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Seite 3: Elex - Echte Evolution oder doch »nur« Gothic?

Berserker-Sightseeing

Das lohnt sich allein schon deshalb, weil die Spielwelt logischerweise ein weiterer großer Schritt weg von den Gothic-Wurzeln ist. Oder zumindest müsste das auf dem Papier der Fall sein, schließlich bringen futuristische Waffen den Entwicklern bei ihrem großen Vorhaben einer postapokalyptischen Science-Fantasy-Welt wenig, wenn die Open World am Ende doch nur aussieht wie das Minental oder Khorinis. Hier mag Abessa nicht unbedingt die beste Kulisse für die Anspiel-Demo sein, denn die grünen Wälder erinnern am ehesten an frühere Piranha-Bytes-Spiele. Das merken wir beim Rundflug über den Rest der Karte, denn da warten die großen Abweichungen. Eins vorneweg: Elex bleibt dabei erdnah - Spieler dürfen keine wilden Naturexperimente wie in No Man's Sky erwarten oder überlebensgroße Pilz- und Anemonenbäume wie in Star Wars' Felucia. Was wir bisher gesehen haben, entspricht den Biom-Klassikern unserer eigenen Welt: Wüsten, zerklüftete Vulkangebiete, Schneelandschaften, Küstenstriche. Mit einem großen Aber.

Elex - 17 Minuten Pre-Alpha-Gameplay von der Gamescom 16:49 Elex - 17 Minuten Pre-Alpha-Gameplay von der Gamescom

Man merkt dem Spiel an, dass Piranha Bytes aus Gothic 3 gelernt haben. Hinter jedem waldigen Hügel verbirgt sich irgendein Hotspot, der einzigartig aussieht und Neugierde weckt. Zum Beispiel ein gigantisches Mana-Herz der Berserkerfraktion, das mitten im Wald Wurzeln schlägt. Am besten stellt man sich darunter tatsächlich ein gigantisches, orangenes menschliches Herz vor (etwa so groß wie ein Mc-Donald's-Restaurant) mit schweren Adern und Venen, die quer durch den Wald verlaufen. Und wo wir bei Berserkern sind: Das Hauptquartier dieser mittelalterlichen Gilde ist ein verwittertes Sightseeing-Hotel, umsäumt von kleinen Holzhütten, weil die Bewohner der Elex-Welt längst vergessen haben, wofür dieser Palast in früheren Zeiten mal gut war.

Eine tolle Idee. Hinter der nächsten Ecke durchwandern wir einen blutroten Wald, besuchen einen alten Flughafen, entdecken einen verfallenen Tanker an der Küste, und über den Baumwipfeln eines Waldes stürzt ein riesiger Strommast allmählich die Klippe hinab. Solche Schauplätze geben der Welt von Elex ihre Kontur - einzigartig durch Kontraste. Das gilt auch und sogar besonders für die extrem coolen Rüstungen, eines unserer Highlights während der Anspiel-Session.

Die Baustellen von Elex

Gut, Rüstungen konnten die Jungs und Mädels von Piranha Bytes schon immer, schließlich können wir heute noch die Feuermagierrobe aus dem Kopf zeichnen, aber das tut dem Ganzen ja keinen Abbruch: Die drei Gilden von Elex unterscheiden sich optisch stark - und allein wegen der Rüstungsdesigns wollen wir uns in ihren jeweiligen Rängen hocharbeiten. Die Kleriker gehören mit ihrem düsteren Darth-Vader-Look klar zu unseren Favoriten. Sie kombinieren graue neoprenartige Schutzwesten mit Kunststoffrüstungsteilen und rot leuchtenden Stahlhelmen. High-Tech-Preußen, könnte man sagen. Die Outlaws erinnert mit ihren Mänteln, Fliegerhelmen, Cargohosen und Reißverschlüssen hingegen eher an Fallout-Banditen. Ganz klassisch dagegen die Berserker in Schuppenrüstungen und Wikingerhelmen. Alternativ gibt's natürlich auch diverse gildenlose Outfits sowie die super-futuristischen weißen Edelpanzerungen der feindlichen Alb-Fraktion. Diese Rüstungen zeigen wunderbar, dass das Genremix-Konzept atmosphärisch funktionieren kann, wenn genügend Feinschliff reingesteckt wird. Allerdings fehlt genau der in der Pre-Alpha-Fassung des Spiels natürlich noch an diversen Stellen.

Zum Beispiel spielen die Wettereffekte in vielen Gebieten noch nicht mit, was natürlich merklich auf die Atmosphäre drückt. In Abessa sorgen morgendliche Nebelschwaden hingegen bereits jetzt für tolle Lichtstimmungen, wenn die Sonne durch die Blätterdächer bricht. Man darf sich allerdings nichts vormachen: Elex wird kein Grafikbombast in der Liga eines The Witcher 3. Dafür köchelt das Essener Team mit seinen 25 Mitarbeitern einfach auf zu kleiner Flamme. Die Animationen werden ähnlich wie bei Risen 3 zwar ihren Zweck erfüllen, aber niemanden vom Hocker reißen. Die Kämpfe wirken hölzern, machen aber Spaß. Ähnliches gilt für die Gesichter: Gestik und Mimik der NPCs sind derzeit alles andere als final, trotzdem sollte man sich als Spieler darauf einstellen, dass die meisten Emotionen über die Dialoge transportiert werden.

Happy Birthday, Gothic! - Unser Rückblick: Deshalb war Gothic so genial 14:22 Happy Birthday, Gothic! - Unser Rückblick: Deshalb war Gothic so genial

Das schaffen die Sprecher allerdings gewohnt gut. Solche Einsparungen nehmen Serienfans seit Jahren dankend in Kauf, wenn sie dafür ein spielerisch und atmosphärisch einzigartiges Rollenspiel geboten bekommen. Und genau das könnte auch bei Elex wieder der Fall sein: Denn gerade angesichts der begrenzten Mannstärke finden wir es erstaunlich, was für ein riesiges Projekt Piranha Bytes hier bis Frühsommer 2017 an den Start bringen will.

In seinem jetzigen Zustand befindet es sich auf einem guten Weg, die großen Ziele zu verwirklichen. Bei Elex können sich Fans tatsächlich auf eine Evolution einstellen, sie sollten aber keine Revolution erwarten. Einige neue Features finden wir wirklich spannend: Die Erweiterungen des Kampfsystems um Gewehre, Jetpack und Co., die kreativen Möglichkeiten der Science-Fantasy-Landschaft, die innovativen Schauplätze, Mech- und Mutantenmonster, das neue Magiesystem sowie die markanten Fraktionen im Spannungsfeld von Alt und Neu. Allerdings ist Elex durch und durch ein Nachfahre von Gothic - in seinen Stärken, aber auch in den Eigenheiten, die Spieler dulden oder im besten Fall mögen müssen. Das wichtigste Dominosteinchen fehlt allerdings noch in der Kette: die Story. Am Ende werden Quests, Dialoge, Fraktionsmerkmale und die dadurch erschaffene Atmosphäre darüber entscheiden, ob das Experiment Elex gelingt. Denn gerade Letztere war immer die Meisterklasse von Piranha Bytes. Nur wenn wir uns in einer Welt aus Mutantenmonstern, Armut und rivalisierenden Banden als Spieler wohlfühlen, kann es der neue Studio-Meilenstein werden. Keine leichte Aufgabe.

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