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League of Legends in 2021: Macht es Spaß, jetzt einzusteigen?

Nach dem Netflix-Erfolg von Arcane überlegen viele, ob sie sich in LoL wagen sollen. Wir haben ausprobiert, wie es ist, jetzt neu oder wieder anzufangen.

von Stephanie Schlottag,
06.12.2021 17:22 Uhr

Bei Riot Games dürften sich viele gerade freudig die Hände reiben. Das Studio wird immer häufiger mit dem alten Blizzard verglichen, die Netflix-Serie Arcane war ein bombastischer Erfolg - und stärkt jetzt auch das wichtigste Pferd im Rennstall: League of Legends.

Ich führe eine ziemlich wechselhafte Beziehung mit LoL. Früher war es das Spiel, das meinen kompletten Freundeskreis verbunden hat - und was für fantastische Zeiten wir damals hatten! In meiner rosarot gefärbten Erinnerung sieht das so aus: Jeden Nachmittag eiskalte Spezi aus dem Kühlschrank fischen, den PC hochfahren, ein großes Hallo in die Runde und dann ging es gemeinsam ab in die Kluft der Beschwörer. Spaß und Freude (und gelegentlich Wutgebrüll), bis ich spätnachts ins Bett falle.

Aber ganz so schön war es auf Dauer leider doch nicht. Und das lag nicht mal an der berüchtigten toxischen Community.

LoL lässt euch erstmal den hauseigenen Knigge lesen. Solche Maßnahmen haben die Stimmung in der Community tatsächlich spürbar verbessert. LoL lässt euch erstmal den hauseigenen Knigge lesen. Solche Maßnahmen haben die Stimmung in der Community tatsächlich spürbar verbessert.

Irgendwas war damals immer bei LoL. Mal wackelten die Server wochenlang ganz gewaltig. Dann war fast jeder neue Champion erstmal so übermächtig, dass es bis zum unvermeidlichen Nerf überhaupt keinen Spaß machte. Aatrox war so ein Kandidat. Und jede Season brachte Änderungen, die mir persönlich nicht besonders gut gefielen. Ich bin halt ein Gewohnheitstier, ich trauere immer noch der originalen Soraka nach.

Irgendwann spielte ich LoL immer weniger, phasenweise gar nicht mehr. Aber dann kam die fantastische Netflix-Serie Arcane. Und plötzlich fing mein gesamter Umkreis (wieder) an und der Sog hat mich jetzt auch erfasst. Also habe ich mich an ein paar liebe GameStar-Freunde angehängt und verbringe meine Feierabende jetzt wieder in Runeterra, um euch die Frage zu beantworten: Ist LoL 2021 ein cooles Spiel, das eure Zeit verdient hat? Und wie ist es, jetzt ganz neu oder nach langer Pause einzusteigen?

Steffi freut sich wie ein Blumenkohlschnitzel, dass sie in letzter Zeit so viel über LoL und das Universum drum herum schreiben darf. Und inzwischen funkt es sogar wieder zwischen ihr und der alten Liebe League of Legends: Sie hat inzwischen auch endlich ihr Versprechen eingelöst, mit Kollegin Mary zusammen zu spielen. Danke, Mary, du bist ein fantastischer Nocturne.

Wenn ihr 2021 ganz neu mit LoL anfangt

Um selber zu erleben, was komplette Neueinsteiger gerade in LoL erwartet, habe ich mir einen neuen Account angelegt und mich durch das dreiteilige Tutorial gespielt. Ihr lernt in wenigen Minuten, worum es im MOBA grundsätzlich geht, wie ihr euren Champion steuert und so weiter. Am Ende dürft ihr euch dann jeweils einen Helden aussuchen.

Was mir stark auffällt: Früher bekam man sehr viel weniger Belohnungen hinterhergeworfen, heute hat man sehr schnell ohne Kosten einen soliden Champion-Pool zusammen.

Brand Der Feuerball-Werfer Brand ist einer der ersten Champions, die ihr freischalten könnt. Ihr könnt ihn als Support oder in der Mitte spielen.

Lux Die Magierin Lux ist ein typischer Support oder Mid-Champion und ist gut für Anfänger geeignet.

Annie Das kleine Mädchen und ihr mörderischer Teddybär Tibbers sind ein mächtiges Duo. Ihr könnt sie sehr schnell freischalten.

