Distant Kingdoms: Siedler- & Anno-Fans müssen dieses Spiel im Auge behalten

Ausgerechnet ein kleines Entwicklerstudio aus Schottland traut sich etwas zu machen, das es in dieser Form noch nicht gab: Distant Kingdoms wird ein Fantasy-Aufbauspiel.

von Fabiano Uslenghi,
11.06.2020 16:00 Uhr

Genre: Aufbau-Strategie | Entwickler: Orthrus Studios | Plattform: PC | Release: Q4 2020

Das Spielejahr 2020 ist für Aufbaustrategen noch ein wenig abwechslungsreicher geworden. Denn wir haben für euch Distant Kingdoms entdeckt. Dahinter steht zwar mit 10 Mitarbeitern nur ein verhältnismäßig kleines Studio aus Dundee in Schottland, doch Distant Kingdoms verspricht trotzdem mindestens die Qualität eines Double-A-Strategiespiels.

Tatsächlich könnte Distant Kingdoms sogar ein Quasi-Anno mit einem ganze besonderem Setting werden. Eines, das bislang von Ubisoft noch nie entwickelt wurde, sich einige Fans aber wünschen: Distant Kingdoms wird als erstes richtiges Aufbauspiel nämlich in einer klassischen Fantasywelt spielen. Was das genau bedeutet und wie sehr Distant Kingdoms an Anno erinnert, erfahrt ihr hier.

Wir konnten außerdem als erstes Magazin weltweit mit dem Creative Director hinter Distant Kingdoms sprechen, der uns noch viel mehr Informationen zum neuen Aufbauspiel verraten hat und wie es genau funktioniert. In unserer großen Plus-Preview haben wir wirklich jedes wissenswertes Detail umfangreich für euch aufbereitet:

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Was macht Distant Kingdoms besonders?

Distant Kingdoms spielt in einer Welt namens Ineron. Ein ganz und gar fiktiver Kontinent also, womit Distant Kingdoms das erste richtige Aufbauspiel in einer Fantasywelt wäre. Diese Kombination gab es bislang nämlich nur auf dem Mobile-Markt, wo sich Titel wie Elvenar herumtreiben. Klar könnte man jetzt anmerken, dass ja auch Die Siedler im Prinzip in einer fiktiven Welt spielt.

Im Gegensatz zu Die Siedler gehen die Entwickler von Distant Kingdoms aber wirklich die Extrameile. Ineron ist nämlich nicht nur eine alternatives Mittelalter der Erde, sondern eine ganz klassische Fantasywelt, in der Magie eine sehr reale Kraft ist und sich neben Menschen auch Zwerge, Elfen und Orks tummeln.

Stellt euch also einfach mal vor, ihr wärt der Bürgermeister eurer liebsten Rollenspiel-Hauptstadt. Wenn ihr mal selbst ein Novigrad wie in The Witcher 3 oder ein Tristram wie in Diablo hochziehen wollt, dann habt ihr in Distant Kingdoms die Gelegenheit dazu. Konsequenterweise können euch dann genau die Heldengruppen über den Weg laufen, die ihr sonst immer selbst verkörpert. Es gibt nämlich auch Bedrohungen wie Drachen oder Kobolde, denen nur wahre Helden Einhalt gebieten und die wir kurzerhand selbst anwerben.

Für wen ist Distant Kingdoms interessant?

Gemessen an den Screenshots, erinnert Distant Kingdoms an Die Siedler. Und wer solche Aufbauspiele mag, der könnte auch mit Distant Kingdoms zufrieden werden. Allerdings täuscht der Eindruck ein wenig. Distant Kingdoms wurde bei der Entwicklung nämlich sehr viel stärker von der Anno-Serie beeinflusst. Insbesondere von Anno 1404, dem unserer Meinung nach bislang besten Aufbauspiel überhaupt:

Die 10 besten Aufbauspiele aller Zeiten - Gebaut für die Ewigkeit 7:24 Die 10 besten Aufbauspiele aller Zeiten - Gebaut für die Ewigkeit

Deshalb gibt es auch hier unterschiedliche Bevölkerungsschichten, allerdings in zwei Ausführungen. Die offensichtliche sind die vier Rassen. Denn eure Stadt wird von Menschen, Zwergen, Elfen und Orks bewohnt. Diese Rassen unterteilen sich dann aber nochmal in Schichten wie Bauern und Adelige. Jede Schicht und Rasse hat andere Bedürfnisse.

