Die Sims ist seit langer Zeit unangefochtener Alleinherrscher in der eigenen Genre-Nische. Mit der Ankündigung gleich mehrerer hochkarätiger Lebenssimulationen wie Paralives und Inzoi sollten sich die Machtverhältnisse ändern. Life by You, einer der vielversprechendsten Konkurrenten, wurde allerdings vor einigen Monaten aus heiterem Himmel eingestellt und das zuständige Studio Tectonic aufgelöst.
Im Interview mit GameStar gibt Publisher Paradox nun zu, falsch mit dem Projekt umgegangen zu sein.
Paradox in der Krise
Fallende Aktienkurse, vergeigte Releases, wütende Fans: Strategiespiel-Publisher Paradox hatte in den letzten Monaten mit schweren Problemen zu kämpfen. Wir haben im Rahmen unserer Plus-Reportage mit Deputy CEO Mattias Lilja und Chief Creative Officer Henrik Fåhraeus über Ursachen und Lösungen für die Lage des Unternehmens gesprochen:
Das ist unsere Schuld
Nach der Einstellung schrieb Paradox das Projekt im Wirtschaftsbericht für das zweite Quartal 2024 für circa 20 Millionen Euro ab, was eine ordentliche Delle beim Profit hinterließ.
Dazu kamen noch aufgebrachte Aussagen der Entwickler, die das Ende des Projekts nicht verstehen konnten und auch die Kommunikation seitens Paradox Interactive bemängelten. Denn Life by You stand nur Wochen vor dem Early-Access-Release und soll laut Entwicklern in gutem Zustand gewesen sein. Auf beides angesprochen, versucht sich Lilja an einer Erklärung:
Für uns gab es recht früh schon Probleme mit dem Spiel, aus verschiedenen Gründen. Aber wir haben jeden Teilaspekt einzeln betrachtet und quasi den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen. Daher sind wir erst sehr spät zu unserem Entschluss gekommen, viel später als wir hätten kommen sollen. Das müssen wir auf unsere Kappe als Publisher nehmen.
Wenn man [mit so einem großen Team, Anm. d. Red.] mal in die falsche Richtung unterwegs ist und trotzdem weitermacht, wird man nur noch stärker abdriften. Daher fanden wir keinen anderen Weg, als zu pausieren, auszuwerten und dann die Entwicklung abzubrechen. Das hätte auf diese Weise nicht passieren dürfen, besonders nicht so spät und das ist unsere Schuld als Publisher.
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So hätte der eingestellte Sims-Rivale Life by You ausgesehen
Laut Paradox ließen sich also schon früh tiefgreifende Schwierigkeiten mit dem Spiel erkennen. Der Publisher sieht das Problem also darin, die allgemeine und letztendlich unumkehrbare Fehlentwicklung des Projekts nicht frühzeitig erkannt zu haben. Die aus Sicht des Publishers konsequente und richtige Entscheidung kam dann allerdings viel zu spät, wie Lilja zugibt.
Auf die Aussagen der Entwickler wollten unsere Interview-Partner nicht weiter eingehen: Das sei Sache der betreffenden Personen und man könne es nicht kommentieren.
Die Zukunft der Lebenssimulationen bleibt trotz der Einstellung von Life by You spannend. Schließlich wartet mit Inzoi immer noch ein vielversprechender Sims-Konkurrent auf uns, der mit beeindruckender Grafik protzt.
Weniger rosig sieht es dagegen bei Projekt Rene aus, dem großen Projekt der Sims-Entwickler. Denn kürzlich veröffentlichte Fotos aus dem Spiel erzürnen viele Fans.
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