Kuriose Genremischung
Zwischen diesen Actionszenen spielt sich Killer7 eher wie ein Adventure. Die Charaktere bewegen sich auf vorgegebenen Pfaden und die Kamerawinkel sind fest vorgegeben. An Wegpunkten entscheidet man, welchen Richtung man einschlagen möchte. Das ähnelt älteren Adventures, wie z.B. Myst. Allerdings geht es nicht nur immer vorwärts, sondern auch zurück. Das ist nötig, um Aufgaben zu lösen, die Rätsel und Gespräche mit Personen beinhalten.
Beides ist gleichermaßen obskur, wobei die Puzzles an frühere Survival-Horror-Spiele wie Resident Evil erinnern. Sprich: Oft müssen Gegenstände in die richtige Reihenfolge gelegt werden, damit Schlösser sich öffnen. Zum Beispiel kleine Miniaturpferde. Hinweise gibt's in dem Fall durch eine Tafel mit Ergebnissen eines Pferdewettrennens. Die Rätsel hätten ruhig schwerer sein dürfen, lockern das Geschehen aber angenehm auf.
So weit, so klassisch. Die Erkundung der Umgebung macht Spaß, weil hinter jeder Ecke eine neue kleine Überraschung wartet. Seien es gut platzierte Feinde, ein sonderbar gestalteter Ort oder einfach nur ein kleiner Story-Hinweis: Es gibt immer etwas zu entdecken. Die Mischung der Spielelemente mag zunächst ungewöhnlich sein, aber an diese Struktur gewöhnt man sich schnell. Das ist auch gut so, denn abseits von seiner Mechanik hält sich das Spiel an keine Regeln.
Sieben Episoden gibt es, und sie alle scheinen zunächst völlig voneinander losgelöst zu sein. Etablierte Charaktere haben plötzlich neue Rollen, animierte Zwischensequenzen wechseln ihren Grafikstil, und auch die Atmosphäre der Orte ändert sich völlig. Mal gibt es enge, düstere Gänge in Regierungsgebäuden oder Schulen.
Ihnen gegenüber stehen Abschnitte unter freiem Himmel im prallen Sonnenschein, wie etwa in der dominikanischen Republik. Allgegenwärtig ist aber das Gefühl in einer fremdartigen Welt unterwegs zu sein, die man nie vollständig versteht. Aus dieser fieberhaften, surrealen Atmosphäre zieht Killer7 viel von seinem Reiz.
Gelungener PC-Port
Diese kommt im PC-Port besonders gut rüber. Die reduzierte Cel-Shading-Optik sieht in der höheren Auflösung und Breitbild besser aus denn je. Die auf damaligen Konsolen noch spürbaren Ladezeiten fallen fast weg. Das gilt vor allem beim Wechsel der Persönlichkeiten, was nun über das Zahlenfeld möglich ist.
Früher mussten wir im Menü rumwurschteln. Generell funktioniert das Spiel mit Maus und Tastatur weitaus besser als mit dem Controller - auch wenn man sich an die eingeschränkte Fortbewegungsart mit den festen Routen erst einmal gewöhnen muss. Bloß das Speichersystem dürfte für viele PC-Spieler ein Dorn im Auge sein. Der Fortschritt lässt sich nur in bestimmten Räumen bei Harmans Pflegerin festhalten -- und das auch nur, wenn sie gerade Lust dazu hat. Trägt sie Freizeitkleidung, verweigert sie das Speichern. Tja, bei Killer7 weiß man eben nie, was einen erwartet.

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