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Killer7 im Test - Sieben Leben, unendliche Deutungen

Wenn Franz Kafka ein Spiel machen würde, käme Killer7 dabei heraus. Wir können das eigenwillige Kunstwerk nun auch auf dem PC spielen. Aber macht das auch Spaß?

von Michael Cherdchupan,
18.01.2019 16:50 Uhr

14 Jahre hat es gedauert, bis Killer7 für den PC umgesetzt wurde.14 Jahre hat es gedauert, bis Killer7 für den PC umgesetzt wurde.

Killer7 fühlt sich anders an. Es sträubt sich gegen jede Konvention. Bruchstückhafte, kryptische Bilder, die sich klassischen Dramentheorien entziehen. Elemente aus Railshooter, Adventure und Survival Horror, die zunächst gar nicht zusammenpassen wollen. Und eine reduzierte Optik, die trotzdem Akzente setzt.

Killer7 lässt sich nicht in eine Schublade stecken. Das gilt auch für seinen Schöpfer: Goichi Suda, auch bekannt unter seinem Künstlernamen Suda51, entwickelt mit seinem Studio Grashopper Manufacture seit jeher sonderbare Spiele. Manche sind bunt, manche sind düster, aber immer haben sie zwei Leitthemen: Individualität und Tod.

Das passt, denn bevor Suda Spieleentwickler wurde, gab er seinen Job in der Leichenhalle auf und suchte einen neuen Lebenssinn. Das spiegelt sich in Killer7 wieder, das gute 14 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung auf dem Gamecube noch heute Gegenstand von analytischen Videoessays ist. Die technisch erweiterte Veröffentlichung auf dem PC ist also eine neue Chance, um eines der künstlerisch anspruchsvollsten, aber gleichzeitig auch merkwürdigsten Spiele überhaupt zu erleben.

Die surrealen Bilder von Killer7 sind beeindruckend. Sie kommen u.a. auch von den Kameraperspektiven und der sonderbaren Levelarchitektur.Die surrealen Bilder von Killer7 sind beeindruckend. Sie kommen u.a. auch von den Kameraperspektiven und der sonderbaren Levelarchitektur.

Seltsame Protagonisten

Aber worum geht es? Wir sind ein alter Mann namens Harman Smith, ein auf den Rollstuhl angewiesener Auftragsmörder. Er soll die Heavenly Smiles aufhalten, makabere Kreaturen mit verzerrten Fratzen, die sich auf ihre Feinde stürzen und explodieren. Werden diese Wesen nicht aufgehalten, droht der Untergang Japans. Harman mag zwar an den Rollstuhl gefesselt sein, allerdings trägt er weitere sechs Persönlichkeiten in sich.

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Übernimmt eine dieser Persönlichkeiten die Kontrolle, verändert sich nicht nur der Geist Harmans, sondern auch sein Körper. Jedes dieser Alter Egos hat eine besondere Fähigkeit. Coyote Smith zum Beispiel ist ein Dieb und kann Schlösser öffnen. Kevin Smith benutzt seine Messer zum lautlosen Töten und kann sich sogar unsichtbar machen.

Ein Mann fürs Grobe ist Mask De Smith, der nicht nur eine Wrestling-Maske trägt, sondern auch gleich zwei Granatenwerfer mitbringt. Sehr bizarr wirkt Kaede Smith. Die junge Frau findet versteckte Gegenstände und Passagen, muss diese aber zuvor mit ihrem Blut besudeln. Dazu schneidet sie sich ins Handgelenk.

Alle Episoden haben sonderbare und interessante Charaktere zu bieten. Der Grafikstil macht sie nur noch rätselhafter.Alle Episoden haben sonderbare und interessante Charaktere zu bieten. Der Grafikstil macht sie nur noch rätselhafter.

Klingt krass? Das war erst der Anfang! Mit jeder Minute wird Killer7 sonderbarer, geht an Grenzen und löst eine eigenartige Mischung an widersprüchlichen Gefühlen aus. Männer erschießen sich wegen eines Streits bei einer Partie Mahjong, abgetrennte Köpfe sprechen in rätselhaften Sätzen oder eine Sentai-Gruppe im besten Power-Rangers-Look taucht plötzlich auf.

Wer schon einmal einen Film von David Lynch gesehen hat, hat eine ungefähre Ahnung, wohin die Reise geht. Das bedeutet aber auch: Das ist nicht jedermanns Sache. Man muss schon offen für Konzepte wie unsichere Erzähler und Autoren wie Kafka sein, damit Killer7 zünden kann.

Die Fratzen des Bösen

Auf den ersten Blick sieht Killer7 aus wie ein schnelles Actionspiel. Die Kamera läuft auf festen Bahnen, aber meistens ist der Charakter aus einer Verfolgerperspektive zu sehen. Man kann trotzdem in einen Zielmodus in Ego-Sicht wechseln und auf die Monster schießen. Diese zerplatzen in spektakulären Bluteffekten. Nicht grundlos: Das Blut wird aufgesammelt und zur Erweiterung der Spezialfähigkeiten verwendet - wie in einem Rollenspiel.

Auch wenn die Luft in manchen Szenen sehr bleihaltig ist, täuscht der Eindruck: Tatsächlich geht es taktisch zu, es ist Vorsicht geboten. Die Heavenly Smiles sind unsichtbar und nur durch ihr irres Kichern zu orten. Erst im Zielmodus werden ihre Schemen erkennbar.

Beim Kampf gegen die Heavenly Smiles geht es sehr blutig zu. Richtig gruselig sind dabei ihre Lacher und Schreie.Beim Kampf gegen die Heavenly Smiles geht es sehr blutig zu. Richtig gruselig sind dabei ihre Lacher und Schreie.

Die Selbstmord-Monster gibt es in den verschiedensten Varianten: Schnell, robust, an der Decke hängend oder sogar als Kugel rollend. Manchmal sind ihre Schwachpunkte auf den ersten Blick als helle Punkte auf ihrem Körper ersichtlich. In anderen Fällen müssen sie erst eine besondere Haltung einnehmen. Eine Sorte rotiert zum Beispiel im Kreis, sobald man ihr mehrmals auf den Arm schießt. Erst dann kann man den tödlichen Punkt auf ihrem Rücken anvisieren.

Da unsere Killer im Zielmodus nicht laufen können, entsteht ein gewisser Zeitdruck. Einmal von den Kreaturen umzingelt, ist schnelles Hantieren mit den Fähigkeiten gefragt. Fatal wird das Nachladen. Kaede hat etwa eine Pistole mit Zielfernrohr und kann sich Heavenly Smiles so auf Distanz halten. Aber wehe, einer davon ist zu schnell und sie braucht zu viel Zeit, um Munition nachzufüllen.

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