Endgame über alles
Der Konkurrenzkampf zwischen PoE und Diablo ist längst ein Duell auf Augenhöhe, viele Hardcore-Spieler aus Diablo-2-Zeiten sind bereits vor Jahren zu Path of Exile weitergezogen. Die Endgame-Pläne der Entwickler nehmen nun genau die Bedürfnisse solcher Menschen ins Visier.
Mit angeblich unendlich vielen Variationen von Gegnern und Maps, Zufallsereignissen, Geheimnissen, speziellen Crafting-Optionen, Dutzenden Bossen und verschiedensten Mechaniken, Aktivitäten und Belohnungen soll das Endgame auf Dauer abwechslungsreich und fordernd bleiben.
Um das zu garantieren, haben die Entwickler extra den Fokus von der Kampagne auf das Spiel ab Level 65 verschoben - Diablo 4 setzte anfangs noch den genau umgedrehten Schwerpunkt, sehr zur Enttäuschung der Min-Max-Spieler.
Path of Exile 2 startet dagegen nur mit der Hälfte der späteren Story-Akte, Spieler müssen die Inhalte der Beta ein zweites Mal auf einem höheren Schwierigkeitsgrad durchspielen. Das ist ein klares Signal in Richtung Endgame-Profis. In der Vollversion entfällt diese Voraussetzung übrigens.
Gelingt der Coup?
Aktuell kann ich mir nicht vorstellen, wie sich Diablo 4 gegen das Arsenal an schweren Kalibern wehren könnte, das Path of Exile 2 beim Endgame auffährt. Season 6 und Vessel of Hatred haben das Gameplay und den Loot zwar so weit verfeinert, dass inzwischen selbst einstige Kritiker viel Lob dafür finden. Aber grobe Fehler im Balancing und fehlende Alternativen zu den 200er-Bossen sorgen immer noch dafür, dass das Endgame irgendwann schal wird.
Bereits Last Epoch hat sich Anfang des Jahres 2024 ein großes Stück vom Diablo-Kuchen abgeschnitten, der Spielerrekord liegt hier mit 264.000 Personen gleichzeitig auf Steam sogar noch höher als bei Path of Exile.
Diablo 4 schien für eine Weile heftig zu schwanken, am Ende stabilisierte sich Blizzards Loot-Hatz aber wieder, auch weil die Server von Last Epoch nicht dem großen Ansturm gewappnet waren. Ob es nach dem ersten Hype um Path of Exile 2 ähnlich aussehen wird?
Oder schafft es das Action-Rollenspiel, endlich auch die breite Masse der Casual-Spieler für sich zu begeistern, die wegen schicker Präsentation und einfacher Spielbarkeit bisher mehrheitlich bei Diablo hängenblieben? Droht Diablo 4 tatsächlich der große Spielerschwund?
Entwickler Grinding Gear Games will sich dazu wohlweislich nicht äußern. Aber die Neuseeländer wissen um die Qualitäten ihres Spiels, die sich unter anderem in unendlicher Charaktervielfalt und riesigen Talentbäumen bemerkbar machen: »Das hier ist Path of Exile. Es gibt immer noch einen weiteren Baum.«
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