ein und ich durchstreife gerne die wundervoll düstere Open World, entdecke neue Quests, geheime Bosse oder einen Dungeon, mit genau dem richtigen Aspekt für meinen Build.

Und genau deshalb bin ich noch weit von Level 100 entfernt. Ich muss noch einen großen Berg erklimmen, und habe das eigentlich auch vor. Weil ich gerne mit meiner verdienten Jägerin spiele, die auf ihrer Jagd nach Lilith so viel durchstehen musste. Derart verbunden habe ich mich noch nie mit einem Diablo-Charakter gefühlt.

Meine Jägerin bereitet sich jetzt erst darauf vor, richtig ins Endgame einzusteigen. Bis Level 100 krieg ich sie vor Season 1 wahrscheinlich nicht. Meine Jägerin bereitet sich jetzt erst darauf vor, richtig ins Endgame einzusteigen. Bis Level 100 krieg ich sie vor Season 1 wahrscheinlich nicht.

Ich glaube aber auch, dass das Standard-Endgame von Diablo 4 mich nicht bis Level 100 motiviert. Irgendwann sind alle Nebenaufgaben vorbei und dann werden Flüsterbaum und Alptraum-Dungeons gegrindet. Das wird mir irgendwann zu monoton.

Gerade deshalb würde sich eine neue Season mit neuen Quests, neuen Herausforderungen und einer thematischen Anpassung doch super dafür eignen, die Reise bis Level 100 fortzusetzen.

Nur darf ich das nicht. Weil es ein Diablo ist, soll ich einen neuen Charakter erstellen. Doch meine Jägerin zurückzulassen, bricht mir jetzt schon das Herz. Kollege Peter ging es ähnlich, dessen Charakter nach der Test-Phase von Diablo 4 sogar komplett gelöscht wurde.

Warum der Zwang?

Mir ist bewusst, dass es für dieses Vorgehen sicher viele Gründe gibt. Womöglich, damit es keine unfairen Vorteile für künftige saisonalen Ranglisten-Helden gibt. Allerdings kommt dieser erzwungene kompetitive Aspekt auch nur daher, dass in Diablo 4 jeder Charakter auch immer Teil der geteilten Welt ist.

Würde ich für mich selbst in meiner eigenen Welt spielen, kann sich niemand über mein mühsam verdientes Gear beschweren. Ich würde einfach ganz in Ruhe und allein die neuen Season-Aufgaben abgrasen und mich nicht darum scheren, ob es irgendwann mal eine Rangliste gibt.

Battle Pass und Season sind in Diablo 4 eng miteinander verbunden. Deshalb kann ich ohne Season Charakter auch den Pass nicht grinden. Battle Pass und Season sind in Diablo 4 eng miteinander verbunden. Deshalb kann ich ohne Season Charakter auch den Pass nicht grinden.

Blizzard muss mich eigentlich auch nicht zum Neuanfangen zwingen! Ich erstelle mir tatsächlich gerne neue Helden in Diablo, weil ich auch die anderen Klassen-Fantasien erleben möchte. Weil Blizzard jede davon auch so gut designt hat, dass ich von alleine Lust auf einen neuen Charakter bekomme. Ein Zwang ist hier nicht nötig.

So bleibt mir aber dann doch nichts anderes übrig, als meine Jägerin früher als geplant in den Ruhestand zu schicken. Was mich nicht nur enttäuscht, sondern gemessen an Diablos Entwicklung auch einfach nicht mehr Zeitgemäß anfühlt.

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