Eventuell könnte Distant Kingdoms aber auch für Rollenspiel-Fans interessant werden. Um verborgene Gebiete zu erkunden, müssen wir die Helden nämlich ausschicken und Abenteuer erleben. Diese Heldengruppen wurden von klassische Pen-&-Paper-Rollenspielen wie Dungeons & Dragons inspiriert, erinnern damit aber auch an digitale Rollenspiele wie Baldur's Gate.

Was gefällt uns bisher? Was gefällt uns nicht?

Distant Kingdoms klingt zumindest schon mal nach einer interessanten Anno-Alternative und die Reihe gehört zum besten, was Aufbauspiele je hervorgebracht haben. Allerdings bedeutet das nicht zwangsweise, dass die schottischen Entwickler das Erfolgsrezept auch kopieren können. Bislang klingt die Vision der Entwickler trotzdem sehr vielversprechend.

Stärken von Distant Kingdoms

  • Ein Ressourcen-getriebenes Wirtschaftssystem wie bei Anno.
  • Vier verschiedene Fantasy-Rassen sorgen für die notwendige Abwechslung.
  • Spannende Verknüpfung mit Elementen aus Rollenspielen.
  • Trotz wenig Budget versprechen die Screenshots ein grafisch ansprechendes Aufbauspiel.
  • Distant Kingdoms wurde so entwickelt, das es leicht modifiziert werden kann. So könnte die Community auch lange nach Release noch für kreative Inhalte sorgen.

Videos gibt es zu Distant Kingdom bislang noch nicht, allerdings haben wir von den Entwicklern viele und teils exklusive Screenshots erhalten, die euch zumindest schon mal einen ersten Eindruck liefern:

Distant Kingdoms - Screenshots ansehen

Schwächen von Distant Kingdoms

  • Noch ist überhaupt nicht bekannt, wie sich das letztendlich spielt. Und immerhin soll der Titel bereits in sechs Monaten erscheinen. Ein wenig Grundskepsis ist also definitiv angebracht.
  • Die Entwickler sind noch sehr jung und das Studio ist klein, vielleicht wird Distant Kingdoms deshalb ein wenig unrund.
  • Auf den Screenshots scheint es noch sehr wenig Abwechslung zwischen den Gebäuden zu geben.

Vielleicht gibt es ja einen sehr guten Grund dafür, warum noch nicht viele Aufbauspiele sich an ein Fantasy-Setting gewagt haben. Doch nachdem Spiele wie Endzone und Surviving the Aftermath gezeigt haben, dass Aufbau sogar in der Postapokalypse Spaß machen kann, stimmt dieser erneute Genrewechsel optimistisch. Wenn wirklich alles klappt, könnte Distant Kingdoms in der zweiten Jahreshälfte sogar der größte Konkurrent für Die Siedler werden.

Potenzial | Sehr gut

Fabiano Uslenghi
@StillAdrony

Distant Kingdoms hat die Gelegenheit zu beweisen, wie gut Aufbaustrategie und Fantasy zusammenpassen. Bislang müssen wir uns allerdings auf die Aussagen der Entwickler verlassen. Anno ist eine großartige Inspiration und falls sie es schaffen, das Konzept auch nur annähernd zu kopieren, wäre das bereits ein fulminanter Erfolg. Die Betonung liegt allerdings auf dem "FALLS". Denn hinter Distant Kingdoms steht nun mal kein Ubisoft. Auf der anderen Seite hat gerade die Aufbaustrategie schon oft gezeigt, dass ein tolles Ergebnis nicht zwangsläufig von der Teamgröße abhängt. Banished wurde schließlich seinerzeit auch nur von einer Person entwickelt.

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