Die Einweisung erklärt euch also zumindest die wichtigsten Schritte im Spiel und drückt euch gleich ein paar Helden in die Hand. Allerdings kann euch kein Tutorial der Welt auf das echte, hochkomplexe Zusammenspiel aus 157 Champions, fünf sehr unterschiedlichen Spieler-Rollen und unzählige Gegenstände, Runen, neutrale Monster und so weiter vorbereiten. LoL ist ein verflucht kompliziertes Spiel, in das ihr viel Schweiß und Tränen stecken müsst, wenn ihr gut werden wollt.

Die erfreuliche Nachricht: LoL kann auch dann sehr viel Spaß machen, wenn man nicht besonders gut ist. Ich spreche da aus Erfahrung. Vor allem, wenn ihr mit Freunden zusammen spielt, die mit euch gemeinsam die ersten Schritte unternehmen. Oder vielleicht sogar schon Ahnung haben, was genau mit »Hilf mir mal beim Blue« oder »Wir brauchen Vision beim Baron!« gemeint ist. Das findet ihr aber sicher auch von alleine raus, wenn ihr regelmäßig spielt. Dauert nur länger.

Ausgerechnet beim Freischalten von Champions und Skins lässt LoL allerdings Neulinge komplett im Regen stehen. Ihr erhaltet einige als kostenlose Belohnung für bestimmte »Missionen«. Gewinnt ein Spiel, spielt eine Runde im ARAM-Modus und so weiter.

Tutorial 1 Ach, wenn es im richtigen Spiel doch auch so klare Hinweise geben würde, was man als nächstes tun sollte.

Tutorial 2 Ihr könnt zwischen mehreren Tutorial-Champions wählen und am Ende einen dauerhaft behalten.

Damit ihr die Helden dann aber auch wirklich einsetzen könnt, müsst ihr im Menü auf das Symbol mit Stein und Spitzhacke klicken, links auf jeden Champion einzeln gehen und ihn ausdrücklich eurem Account hinzufügen. Ganz ehrlich, als Anfänger hätte ich das wahrscheinlich nicht von alleine kapiert.

Wie viel Geld müsst ihr für LoL ausgeben? Das Grundspiel ist komplett kostenlos und ihr könnt euch alle Champions gratis freispielen. Spielerische Vorteile gibt's nicht für Echtgeld zu kaufen - aber wer Geld ausgibt, spart unter Umständen sehr viel Zeit. Es dauert nämlich ziemlich lang, die Ingame-Währung »Blaue Essenzen« anzusammeln und einige Helden sind richtig teuer. Die wöchentliche Rotation lässt euch immerhin jede Woche 16 Champions kostenlos spielen.

Kosmetische Items wie Skins könnt ihr gegen Echtgeld kaufen, manchmal aber auch als zufällige Belohnung oder bei speziellen Events einstreichen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ihr in LoL keinen Cent ausgeben müsst, um Spaß damit zu haben.

Weitere, nützliche Einsteiger-Tipps, die euch LoL nicht direkt verrät:

  • Die Lane-Aufteilung ist (normalerweise) immer gleich, ein Champion spielt oben (»Top«), einer in der Mitte (»Mid«), zwei gemeinsam auf der unteren Lane (»ADC« und »Support«) und einer im Dschungel dazwischen (»Jungler«).
  • Am besten kauft ihr euch nicht direkt einen Haufen Champions, sondern probiert erstmal die verschiedenen Rollen aus. Durch die kostenlose Rotation stehen euch jede Woche 16 neue Figuren zur Verfügung, die ihr unverbindlich testen könnt.
  • Solange ihr keine Ranglisten-Matches spielt, müsst ihr euch um die Meta nicht allzu viele Gedanken machen. Klar sind immer ein paar Champions stärker als der Rest, aber im normalen PvP führen viele Wege in die gegnerische Basis. Im Ranked sieht das dann natürlich anders aus.
  • Um Champions in Ruhe auszuprobieren, startet ihr am besten Bot-Matches. Die KI-Gegner sind ziemlich doof, also perfekt, um ihnen ganz entspannt all eure Fähigkeiten um die Ohren zu knallen. Im PvP geht alles viel hektischer zu, also übt besser erstmal ein paar Runden.
  • Es gibt unzählige nützliche Webseiten mit Guides und Informationen. Bei den Kollegen von Mein-MMO findet ihr etwa immer die neuesten Patch Notes. Champion.gg zeigt euch die besten Item-Builds und Tipps zu den einzelnen Figuren bekommt ihr natürlich in den offiziellen Champion-Spotlights bei YouTube.

