Intels erste 10-nm-Prozessoren sind da, aber wo bleiben die Gaming-CPUs

Auf der Computex führt Intel mit Ice Lake die ersten Chips auf 10-nm-Basis ein - für Spieler sind die stromsparenden Notebook-Prozessoren aber wenig interessant.

von Alexander Köpf,
31.05.2019 08:55 Uhr

Intel launcht die ersten 10-nm-Prozessoren - aber nur für das Mobil-Segment. (Bildquelle: Intel) Intel launcht die ersten 10-nm-Prozessoren - aber nur für das Mobil-Segment. (Bildquelle: Intel)

Intel veröffentlichte auf einer Keynote die 10. Generation der Core-i-Prozessoren. Die Laptop-CPUs mit dem Codenamen Ice Lake basieren auf Intels hauseigener 10-nm-Fertigung und werden gerade ausgeliefert - damit sollen auch Spekulationen um eine weitere Verzögerung der 10-nm-Chips zerstreut werden.

Allerdings wirft Ice Lake die Frage auf, wo eigentlich die 10-nm-Varianten für den Desktop bleiben. Denn AMD bringt am 7. Juli 2019 die in 7 nm gefertigten Ryzen 3000 mit bis zu 12 Kernen auf den Markt und verspricht eine deutliche Steigerung der Performance pro Takt (Instructions per Cycle, IPC) sowie deutlich bessere Energieeffizienz gegenüber den 14-nm-Vorgängern Ryzen 1000 und 2000.

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Intels Desktop-Prozessoren sollen dagegen noch länger auf den alternden 14-nm-Prozess setzen - eine geleakte, scheinbar authentische Roadmap spricht sogar davon, dass erst 2022 ausgewachsene Desktop-Prozessoren von Intel mit neuem Fertigungsverfahren (nach dem aktuellen 10-nm-Prozess) erscheinen.

Intels lange verzögerte und fehlergeplagte 10-nm-Fertigung (die in etwa äquivalent zu TMSCs 7-nm-Fertigung für die Ryzen 3000 und Radeon RX 5000 sein soll) produziert also nun kaufbare Prozessoren - aktuell scheint Intels 10-nm-Prozess aber nur für stromsparende Vierkerner mit zwar höherer IPC und Grafikleistung, aber weniger Takt- und Kernpotenzial geeignet zu sein.

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ULV-Prozessoren mit maximal 25W

Wie Intel auf dem Presse-Event zur Computex mitteilte, soll aber auch die Sunny-Cove-Architektur (Ice Lake) die IPC um 18 Prozent und die gesamte Performance um beinahe 40 Prozent gegenüber Skylake U/Y steigern - den Stromsparvarianten der Vorgängergeneration.

Dadurch ist es möglich die neuen Prozessoren noch effizienter auszulegen - Intel gibt je nach Modell (Ice Lake U/Y, Core i3, i5, i7) TDPs zwischen 9W und 25W an.

Im Gegensatz zu AMDs 7-nm-Ryzen-CPUs sind Intels Ice-Lake-Chips sogenannte ULV(Ultra-Low-Voltage)-Prozessoren, die speziell für den Einsatz in sehr flachen und energieeffizienten Notebooks konzipiert sind.

Die integrierte Grafikeinheit soll Battlefield V, Fortnite und Co in 1080p flüssig darstellen können. (Bildquelle: Intel) Die integrierte Grafikeinheit soll Battlefield V, Fortnite und Co in 1080p flüssig darstellen können. (Bildquelle: Intel)

Auch der integrierte Gen-11-Grafikchip, den es in zwei Varianten gibt - Intel Iris Plus und Intel UHD - soll ein deutliches Performance-Plus erfahren haben. Spiele wie Battlefield V, Fortnite oder Dirt Rally 2 sollen so in 1080p befeuert werden können - je nach Titel benötigt das unserer Meinung nach aber praktisch sicher reduzierte Grafik-Settings.

TDP nominal

cTDP down

(Silent, niedriger Takt)

cTDP up

(Performance, hoher Takt)

Ice Lake Y

9 W

N/A

12 W

Ice Lake U Iris Plus

15 W

12 W

25 W

Ice Lake U UHD

15 W

13 W

25W

Neben den Ausführungen mit verschiedenen Grafikeinheiten gibt es Ice Lake U/Y auch noch als Core i3, i5 und i7 - je nach Version liegen bei maximal 4 Kernen / 8 Threads und höchstens 8 MByte Cache Taktraten bis zu 4,1 GHz Turbo an - obwohl Gerüchte auch von einem Sechskerner mit zwölf Threads sprechen, aber ebenfalls als ULV-Variante.

RAM, 4K und HDR

Via DP 1.4 (DisplayPort) kann im normalen Betrieb 4K 120 Hz oder 5K 60 Hz mit voller HDR10-Unterstützung ausgegeben werden - mit HDMI 2.0b werden 4K@60 Hz erreicht.

Ice-Lake-Prozessoren besitzen zudem einen neuen Speicher-Controller der DDR4-3200 beherrscht. PCI Express wird aber nach wie vor in der Version 3.0 unterstützt - AMDs Ryzen 3000 (Desktop-CPUs) setzen auf PCIe 4.0.

Die wichtigsten Spezifikationen:

  • 10nm CPU / 14nm PCH (Core i3, i5, i7)
  • TPD: 9W bis 25W
  • max. 4 Kerne / 8 Threads
  • bis zu 4,1 GHz Turbo
  • bis zu 8MB LL Cache (Last Level Cache)
  • DDR4-3200, LPDDR4/x 3733
  • Gen 11 Intel Graphics Engine, U42 bis zu 64 EU (Execution Units)
  • HEVC 10 bit
  • eDP 1.4b (Embedded DisplayPort), DP 1.4, HDMI 2.0b
  • HDCP 2.2 (HDMI 2.0b)
  • USB 3.1 (10 Gbps), USB 3.0 (5 Gbps)
  • PCIe 3.0
  • bis zu 4 USB-Typ-C-Ports (USB 3.1 Gen 2, Thunderbolt 3, DisplayPort 1.4)
  • Intel Wi-Fi 6

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