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Adventskalender 2019

Seite 2: Geliebter Feind - Wie wird man zum Vorzeige-Schurken

Die Wurzel allen Übels

Nach dem Zweiten Weltkrieg und Vietnam wechselte die Battlefield-Serie in ein aktuelles Szenario. Nach dem Zweiten Weltkrieg und Vietnam wechselte die Battlefield-Serie in ein aktuelles Szenario.

Natürlich will uns jeder Computerspiel-Schurke ans Leben. Zum echten Feind wird er allerdings erst, wenn er neben der unmittelbaren Gefahr noch eine höhere, schwerwiegendere Bedrohung für uns und unsere Gesellschaft darstellt: Vernichten wir nicht alle Zombies, breitet sich der T-Virus über das ganze Land aus, erledigen wir nicht die Königin, kommen die Aliens auf die Erde, stoppen wir die Wehrmacht nicht, fällt ganz Europa unter die eiserne Faust der Nazis. Das legitimiert unseren Kampf, insbesondere, wenn der Feind sich als besonders grausam und unmenschlich präsentiert. Die außerirdische Vernichtungsmaschine aus Prey lässt nicht mit sich reden, die Alien-Königin aus Aliens vs. Predator will uns nur als Wirt für ihre Eier, und wenn in Call of Duty 5 Wehrmachtssoldaten hilflos am Boden liegende Russen erschießen, dann wird im Spieler der Wunsch laut: »Denen zeig ich’s!« Zweifel an der Richtigkeit des Handelns wird damit minimiert – moralische Ambivalenz und Unsicherheit sind selten in Spielen, die uns in erster Linie unterhalten sollen.

Die dunkle Seite der Macht

Für die deutsche Fassung musste Electronic Arts C&C Generäle entschärfen und von der Realität abrücken. Für die deutsche Fassung musste Electronic Arts C&C Generäle entschärfen und von der Realität abrücken.

Wer eine fremde oder gar gegensätzliche Weltanschauung vertritt, eignet sich am besten als Feind. Bis in die 80er sind das in erster Linie die Sowjets: In unzähligen Filmen und Romanen verhindern heldenhafte Agenten (allen voran James Bond) den Dritten Weltkrieg, indem sie die bösen Russen immer wieder austricksen. Nach dem Ende des Kalten Krieges suchen westliche Militärs nach neuen Feindbildern und finden sie spätestens mit den Anschlägen vom 11. September 2001: islamische Fundamentalisten. Nazis und Sowjets, die bis dato beliebtesten menschlichen Computerspiel- Gegner, werden durch eine aktuellere Bedrohung ausgetauscht. In Battlefield 2 tauchen statt der Deutschen und Russen nun Araber und Chinesen auf, ebenso in Command & Conquer: Generäle. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) kritisiert die englische Fassung des Strategiespiels wegen ihres starken Bezugs zum mittlerweile tobenden Irak-Krieg. Das Spiel suggeriere eine Verbindung zwischen islamischen Terroristen und weiten Teilen des Nahen Ostens und propagiere die Kreuzzug-Mentalität: »Tötet Sie alle, der Herr wird die Seinen schon erkennen! « Das Spiel landet wegen Kriegsverherrlichung umgehend auf dem Index.

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