Nein, Michi. Also wirklich: Nein. Nein. Nein.
Deine düstere Dystopie für das Jahr 2028, in dem Konsolen 1.300 Euro kosten, der Wettbewerb tot ist und wir für jeden Pixel extra zur Kasse gebeten werden, mag ja sogar eintreffen. Aber, lieber Michael Obermeier: Wir haben im Konsolenkrieg nicht verloren, wie du in deinem hervorragenden Video-Essay behauptest.
Wir haben gewonnen. Zumindest wir PC-Spieler. Was wir aktuell beobachten ist nämlich nichts Geringeres als der endgültige Sieg des PCs als Spieleplattform Nummer eins. Der »Konsolenkrieg« zwischen Grün und Blau, zwischen Xbox und PlayStation, mag vorbei sein. Aber was du, lieber Michi, als Untergangsszenario beschreibt, ist in meinen Augen ironischerweise der Anbruch eines goldenen Zeitalters beziehungsweise die Fortsetzung eines Trends, der schon jahrelang für viel Freude am PC sorgt.
Die Mauern fallen. Die Exklusivität bröckelt. Und wer steht am Ende lachend mit Maus und Tastatur da? Wir.
23:59
Michi glaubt, dass wir den Konsolenkrieg verloren haben. Ich sehe das ein bisschen anders.
Wir hatten es noch nie so gut
Erinnern wir uns kurz zurück. Jahrelang wurden wir »gezwungen«, uns zusätzliche Hardware unter den Fernseher zu stellen, nur um bestimmte Meisterwerke spielen zu dürfen. Wer Uncharted wollte, musste Sony Geld geben. Wer Halo wollte, musste Microsoft bezahlen.
Das war keine gesunde Konkurrenz, das war Geiselhaft. Die Situation, die Michi so nostalgisch als »gut für uns« beschreibt, war in meinen Augen eher eine Fragmentierung des Freundeskreises - und des Geldbeutels.
Heute? Microsoft veröffentlicht alles zeitgleich auf dem PC. Sony hat erkannt, dass sich PC-Versionen für God of War, Horizon oder Ghost of Tsushima spätestens zum Release des Nachfolgers lohnen, um neue Kunden zu gewinnen. Dabei schrumpft die Zeitspanne zwischen Konsolen-Release und PC-Portierung stetig.
Das ist kein Verlust an Wettbewerb, das ist ein Gewinn an Freiheit. Wir brauchen keine Zweit- oder Drittgeräte mehr. Unser Rechenknecht ist die ultimative Konsole, die (fast) alle Lager vereint. Denn Nintendo steht natürlich weiterhin außerhalb der Mauern und spielt mit Switch-Usern Stöckchen.
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