The Titanfall Guy
Exobornes offizielle Bezeichnung mag »Tactical Open World Extraction Shooter« lauten, aber intern wird das Spiel nur »Exo-Rig Power Fantasy« genannt, wie uns Martin Hultberg und Executive Producer Brynley Gibson grinsend verraten haben.
Denn diese Superanzüge verleihen ihren Besitzern nicht nur übermenschliche, sondern vor allem auch stark das Spiel beeinflussende Kräfte: Der »Kestrel« ist leicht und mobil, bietet aber nur wenig Panzerung. Anders als der dick gepanzerte »Kodiak«, der dadurch aber auch vergleichsweise langsam unterwegs ist. Und der schwer bewaffnete »Viper« ist der perfekte Anzug für die Offensive.
Alle Exo-Rigs haben gewisse Gemeinsamkeiten. So verfügt jeder über zwei unterschiedliche Sprint-Stufen, einen eingebauten Gleitschirm und Greifhaken. Außerdem verhindern sie alle Fallschaden, selbst beim hunderte Meter tiefen Sturz aus dem Startflieger. Weiterhin sehen sie nicht nur sehr anders aus, sondern bieten auch individuelle Perks und ermöglichen sehr unterschiedliche Spielstile.
Sharkwas bitte?
»Als wir uns dazu entschlossen, unser eigenes Entwicklungsstudio zu eröffnen, wollten wir einen typischen Namen wie Irgendwas Games oder Irgendwas Entertainment vermeiden«, erzählt uns Martin Hultberg.
»Wir dachten darüber nach, was cool sei, es floss Bier. Und auf einmal war uns klar: Haie sind cool! Aber wir konnten uns nicht nur Sharks nennen, wir wollten irgendwas Lässiges, das nach einer Skater-Marke klingt. Irgendwann sind wir dann über NPCs auf den Begriff Mobs gekommen, und dann… hmmm… Sharkmob?
Das fanden wir sofort gut, also haben wir den genommen. Im Nachhinein hatten wir dann aber doch einige Zweifel, da einige Leute Mob mit Mobile assoziieren, und wir definitiv nichts mit Mobile-Entwicklungen am Hut haben. Aber dann war's schon zu spät, also sind wir einfach dabei geblieben.«
Sharkmob sitzen im schwedischen Malmö, im Gebäude einer ehemaligen Bank – die Exoborne-Anspielsitzung fand im früheren Tresorraum statt. Mittlerweile arbeiten mehr als 300 Angestellte bei dem Unternehmen, das seit März 2019 eine hundertprozentige Tochter des chinesischen Mediengiganten Tencent ist.
Exoborne ist das zweite Spiel von Sharkmob nach dem 2022 veröffentlichten Free2Play-Titel Vampire: The Masquerade – Bloodhunt. Anders als dieser wird Exoborne aber nicht Free2Play sein, sondern ein Vollpreisspiel, das über Battle Passes und regelmäßige Inhaltserweiterungen ein langes Leben führen soll.
Die Personalisierung der Exo-Rigs ist somit das zentrale Spielelement von Exoborne. Ähnlich wie beim Klassiker Syndicate müsst ihr euch auch hier im Laufe des Spiels eine Sammlung an unterschiedlichen Exo-Rigs für alle möglichen Einsatzgebiete erstellen. Wenn zum Beispiel der Wetterbericht während des Einsatzes Gewitterstürme vorhersagt, solltet ihr vielleicht zum Anzug greifen, dem Blitzeinschläge nichts ausmachen.
Die gemeingefährliche Mutter
Typisch für Extraction Shooter ist auch Exoborne voll auf Teamplay mit menschlichen Kameraden ausgelegt. Es gibt zwar ein Tutorial, das ihr allein absolviert, und es ist per se auch möglich, die Einsätze als Einzelkämpfer in Angriff zu nehmen. Aber das macht auf Dauer schlicht keinen Spaß, da das Spiel in seinem Kern darauf ausgelegt ist, dass ihr zu dritt loslegt. Nicht zuletzt, weil ihr dann auch immer jemanden dabeihabt, der euch wiederbeleben kann, falls ihr niedergeschossen wurdet und keine Energiespender mehr im Rucksack habt.
Das Niedergeschossenwerden passiert übrigens schneller als man denkt, denn die aktuell drei im Spiel enthaltenen Karten (»Maynard«, »Agnesville« und »Sinkhole«) sind nicht nur von anderen Spielern bevölkert, sondern auch von sehr zielsicher agierenden KI-Feinden diverser Fraktionen.
Aber die sind noch nicht mal das größte Problem, mit dem ihr euch herumschlagen dürft, denn das ist Mutter Natur persönlich! Die von der Menschheit verursachte und von Rebirth noch verstärkte Umweltkatastrophe sorgt dafür, dass sich die Schlachtfelder während der Partie dynamisch verändern. Es zahlt sich aus, immer ein offenes Ohr für die Wetterdurchsagen eurer Zentrale zu haben. Denn ihr möchtet definitiv nicht von einem Feuertornado überrascht werden!
Keine Ruhe auf dem Schlachtfeld
Das dynamische Wettersystem von Exoborne sorgt für eine beeindruckende Unberechenbarkeit der Umgebung, die periodisch einsetzenden Naturkatastrophen spielen eine sehr wichtige Rolle. Tornados zum Beispiel ziehen nicht nur eine Schneise der Verwüstung nach sich, sondern tragen einen am Gleitschirm auch sehr weit durch die Gegend. Nicht immer kontrolliert, wohlgemerkt!
Regen prasselt aufs Spielfeld nieder und löscht nicht nur eventuelle Flammen, sondern schränkt auch die Nutzung des Gleitschirms stark ein. Außerdem hört ihr durch das Gehämmer der Tropfen gegnerische Unterhaltungen nicht mehr, wodurch ihr euch schlechter an sie anschleichen könnt. Spontan aufziehender Nebel ist so dicht, dass man ihn einpacken und als Zuckerwatte verkaufen könnte.
Und dann gibt es auch noch Blitze, die jederzeit neben oder auf euch einschlagen können, wilde Stürme, oder die bereits erwähnten Feuer- oder gar Giftwolkentornados. Da wünscht man sich schnell die Ruhe und Beschaulichkeit der Call-of-Duty-Schlachtfelder zurück …
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