Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich mir mein erstes »Top-Smartphone« gekauft habe. Es war 2010 das iPhone 4 mit 32 Gigabyte Speicher und mit 740 Euro war es für mich extrem teuer.
Inzwischen wäre das Handy mit diesem Verkaufspreis sogar fast ein Schnäppchen, zumindest im High-End-Bereich. Das iPhone 17 kostet bei Apple mindestens 950 Euro, das iPhone 17 Pro sogar 1.300 Euro.
Auch andere Hersteller verkaufen ihre Top-Geräte teils für deutlich über 1.000 Euro, das Samsung Galaxy S25 Ultra kam beispielsweise für 1.450 Euro in den Handel. Und dann sind da auch noch die Foldables, die teils über 2.000 Euro liegen.
Doch müsst ihr wirklich so viel Geld ausgeben, um ein gutes Smartphone zu bekommen? Ich meine: Nein! Erschwinglichere Handys bieten heutzutage eine Ausstattung, die vielen Menschen im Alltag völlig ausreichen dürfte.
Solltet ihr euch also fragen, ob ihr wirklich so viel Geld für ein Flaggschiff-Smartphone ausgeben solltet, dann sind hier sechs Gründe, die aus meiner Sicht dagegen sprechen.
1. Einstiegs- und Mittelklasse-Modelle werden immer besser
Bereits Geräte ab rund 300 bieten mitunter gute Kameras, eine ausreichende Leistung und langen Update-Support. Auch die Verarbeitung ist inzwischen selbst im unteren Preisbereich richtig gut.
Beispiele für gute und erschwingliche Modelle von 2025 sind das Samsung Galaxy A56 (ab 300 Euro), das Nothing Phone (3a) Pro (ab 300 Euro) oder auch das Poco F7 (ab 300 Euro). Alle drei Smartphones bieten OLED-Displays mit 120 Hertz, gute Alltagskameras und eine ordentliche Akkulaufzeit.
Samsung versorgt sein Galaxy A56 sechs Jahre mit Sicherheitspatches und Android-Updates, Nothing bietet drei große Android- und sieben Jahre Sicherheits-Updates; bei Poco gibt es vier Android-Updates und sechs Jahre Sicherheitspatches.
Moderne Technologien wie NFC zum kontaktlosen Bezahlen, 5G sowie aktuelle Bluetooth- und WiFi-Standards sind mittlerweile auch in der unteren Preisklasse üblich.
2. Viele Nutzer reizen Top-Geräte nicht aus
Leistungs- und Feature-technisch können es günstige Smartphones natürlich trotzdem nicht mit aktuellen Top-Modellen aufnehmen. Im Alltag benötigen viele Nutzer allerdings keinen High-End-Prozessor oder die beste Kamera.
Wer vor allem Apps wie TikTok, Instagram, Spotify oder den Webbrowser nutzt, dem sollte auch eine Mittelklasse-Hardware völlig ausreichen.
Wenn ihr nicht gerade 4K-Videoschnitt auf dem Handy macht oder grafikintensive Spiele auf höchster Detailsstufe zocken wollt, könnt ihr also bedenkenlos zu einem günstigeren Gerät greifen – zumal einige Mittelklasse-Handys wie das Poco F7 Pro auch dies stemmen können.
3. Gute Kameras gibt es auch im unteren Preissegment
Klar, wer die beste Smartphone-Kamera sucht, wird diese in den neusten, teuren Top-Geräten finden. Sie verfügen mitunter über einen größeren Sensor, mehr Linsen (Zoom, Weitwinkel und Co.) oder sogar über variable Blenden.
Allerdings ist nicht jeder von uns ein ambitionierter Hobbyfotograf und weiß die Unterschiede zwischen der Kamera eines 300 und 1.000 Euro teuren Smartphones zu schätzen. Inzwischen liefern schon deutlich günstigere Geräte eine gute Bildqualität - zumindest bei ausreichend guten Lichtverhältnissen.
Mit den oben genannten Mittelklasse-Modellen Nothing Phone (3a) Pro, Poco F7 oder Galaxy A56 gelingen scharfe Aufnahmen mit schönen Farben und Kontrasten. Und auch bei wenig Licht sehen die Fotos noch annehmbar aus.
4. Langen Update-Support gibt es inzwischen zum günstigen Preis
Noch vor einigen Jahren war ein langer Update-Support in der Regel den hochpreisigen Smartphone-Modellen vorenthalten. Bei vielen Herstellern gehört das der Vergangenheit an, auch weil die EU sie dazu drängt, ihre Geräte länger mit Updates zu versorgen.
Gab es früher teilweise nur ein OS-Update, so sind es heutzutage bei vielen Herstellern deutlich mehr. Damit werden preisgünstigere Smartphones deutlich nachhaltiger und können viel länger genutzt werden.
5. Premium-Materialien sind nicht immer sinnvoll
Die meisten Top-Smartphones sind aus Glas gefertigt, sowohl die Vorder- als auch die Rückseite. Das hat Vor- und Nachteile. Natürlich fühlen sich die Handys so sehr hochwertig an.
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Allerdings neigt die Geräterückseite aus Glas bei Stürzen dazu, zu splittern. Günstigere Geräte wie etwa das CMF Phone 2 Pro setzen zum Teil noch immer auf ein Kunststoffgehäuse.
Auch wenn sich dieses nicht so hochwertig anfühlt, bei Stürzen ist Kunststoff mitunter robuster als Glas und steckt diese besser weg.
6. Akkulaufzeit bei Top-Modellen nicht immer besser
Eine lange Akkulaufzeit ist ebenso wenig den teuren Smartphones vorbehalten. Günstige Modelle sollten euch, je nach Tätigkeit natürlich, locker durch den Tag bringen. Oft halten sie auch bis zu zwei Tage durch.
Im Benchmarktest von »PCMark« erreichte etwa das Galaxy A56 eine Laufzeit von fast 16 Stunden, das Nothing Phone (3a) Pro kam sogar auf knapp 19 Stunden. Zum Vergleich: Das Flaggschiff-Handy Honor Magic7 Pro kommt auf unter 15 Stunden, ein S25 Ultra auf 18 Stunden.
Dass gerade die günstigeren Handys oft die bessere Laufzeit aufweisen, hat natürlich einen Grund: Die leistungsschwächere Hardware verbraucht meist weniger Energie.
Tipp: Ein gebrauchtes oder Vorjahres-Flaggschiff kaufen und sparen
Es soll trotzdem ein Flaggschiff-Smartphone sein? Dann überlegt euch doch, ob ihr nicht einfach zu einem generalüberholten oder Vorgängermodell greift. Überholte Handys sind häufig deutlich günstiger, ihr müsst zudem wenig Abstriche in Kauf nehmen.
Lediglich beim Akku kann es sein, dass die Kapazität hier nicht mehr bei 100 Prozent, sondern darunter liegt.
Noch günstiger sind mitunter Geräte aus der Vorjahreskollektion. Hier müsst ihr letztlich kaum Kompromisse eingehen.
Natürlich gibt es in jedem Jahr leichte Verbesserungen und mitunter auch neue Features. Andererseits sind ein Jahr alte Top-Modelle noch immer echte Flaggschiffe, was Leistung, Kamera und die allgemeine Ausstattung angeht.




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