Wie The Elder Scrolls Online mir meine schlechten Rollenspiel-Gewohnheiten austreibt

ESO ist eigentlich ein MMO, bietet für Elena aber ausgerechnet deshalb eine bessere Singleplayer-Erfahrung als so manches Rollenspiel. Denn sie muss immer mit ihren Entscheidungen leben.

von Elena Schulz,
14.04.2020 16:18 Uhr

ESO profitiert als Rollenspiel für Elena davon, dass es nur online spielbar ist. ESO profitiert als Rollenspiel für Elena davon, dass es nur online spielbar ist.

Ich habe Ostern dieses Jahr zusammen mit meinem Huhn in ESO gefeiert und es war großartig! Was, wie, Huhn? Meinen neuen treuen Gefährten (Namensvorschläge bitte in die Kommentare!) gab es als Feiertagsspecial im MMORPG, das man aktuell kostenlos ausprobieren kann. Da habe ich nicht lange gezögert und mich einfach mal samt Hühnchen ins Online-Rollenspiel gestürzt.

Obwohl ich eigentlich eine knallharte Singleplayer-Verfechterin bei RPGs bin, hat mich ESO überraschend schnell in seinen Bann gezogen. Und das kurioserweise wegen einer MMO-Eigenheit: Ich muss stets mit meinen Entscheidungen leben.

Wie man ESO auch anders und fast wie ein echtes Skyrim-Sequel spielen kann, zeigt euch mein Kollege Sascha im großen Singleplayer-Guide zu The Elder Scrolls Online:

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Einbrechen will gelernt sein

In The Elder Scrolls Online gibt's weder speichern noch neu laden. Weil ESO auf einem Server stattfindet, ist logischerweise jede meiner Aktionen sofort in Stein gemeißelt. So unterbindet The Elder Scrolls Online eine schlechte (aber vielen Rollenspielern wohl nur allzu bekannte) Angewohnheit: das Dauerhämmern auf die Schnellspeichertaste. Es ist einfach zu verführerisch, bei harten Entscheidungen noch eine Hintertür offen zu haben.

Ich habe aus Versehen einen Kampf angezettelt oder einen Verbündeten vergrault? Macht nichts, der letzte Speicherstand löst das Problem. Oder ich probiere nacheinander alle möglichen Dialogverläufe aus und wähle dann einfach den mit dem für mich besten Resultat. In ESO geht das nicht.


Die Autorin:
Elena spielt schon lange begeistert Rollenspiele, MMOs wie ESO sind aber Neuland für sie. Da sich The Elder Scrolls Online auch für Solo-Spieler lohnen soll, gab sie der Onlinewelt Tamriel aber mal eine Chance und wurde nicht enttäuscht. Gerade lässt sie sich durch die exotischen Morrowind-Pilzlandschaften von Vvardenfell treiben und freut sich schon darauf in Greymoor nach Himmelsrand aufzubrechen. Dem Addon haben wir übrigens auch schon eine Preview gewidmet.

Als meine chaotische Kriegerin mit ihrem gefiederten Begleiter ein Dorf infiltrieren sollte, ging das zum Beispiel gehörig schief: Ich wurde entdeckt und musste mich plötzlich gegen eine Horde wütender Angreifer verteidigen. Dabei sollte ich doch niemanden töten! Mir blieb nichts anderes übrig als zu kämpfen, was dann wieder den Anführer des Dorfes an meinen eigentlich ehrenhaften Absichten zweifeln ließ.

In einer anderen Mission sollte ich dann zu Unrecht verurteilten und in die Sklaverei verkauften Reisenden helfen. Also durchforstete ich die Villen der Schuldigen nach belastenden Beweisen. Oder ich versuchte es zumindest, denn das gesuchte Objekt versteckte sich hinter einer verschlossenen Tür. Eigentlich ist so ein Schloss schnell geknackt. Brechen ständig die Dietriche ab, weil man unter Zeitdruck nicht arbeiten kann, wird das aber leicht zu einem fast unüberwindbaren Hindernis. Plötzlich sind die Dietriche aus und ich muss, naja, irgendwo neue herbekommen.

Wie geht es eigentlich mit ESO weiter wenn The Elder Scrolls 6 erscheint? Unser Video liefert Antworten:

ESO und The Elder Scrolls 6: Wie passt das zusammen? - Interview mit Matt Firor PLUS 12:55 ESO und The Elder Scrolls 6: Wie passt das zusammen? - Interview mit Matt Firor

Konsequent sein macht manchmal mehr Spaß

Das klingt furchtbar lästig und so kam es mir im ersten Augenblick auch vor. Genervt zog ich los in die nächste Stadt, um dort einen Händler ausfindig zu machen. Unterwegs ließ ich mir das Ganze aber noch einmal durch den Kopf gehen. Ist das nicht eigentlich ziemlich cool? Als echter Einbrecher wäre ich schließlich auch aufgeschmissen gewesen. Außerdem erzeugte das sonst belanglose Minispiel so deutlich mehr Spannung als mit der Neulade-Taktik. Und nervig wäre es damit ebenfalls geworden.

Rollenspiele leben auch von ihrer Entscheidungsfreiheit. Sie erlauben mir, mit meinem Handeln Einfluss auf Spielwelt, Geschichte und Figuren zu nehmen, womit ich dann im Nachgang auch leben muss. Lade ich neu, schummle ich ja irgendwie ein bisschen. Und ja, ich weiß, ich kann auch bei The Witcher 3 und Co. einfach darauf verzichten. Aber ich mag die Möglichkeit ja grundsätzlich und möchte auch mein perfektes Rollenspiel-Erlebnis voller Wunsch-Entscheidungen nicht missen. Aber es ist erfrischend, dass ich in ESO mal gezwungen bin, es anders zu machen.

Habt ihr auch Lust bekommen, ESO mal allein auszuprobieren? Im Singleplayer-Test bei GameStar Plus erfahrt ihr, was in ESO für Solo-Spieler aktuell alles drinsteckt. Wollt ihr noch mehr aus der Einzelspieler-Erfahrung herausholen, hilft zudem unser Singleplayer-Guide für The Elder Scrolls Online.

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