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GameStar-Community hat wenig Interesse an Google Stadia

In einer Umfrage wollten wir von euch wissen, ob ihr Google Stadia eine Chance geben wollt. Viele von euch haben sich gegen das Testen des Streaming-Dienstes entschieden und nennen unterschiedliche Gründe.

von Marylin Marx,
21.06.2019 18:07 Uhr

Google Stadia soll als Spiele-Streamingdienst ohne stationäre Konsole auskommen. Google Stadia soll als Spiele-Streamingdienst ohne stationäre Konsole auskommen.

Google geht ab November 2019 mit einem eigenen Streaming-Dienst für Games an den Start. Unter dem Namen »Google Stadia« plant Google ein Streaming-Angebot, mit dem wir auf vielen Endgeräten dieselben Spiele zocken können, ohne selbst die nötige Hardware wie einen starken Spielerechner zu besitzen. Das Abo-Modell teilt sich in ein kostenpflichtiges Pro-Abo und eine Free-Version, die sich vorrangig durch Streaming-Qualität und Gratis-Spiele unterscheiden. Während die Pro-Variante direkt zum Launch verfügbar ist und 9,99 Euro kostet, reicht Google die kostenlose-Version erst 2020 nach.

Wer direkt zum Release mit Google Stadia spielen möchte, benötigt laut Google die 129 Euro teure Founder's Edition. In ihr befindet sich ein Stadia Controller, ein Google Chromecast Ultra, den ihr zum Spielen an TV-Geräten benötigt, sowie Zugangscodes für drei Monate Stadia Pro für euch und einen Freund. Bisher hat Google über 30 Spiele für Stadia angekündigt, wovon beispielsweise Metro: Exodus, Borderlands 3 und Doom Eternal direkt zum Launch spielbar sein werden. Baldur's Gate 3 und Watch Dogs: Legion erscheinen erst nach dem Stadia-Launch.

Google Stadia FAQ

Aktuell raten wir euch dazu, erst weitere Tests und Details zu Stadia abzuwarten, bevor ihr euch die Founder's Edition vorbestellt, da aktuell noch Fragen zu Latenz oder Bildqualität nicht ausreichend geklärt sind. Uns interessiert natürlich trotzdem, ob ihr über einen Kauf von Google Stadia nachdenkt und haben euch in unserer wöchentlichen Umfrage darüber abstimmen lassen.

Insgesamt haben 7167 Leser teilgenommen. Stand: 21.06 14:30 Insgesamt haben 7167 Leser teilgenommen. Stand: 21.06 14:30

Das Ergebnis ist sehr eindeutig: Über die Hälfte aller Teilnehmer haben kein Interesse an Google Stadia uns sehen daher von einem Kauf ab. Lediglich neun Prozent schreckt der Abopreis von rund zehn Euro ab und etwa dreizehn Prozent sind noch unentschlossen. Nur etwas weniger als ein Viertel aller Teilnehmer will Stadia eine Chance geben.

Warum haben GameStar-Leser kein Interesse an Stadia?

Werfen wir einen Blick ins Forum wird relativ schnell klar, dass der Streaming-Dienst sich nicht an Gamer richtet, die viel Zeit und Geld in ihr Hobby investieren. Ähnlich wie Leser Teiler und Son_of_the_Suns haben vermutlich viele von euch einen guten PC Zuhause stehen, auf dem ihr die meisten Games spielt, weswegen euch der Streaming-Dienst wenig Vorteile bietet. Darüber hinaus legen die wenigsten von euch Wert auf mobiles Gaming.

Google Stadia - Die Gaming-Zukunft? (Video)

Motwi nennt außerdem den Problempunkt einer stabilen Internetleitung, die Stadia voraussetzt um in guter Qualität zu funktionieren:

"Ich habe erst vor kurzem in einen PC und Monitor investiert und wenn alles gut geht habe ich für die nächsten drei Jahre Ruhe. Danach ist Stadia vielleicht einen Blick wert. Allerdings hab ich eine Diva als Internetleitung und mag Spiele gerne besitzen und nach Möglichkeit auch offline spielen. Außerdem mag ich Mods. Es sieht im Moment also eher suboptimal für einen Streaming-Dienst aus, zumal der anscheinend auch nicht ganz billig wird."

Leser knusperzwieback stört vor allem das Abo-Modell:

"Ich habe keine Lust auf ein auf Abo und muss nicht überall alles spielen können. Die paar Games, die mich interessieren, kauf ich gezielt weiter wie bisher."

Aktuell gibt es noch wenig Infos, welche Gratis-Spiele Google Stadia im Rahmen seines Bezahl-Abos anbieten wird, einzig Destiny 2 ist zum Launch bestätigt. Der Preis bezieht sich somit vorrangig auf das technische Upgrade von 1080p auf 4K.

E3-Special: So wird die Abo-Offensive das Gaming verändern (Plus-Podcast)

Für wen lohnt sich Stadia und welche Vorteile habe ich?

Wie oben bereits erwähnt, lohnt sich Stadia für euch nicht, wenn ihr einen leistungsstarken PC habt und wenig Wert auf flexibles Gaming legt. Auch die kostenpflichtige Stadia-Variante ist wenig attraktiv, wenn ihr sie nur sporadisch nutzt. Warum ihr aber trotzdem einen Blick auf die Stadia werfen solltet, erklärt Igniatesch:

"Ich werde es auf jeden Fall testen, vielleicht noch dieses, spätestens aber nächstes Jahr. Das es allgemein so negativ aufgenommen wird kann ich überhaupt nicht verstehen:
Du bekommst Hardware gestellt, deren Wert als vergleichbar leistungsfähiger Rechner derzeit im vierstelligen Bereich liegt. Dafür kann man sich enorme Anschaffungskosten sparen und hat wie bei Konsolen weniger technische Fehlerquellen. Und falls der Gürtel mal enger geschnallt werden muss, kann man umsonst in 1080p zocken.
FALLS es gut funktioniert und FALLS Google die Palette zügig und stetig erweitert und irgendwann 90 % aller Spiele auch auf Stadia erscheinen, und sie auch mal die Hardware anpassen, ist das doch eine echte Alternative zum klassischem Zocken auf lokaler Hardware.
Stadia ist natürlich nichts für Hardware-Puristen oder Sammler. Aber Erstere dürften die Minderheit sein, selbst unter den "Vielspielern" und Letztere sollten zumindest mit PC-Gaming sowieso schon Probleme haben mit Steam und co."

Netflix der Spiele - Eine dystopische Zukunftsversion (Lesermeinung)

Das Konzept Gaming-Hardware zum Mieten kennen wir übrigens schon von Shadow PC. Im Gegensatz zu Google Stadia bietet Shadow PC die Möglichkeit, alle Windowsspiele und -software mittels des Cloud-Service zu nutzen. Anspruchsvolle Spiele können so auch auf alter Hardware, inklusive Smartphones und Tablets gespielt werden. Dafür ist das Abo allerdings wesentlich teurer.

Netflix für Videospiele - Deutsche Entwickler über Google Stadia und Cloud-Gaming PLUS 11:07 Netflix für Videospiele - Deutsche Entwickler über Google Stadia und Cloud-Gaming


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