Elite: Dangerous - Krebskranker Pilot wird zur Zielscheibe für Trolle, Armada von 600 Schiffen eilt zur Hilfe

Ein todkranker Spieler von Elite: Dangerous möchte den äußeren Rand der Galaxie sehen und wird von hunderten Mitspielern unterstützt. Doch eine Gruppe Trolle möchte dieses Vorhaben offenbar sabotieren.

von Martin Dietrich,
31.01.2018 17:15 Uhr

Viele Spieler von Elite: Dangerous unterstützen momentan die Reise eines schwer kranken Mitspielers. Viele Spieler von Elite: Dangerous unterstützen momentan die Reise eines schwer kranken Mitspielers.

Die Galaxie in Elite: Dangerous bietet viele Mysterien, Sehenswürdigkeiten und kaum erforschte Gebiete. Ein US-Amerikaner mit dem Spielernamen »Commander DoveEnigma13«, der seit mehreren Jahren an Hautkrebs erkrankt ist und den Kampf mit der Krankheit wahrscheinlich bald verlieren wird, möchte vor seinem Tod das Sonnensystem Colonia besuchen. In Elite ist Colonia eines der am weitesten entfernten Systeme im ganzen Spiel und wird deshalb auch gerne als Rand der bekannten Galaxie bezeichnet.

Viele hunderte Spieler unterstützen ihm bei diesem Vorhaben, doch eine Gruppe aus Trollen und Griefern versucht aus welchem Grund auch immer, diese Reise zu sabotieren. Allerdings steht die Community größtenteils geschlossen hinter »DoveEnigma13« und eilt zu Hilfe (Danke an Mein-MMO und Polygon).

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Die Enigma-Expedition mit fast 600 Schiffen

Im Elite-Forum hat sich eine ganze Reihe von Spielern versammelt, die unter dem Namen »The Enigma Expedition« ihre Hilfsbereitschaft bekunden und den krebskranken Mitspieler auf seiner langen Reise begleiten. Mittlerweile sollen sich so schon seit dem 12. Januar über 560 Schiffe der Expedition angeschlossen haben. In wenigen Tagen, am 4. Februar, wollen sie ihr Ziel erreichen.

Entwickler Frontier hat ebenfalls Wind von dem Konvoi und seinem traurigen Hintergrund bekommen. Um die nicht ganz einfache Reise ein wenig erträglicher zu machen, platzierten die Entwickler kurz vor der Ziellinie ein Megaschiff, das sie DoveEnigma tauften. Es soll den ankommenden Schiffen als Tankstelle und Reparaturwerkstatt dienen sowie als symbolische Geste, dass die Spieler den letzten Abschnitt erreicht haben.

Die DoveEnigma ist nicht zwangsläufig notwendig, damit das Vorhaben gelingt, da es noch andere Raumstationen in der Nähe des Colonia-Systems gibt. Trotzdem attackierten einige andere Spieler das Megaschiff und beschädigten es laut einer automatisierten Status-Meldung. Ob nur jemand zufällig über das neue Schiff stolperte und es nichts ahnend angriff, lässt sich nicht zweifelsfrei beweisen, doch können derartige Vehikel und Stationen in Elite: Dangerous nur unter großem Aufwand beschädigt werden.

Megaschiff wird sabotiert...

Bei dem sogenannten »UA-Bombing« dagegen wird eine große Anzahl von Alien-Artefakten an eine Station verkauft. Diese Artefakte legen dann ab einer bestimmten Menge alle Systeme lahm. Somit können selbst riesige Flugkörper wie die DoveEnigma von innen heraus in Mitleidenschaft gezogen werden. Deshalb müssen also einige Spieler über einen langen Zeitraum stapelweise Artefakte zum entlegenen Megaschiff transportiert haben. Zufällig wird das wohl nicht passiert sein, ein Troll-Hintergrund liegt nahe.

Die Community hält trotz eines Sabotage-Aktes zusammen. Die Community hält trotz eines Sabotage-Aktes zusammen.

Solidarität wird aber bei den meisten Spielern zum Glück großgeschrieben. Streamer wie DJTruthsayer flogen Reparaturflüge zur DoveEnigma, bei denen sie das wertvolle Material »Meta Alloys« im Gepäck hatten. Mit genügend Einheiten dieses Materials wächst auch die Chance, dass die Reise doch noch ohne Komplikationen endet.

...und gerettet

Und tatsächlich zeigten die Reparaturversuche Erfolg. Vor kurzem meldete eine weitere Status-Meldung die Rettung der DoveEnigma. Von nun an seien keine Sabotage-Versuche mehr möglich, gab darin ein »Ingenieur der Raumstation« bekannt und bedankte sich bei den vielen hilfsbereiten Piloten. Da haben die Entwickler sicherlich etwas nachgeholfen.

Auf der Forum-Seite der Enigma Expedition können sich weiterhin andere Elite-Spieler der Sache anschließen und ebenfalls ihre helfende Hand anbieten. Ob die mutmaßlichen Trolle für ihr Verhalten von Frontier nachträglich noch bestraft werden, ist bisher nicht bekannt.

Mit der gesamten Aktion möchte der US-Amerikaner »Commander DoveEnigma13« allerdings weniger auf sein eigenes Schicksal, als auf das Thema Hautkrebs aufmerksam machen und hat zusammen mit dem Youtube-Kanal CMDR Plater eine Spendenseite eröffnet. Die Erlöse der Spendenaktion gehen an das St. Jude Children's Research Hospital, das sich auf Kinder mit Krebserkrankungen spezialisiert hat.

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