Korruption, verdorbene Herzen und alles in allem ausbreitende Düsternis. Natürlich macht Season 1 die brutale Welt von Diablo 4 nicht plötzlich lebenswerter. Im Gegenteil! Es wird alles noch viel, viel schlimmer. Was aber zumindest auch bedeutet, dass meine Helden sich gänzlich neuen Herausforderungen stellen können.
Allerdings freuen sich nicht alle Spielerinnen und Spieler derzeit über die aufkommende Verderbnis während der frisch enthüllten Saison der Boshaftigkeit. Es weht eher der Wind der enttäuschten Erwartungen, denn viele Diablo 4-Veteranen erkennen noch nicht, inwiefern die Inhalte der neuen Saison dazu beitragen, das nach hunderten Stunden so langsam schal werdende Konzept gehörig aufzupeppen.
Und damit haben diese Leute sogar recht. Ich halte es nur für genauso wichtig, nicht zu vergessen, dass Diablo 4 und Season 1 damit nicht gestorben sind. Denn diese Saison kann für einige Leute trotzdem noch die Kohlen aus dem Höllenfeuer holen. Für Leute wie mich etwa.
Die größten Probleme von Diablo 4
Ich verstehe die Frustration vieler Hardcore-Fans nach der Ankündigung von Season 1 sehr gut. Hier ruhten die Hoffnungen all jener, die sich von Diablo 4 ein niemals endendes Grind-Fest versprechen und eine Motivations-Spirale, die sie die nächsten 10 Jahre noch zum Weiterspielen bringt. Allerdings zeigen sich etwa einen Monat nach dem Release bei vielen dieser Fans bereits herbe Abnutzungserscheinungen.
Ein zäher Endgame-Grind trifft auf die immer zu gleichen Aktivitäten. Alptraum Dungeon, nach Alptraum Dungeon, mit ein wenig Höllenflut dazwischen. Dazu noch Frustration bei den Items, von denen tief im Endgame immer weniger wirklich brauchbare Varianten droppen und wer auf ein Uber Unique hofft, kann genauso gut auch in Vegas nach Millionen fahnden.
Habt ihr derzeit die genannten Schmerzen, dann bringt Season 1 wirklich wenig rosige Aussichten. Die bietet nämlich vor allem sogenannte boshafte Monster, wobei es sich um stärkere, weil verseuchte Varianten bereits existenter Monster handelt. Die dadurch gefarmten Herzen sollen dann beim Experimentieren mit neuen Builds helfen. Einzige wirklich neue Endgame-Aktivität sind die verseuchten Tunnel inklusive neuem Boss, die zumindest erstmal nach Dungeons klingen und über die ansonsten noch nicht viel bekannt ist. Blizzard bezeichnet sie aber zumindest als enorm wiederspielbar
.
Hinzukommen noch weniger allgemeine Neuerungen, obwohl schon jetzt die Rufe nach mehr Platz für Items oder gar einem fünften Schwierigkeitsgrad immer lauter werden.
Kein spannendes Endgame? Kein Problem!
All diese Kritik an Diablo 4 und der neuen Season hat ihre Berechtigung. Ich befinde mich aber derzeit in einer Phase und gehöre einem Spielertypen an, für den diese Season wie gemacht erscheint. Denn wirklich viel gebe ich offen gesagt auf den Endgame-Grind nicht. Reines Aufsteigen und Item-Farming motiviert mich in keiner Form lange genug, als dass ich dafür andere Spiele zugunsten von Diablo 4 liegen lassen würde.
Wenn Diablo anfängt mich anzuöden, höre ich gerne auf und komme zurück, wenn es wieder was Neues zu entdecken gibt. Ich muss nicht Level 100 sein, um mit dem Spiel abzuschließen. Ich habe ja die Story schon erlebt und weiß jetzt, wie die Geschichte rund um Lilith oder Lorath zu Ende geht. Zweifelsfrei probiere ich sehr die Endgame-Mechaniken aus, aber verteufle das Spiel auch nicht, wenn dann doch der Spaß irgendwann flöten geht. Ich habe ja schon über 30 Stunden lang gespielt und mich keinen Augenblick gelangweilt.
Diablo fängt erst nach der Story richtig an!
So sagen einige - was ich in seiner Entschiedenheit schon immer für eine etwas engstirnige Aussage hielt. Diablo ist weitaus mehr als sein Endgame.
Genau was ich brauche
Season 1 bringt jetzt genau die Neuerungen mit sich, die jemand wie ich für eine Rückkehr braucht. Denn es winkt mit einer neuen Quest-Reihe, die ich mir nur zu gerne ansehen will. Selbst wenn das der Season-Inhalt ist, der mir noch die größten Rätsel aufgibt: Wie umfangreich und tief wird diese Quest sein? Ist sie ein stumpfes Story-Vehikel, das mir lediglich die neue Season-Mechanik näher bringt, oder erlebe ich ein richtiges, kleines Abenteuer?
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Diablo 4: Season 1 verrät im Trailer, wann es losgeht
Falls zweiteres, dann hat sich für mich die Season schon mehr als gelohnt. Dann komme ich gerne wieder und verbringe weitere Stunden in Sanktuario. Am liebsten eigentlich mit meinem Story-Charakter, doch über den erzwungenen Reset habe ich mich schon zur Genüge woanders aufgeregt.
Immerhin lockt Diablo 4 dank der neuen Season-Mechaniken wenigstens mit einem spannenden Grund, der mich über die unfreiwillige Distanz zu meiner wackeren Jägerin hinwegtröstet. Gerade die verseuchten Herzen, die über besondere Fähigkeiten verfügen und in Items gesockelt werden, sollen immerhin komplett neue Builds ermöglichen.
Und das ist es, was ich mir erhoffe, wenn ich eine neue Reise mit einem neuen Charakter starte. Ich will wieder meinen eigenen Weg durch den Skillbaum dieser Klasse finden und mit gefundenen Items, Aspekten und nun eben auch Herzen experimentieren. Staunen, wenn ich zufällig oder gezielt eine Wechselwirkung entdecke, dank der ein knackiger Dungeonboss plötzlich in wenigen Sekunden in die Knie geht.
Geschichten, Klassen-Fähigkeiten und persönliche Builds - das ist es, was mich an Diablo an meisten motiviert und das ist es auch, was die Season mir aktuell verspricht.
Jetzt seid ihr dran! Was ist eure Meinung zur ersten Season von Diablo 4? Seid ihr wie viele andere bereits jetzt davon genervt, dass Blizzard scheinbar das Endgame nicht weiter aufputscht oder habt ihr noch gar nicht so weit gespielt, um davon betroffen zu sein? Freut ihr euch über das neue Saison-Thema? Schreibt mir in euren Kommentaren, was ihr darüber denkt!

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