GameStars 2017: Größter Fail - Es kann nur EAnen geben

"EA gegen EA" lautet das Duell in der einzigen GameStars-Kategorie, die niemand gewinnen möchte. Der Sieger oder besser gesagt Verlierer hat uns dann aber doch überracht.

von Heiko Klinge,
29.01.2018 10:30 Uhr

GameStars 2017: Der größte Fail - Video: Heimspiel für Electronic Arts 9:43 GameStars 2017: Der größte Fail - Video: Heimspiel für Electronic Arts

Wir wollten wirklich mehr Fails nominieren, großes GameStar-Ehrenwort! Mindestens sieben wie im letzten Jahr. Vielleicht sogar zehn, damit zumindest halbwegs sowas Ähnliches wie Spannung aufkommt.

Es half nichts. Wir haben unsere Community auf GameStar.de gebeten, uns Vorschläge zu liefern. Auch über unsere Facebook-Seite konnten Nominierungsvorschläge eingereicht werden. Nicht mal unsere fast schon flehentliche Bitte, doch auch mal was anderes außer Battlefront 2, Electronic Arts und Lootboxen zu nennen, trug keine nennenswerten Früchte.

Ja, natürlich gab es auch andere Vorschläge, aber das waren eben größtenteils Einzelmeinungen. Die überwältigende Mehrheit der Kommentare stellte EA und/oder Lootboxen an den Pranger. So viel Einigkeit in der GameStars-Kategorie gab es noch nie!

Also bissen wir eben in den sauren Fail-Apfel und nominierten lediglich vier Ärgernisse. Mass Effect: Andromeda ging dabei von vornherein als Außenseiter an den Start. Ja, das Bioware-Rollenspiel hat im letzten Jahr für viele Diskussionen gesorgt und sicherlich nicht alle Hoffnungen erfüllen können.

In unserem Test hat es trotzdem knapp für einen Award gereicht und auch in unserer Community gibt es viele User, die sehr viel Spaß mit dem vierten Serienteil hatten und es in unserer Kommentar-Sektion vehement gegen Kritiker verteidigen. Entsprechend weit abgeschlagen landet Mass Effect: Andromeda auf dem vierten und damit letzten Fail-Platz. Widmen wir uns nun dem Siegertreppchen.

Übersicht: Alle Kategorien und Gewinner der GameStars 2017

Platz 3 - Die zunehmend aggressiver werdende Gamer-Community

Das Bemerkens- und Bedauernswerte am dritten Platz ist, dass er schon 2016 auf dem Treppchen landete, seinerzeit sogar auf Platz 2. Aber Shitstorms, sich daneben benehmende YouTuber oder Esportler und widerwärtige Swatting-Attacken, teils sogar mit tödlichem Ausgang, schafften es traurigerweise auch 2017 immer wieder in die Schlagzeilen. An dieser Stellen verweisen wir gern nochmal auf unsere "Das sind nicht wir!"-Kolumne zu Hasskommentaren auf GameStar.de und wünschen uns, dass es 2018 weitaus weniger Gründe gibt, die zunehmend aggressiver werdende Gamer Community zum Fail des Jahres zu wählen.

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Platz 2 - Lootboxen und Mikrotransaktionen in Singleplayer-Spielen

Es war das Thema der Blockbuster-Saison. Egal ob in Rennspielen, Sportsimulationen, Action-Adventures oder Shootern: Keine Idee schien abwegig genug, um uns mit Glücksspielelementen dazu zu verleiten, den einen oder anderen Extra-Euro in einen Vollpreistitel zu stecken. Star Wars: Battlefront 2 setzte diesem Negativtrend schließlich die Krone auf, indem es eine Sammelkartenmechanik derart tief im Spieldesign verankerte, dass sich EA angesichts eines Shitstorms in Orkanstärke dazu genötigt sah, vorübergehend die Echtgeld-Mikrotransaktionen aus seinem Blockbuster zu entfernen. Inzwischen hat selbst die Politik das Thema auf der Agenda, und auch die GameStar-Redaktion arbeitet aktuell an entsprechenden Anpassungen des Wertungssystems.

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Platz 1 - Die Entscheidungen von EA

Was könnte noch ein größerer Fail sein, als ein Spiel rund um Lootboxen zu bauen? Ganz einfach: Ein Spiel rund um Lootboxen zu bauen und als Bonus noch mehrere andere Böcke zu schießen. Und diesbezüglich zeigte sich Electronic Arts im letzten Jahr geradezu beängstigend treffsicher. Der Publisher verpatzte nicht nur den Launch von Mass Effect: Andromeda, sondern strich nach ausbleibendem Erfolg die versprochenen Story-DLCs.

Aber da geht noch mehr, zum Beispiel die beliebten Dead Space-Entwickler von Visceral Games zu schließen und ein heiß erwartetes Star-Wars-Singleplayer-Abenteuer in Richtung Service Game umzustricken. Oder die Hoffnungen der Need for Speed-Fans ein weiteres Mal zu enttäuschen. Naja, und dann war eben noch dieses Battlefront 2. Das reicht dann eben unter Strich, um selbst die übermächtigen Lootboxen in die Fail-Schranken zu weisen, wenn auch nur mit ein paar hundert Stimmen Vorspung. Na dann herzlichen Glückwunsch!

Video-Diskussion: EA schließt Visceral Games – Von wegen "Singleplayer ist tot"!


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