Im Rückblick-Video erzählen Heiko und Petra, warum sie vor zehn Jahren nie gedacht hätten, dass LoL mal derart erfolgreich wird:

»Ich habe ein Herz für schlechte Spiele« - GameStar-Heft 022010 im Rückblick PLUS 10:35 »Ich habe ein Herz für schlechte Spiele« - GameStar-Heft 02/2010 im Rückblick

Wie ist es also, 2021 neu in LoL einzusteigen? Das Spiel bringt euch die Grundzüge bei, danach müsst ihr viele Runden spielen, um eure Champions zu meistern und ein Gefühl für das Teamplay zu bekommen. Die Neulinge in meinem direkten Umkreis haben bisher alle sehr viel Spaß daran, mehr dazu erzählt euch Kollegin Elena in ihrem Fazit. Und auch die toxische Stimmung von früher hält sich meinen Eindrücken nach wirklich in Grenzen. Ihr könnt fiese Mitspieler inzwischen ganz einfach stummschalten und melden.

Ein Hinweis für Story-Fans: Ihr werdet schon gemerkt haben, dass ich bis jetzt kein Wort über die Lore verloren habe. Das liegt daran, dass sie in LoL einfach kaum eine Rolle spielt, abgesehen von einzelnen Sprüchen der Champions. Wenn euch vor allem eine gute Story wichtig ist, dann haben wir hier ein paar coole Alternativen, die wahrscheinlich besser zu eurem Geschmack passen:

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Wenn ihr 2021 nach langer Pause zu LoL zurückkehrt

Je nachdem, wie lange ihr weg wart, wird euch das aktuelle LoL ein mittelgroßes Schleudertrauma verursachen, so wie mir. Seit den frühen Seasons hat sich hier verdammt viel getan. Das fängt bei den knapp 160 grundverschiedenen Champions an und hört bei den neuen Elementar-Drachen und Items noch lange nicht auf.

Ein Beispiel: Der Chemtech-Drache kann euren gesamten Team eine Art zusätzlichen »Schutzengel« verleihen. Nach dem Tod kehrt jeder Champion nochmal kurz zurück und kann alle Fähigkeiten abfeuern. Solche Späße machen das Gameplay rund um Objectives natürlich deutlich wichtiger, als es früher einmal war.

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Stellt euch also darauf ein, nochmal einiges an Lehrgeld zu zahlen. Mich hat zum Beispiel eine Camille komplett auseinandergenommen, weil ich das richtige Counter-Play einfach nicht mehr im Kopf hatte. Und sogar eine mittelmäßige Miss Fortune wurde zum Problem, weil ein neues Item den Cooldown ihrer Ultimate lächerlich stark verkürzt.

Viele der relativ neuen Champions bringen ausgefallene Skill-Sets mit - versucht zum Beispiel gerne mal, diesen verfluchten Aphelios verständlich zu erklären. Ich kann's nicht. Bis ihr da sattelfeste Strategien entwickeln könnt, wird es also eine Weile dauern.

Um diesen Champion zu meistern, müsste man eigentlich ein paar Semester studieren. Um diesen Champion zu meistern, müsste man eigentlich ein paar Semester studieren.

Aber zumindest mir persönlich geht es gerade so: Die Rückkehr macht trotzdem irre viel Spaß. Irgendwie ist es ja auch spannend, die ganzen Veränderungen zu sehen. So als ob ich das Zuhause meiner Kindheit nach vielen Jahren besuche, das inzwischen ordentlich renoviert wurde. Unter all der neuen Deko steckt immer noch das vertraute Heim mit all den rosaroten Erinnerungen, die daran kleben. Ich war offenbar lange genug weg, um die Neuerungen jetzt wohlwollend anzunehmen.

Und dank des aktuellen Arcane-Hypes kann ich in LoL gerade noch mehr Erinnerungen mit alten und neuen Freunden schmieden. Also, mein Rat an euch: Falls ihr überlegt, es nochmal mit dem MOBA zu versuchen, gebt euch einen Ruck! Zum Glück kostet Probieren hier ja nichts.

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