Seit vielen, vielen Jahren spiele ich The Legend of Zelda: Majora's Mask jedes Jahr einmal durch. Ja, ich habe Probleme, aber das soll diesmal nicht Gegenstand des Textes sein! Heute muss eines meiner absoluten Lieblingsspiele sogar als Negativbeispiel herhalten.
Denn so sehr ich Links Ausflug nach Termina auch beim drölfzigsten Mal noch in vollen Zügen genieße, eine vermeintliche Kleinigkeit bringt mich jedes Mal auf die Palme. So wie eine Fliege, die sich alle fünf Sekunden auf meinem Kopf niederlässt, und wenn ich ihr den Garaus mache, habe ich Kopfschmerzen. Ich schweife ab!
Es geht um die besten Items in Spielen. Von mir aus auch Waffen, Rüstungen, Fertigkeiten - das Was
ist hier relativ egal. Was zählt, ist die Tatsache, dass viele Videospiele mir die wirklich fetten Belohnungen erst fünf Minuten vor dem Ende überreichen. Was soll ich denn dann noch damit?!
Wozu rackere ich mich überhaupt ab?
Bleiben wir noch kurz bei Majora's Mask. Bevor ich mich zum finalen Kampf gegen Majora höchstpersönlich aufmache, sammle ich alle Masken im Spiel ein. Das ist aufwendiger, als es klingt. Ich muss sogar Küken durch die Pubertät führen! Der Lohn für meine Mühen: Wenn ich sämtliche Gesichtsverschönerer mein Eigen nenne, erhalte ich die Maske der grimmigen Gottheit
!
Was ein Ehrfurcht einflößender Name! Dadurch wird Link zum absoluten Oberprollo und ist nicht mehr aufzuhalten. Blöd nur, dass ich von dieser Form nur im Endkampf profitiere, danach ist Schluss!
Da ich gerade keinen Spielstand zur Hand habe, muss mir das wunderbare Zelda-Wiki hier aushelfen:
Ein weiteres Beispiel gefällig? Darksiders! Der erste Teil der immer wieder gefühlt kurz vor der Versenkung stehenden Reihe ist bis heute ein fantastisches Action-Adventure. Zelda für Erwachsene, mit ganz viel Blut und so.
Natürlich kann ein Nachahmer des Miyamoto-Feenjungen ebenfalls nicht darauf verzichten, mich das gesamte Spiel auf eine Sammelquest zu schicken, nur um kurz vor Schluss dann die Spendierhosen anzuziehen. Die Rede ist von der Abgrundrüstung
. Die klingt nicht nur cool, sondern Krieg sieht auch richtig fesch darin aus (so heißt der Charakter, es … ist kompliziert).
Um alle Teile der Rüstung zu finden, muss ich ohnehin durch die gesamte Spielwelt reisen und zig Geheimnisse entdecken. Schlussendlich bleibt mir deshalb nur noch, in stylischem Look zum Obermotz zu stapfen, um wenigstens gut auszusehen, wenn ich seine Eingeweide neu sortiere.
Ich bin nicht allein!
Ich könnte noch stundenlang weiter über diese Sünde in Videospielen jammern. The Witcher 2 macht mir die beste Rüstung im Spiel (die Vran-Rüstung) so lange schmackhaft, bis ich sie 30 Minuten vor Ende endlich herstellen kann. Wie großzügig! Auch in Cyberpunk 2077 erwarten mich einige besonders starke Ausrüstungsgegenstände erst nach dem Ende des Spiels, wo sie mir nichts mehr bringen.
Sogar meine lieben Kollegen haben persönliche Beispiele parat, als ich ihnen die Ohren vorgeheul…ähm, ich meine, als ich sie nach ihren eigenen Erfahrungen gefragt habe:
- Ödland-Koryphäe Michael Graf hat den Unsichtbarkeitsanzug in Fallout 3 erst entdeckt, als er bereits alles im Spiel gesehen hatte. Warum? Weil es das praktische Utensil nur im Rahmen des DLCs Operation Anchorage gibt, und der erschien damals nun mal erst nach dem Hauptspiel. Immerhin: Heute kann man den DLC früher beginnen und dadurch dieses Dilemma vermeiden.
- Unser freier Autor Tristan
Racoon
Gudenrath kam mit dem Raketenwerfer um die Ecke. Also nicht im echten Leben, da ist er ein echt friedlicher Kerl. Aber im Resident Evil 2 Remake wäre er doch lieber noch etwas länger mit dieser scharfen Wumme herumgelaufen, als sie nur ein paar Sekunden im Endkampf gegen Mr. X abfeuern zu können.
Es geht auch anders. Ich möchte diese Kolumne mit positiven Beispielen abschließen. Mit Spielen, die wissen, wie sie meine Neugier wirklich belohnen. Danke, The Elder Scrolls 4: Oblivion, dafür, dass das lächerlich mächtige Umbra-Schwert schon früh im Spiel in mein Inventar wandern kann, wenn ich weiß, wo ich suchen muss.
Danke, Ghost of Tsushima, dafür, dass ich selbst die mächtigsten Rüstungen und Waffen spätestens zur Halbzeit beisammen haben kann. Und danke an alle Videospiele mit New Game+ (ganz besonders an Elden Ring). Dafür, dass ihr mitgedacht habt und mich die tollen Spielzeuge nochmal viele weitere Stunden ausprobieren lasst.
Aber was denkt ihr denn? Das hier ist ein Thema, das sich hervorragend dafür eignet, das gesamte Wochenende in den Kommentaren gemeinsam darüber zu diskutieren. Teilt ihr meinen Unmut über diese Videospiel-Untugend? Oder findet ihr das gar nicht so schlimm und lest aus meinem Text so ein kleines bisschen Mimimi
heraus? Schreibt es sehr gerne in die Kommentare, aber seid lieb zu mir!
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