Die Zeit ist endlich reif für ein neues X-Wing-Spiel

EA werkelt weiter im stillen Kämmerlein an neuen Star-Wars-Spielen. Doch Fabiano befürchtet, das keines davon ein neues X-Wing ist. Seiner Meinung nach ein Fehler!

von Fabiano Uslenghi,
18.02.2020 14:13 Uhr

Fabiano findet, dass es langsam Zeit für ein neues X-Wing wird. Fabiano findet, dass es langsam Zeit für ein neues X-Wing wird.

Die Zeit ist reif für ein neues X-Wing! Und das nicht nur, weil ich mich nach fast 20 Jahren endlich wieder hinter den Steuerknüppel eines Star-Wars-Jägers klemmen will. Nein, auch im Hinblick auf die gesamte Branche standen die Zeichen selten besser, um jetzt eine Space-Simulation mit Star-Wars-Lizenz aus dem Hut zu zaubern.

Denn am Ende muss so eine Unternehmung für die Entwickler ja auch lukrativ sein - hier liegen bei so einem Nischengenre natürlich die größten Risiken. Ich verrate euch, warum es trotzdem klappen könnte.

Das machte X-Wing so großartig

Reden wir erst kurz darüber, warum X-Wing so großartig war: X-Wing und seinen Nachfolgern gelang es wie kaum einem Star-Wars-Spiel, mich vollkommen in seine Welt zu ziehen. Bei den Begleitmaterialien der Star-Wars-Filme - also Comics, Büchern, Spielen - geht's ja gerade darum, mir neue Seiten dieses faszinierenden Universums zu zeigen. Und genau das tat X-Wing.

Spiele wie X-Wing ließen uns seinerzeit sogar an aus den Filmen bekannten Schlachten teilnehmen. Spiele wie X-Wing ließen uns seinerzeit sogar an aus den Filmen bekannten Schlachten teilnehmen.

Der Autor: Fabiano ist ein Star-Wars-Fan von Kindesbeinen an und hat das Universum sogar noch als erstes durch die Originale Trilogie kennengelernt. Vielleicht sind ihm deshalb auch die Weltraumschlachten so wichtig, denn in Episode 4 war der finale Kampf zwischen X-Wings und Tie-Fighter noch das absolute Highlight, während die Gefechte späterer Episoden eher zu einer Randerscheinung wurden. Trotzdem war Fabiano noch etwas zu jung, um das erste X-Wing oder Tie-Fighter bei Release zu spielen. Seine Liebe für Weltraum-Actionspiele mit Star-Wars-Lizenz fand er erst durch X-Wing: Alliance. Um so tragischer, dass er danach nie wieder eine gleichwertige Fortsetzung bekommen hat.

Denn auch neben den Dogfights im Cockpit war X-Wing ungemein spannend. Es ging immer um mehr als reine Action. Der Skill am Flightstick war nur einer von vielen Aspekten, um eine Schlacht zu überleben. Gleichzeitig musste ich mein Schiff in Stand halten, die Energie umleiten und mit meiner Munition aushalten. Und darüber hinaus genoss ich die spannende Kampagnen-Geschichte, als es im Star-Wars-Gaming kaum anderen ernstzunehmenden Story-Content gab.

Die Mischung aus spannenden Kämpfen und Taktik gaben mir das Gefühl, wirklich in einem Cockpit voller komplexer Funktionen zu sitzen. Das alles bieten andere Spiele dieser Gattung zwar auch, doch für einen Star-Wars-Fan geht eben nichts über die offizielle Lizenz, wenn praktisch jeder Soundeffekt für Gänsehaut sorgt.

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Warum gerade jetzt?

Star Citizen allein zeigt doch bereits, wie unfassbar groß der Wunsch nach komplexen Simulationen derzeit ist. Wir reden hier von dem größten Crowdfunding-Erfolg, den jemals ein Projekt zu verzeichnen hatte. Zusätzlich wird Elite: Dangerous immer noch täglich von tausenden Leuten gespielt und auch Everspace bekommt in naher Zukunft einen Nachfolger.

Und dann soll ausgerechnet Star Wars in diesem Bereich niemanden abholen können? Es hieß ja auch mal, Singleplayer-Spiele seien für EA nicht rentabel und jetzt erreicht uns gefühlt jede Woche ein neuer Verkaufsrekord von Jedi: Fallen Order.

Vielleicht ging dem Genre ja wirklich schon zur Jahrtausendwende die Luft aus, aber inzwischen bietet der technische Fortschritt ganz neue Anreize. EA hat sich sogar bereits selbst an einer etwas moderneren Version versucht und für ihr erstes Battlefront ein VR-Erlebnis entwickelt.

Auch Star Citizen verlässt sich ein Stück weit auf Star-Wars-Nostalgie. Im Singleplayer-Modus Squadron 42 spielt Luke-Skywalker-Darsteller Mark Hamill eine wichtige Rolle. Auch Star Citizen verlässt sich ein Stück weit auf Star-Wars-Nostalgie. Im Singleplayer-Modus Squadron 42 spielt Luke-Skywalker-Darsteller Mark Hamill eine wichtige Rolle.

Worum es darin ging? Natürlich darum einen X-Wing zu steuern und Tie-Jäger zu bekämpfen. Nur die fehlende Komplexität sorgte damals dafür, dass mein Hunger nach einem neuen X-Wing nicht gestillt, sondern viel eher angeregt wurde.

Wie das klappen könnte

EA braucht also gar nicht so viel mehr zu machen, als mal ordentlich die Triple-A-Muskeln spielen zu lassen. Spiele wie X-Wing lassen sich recht gut über ihre Präsentation verkaufen. Auch vermeintlich kleinere Raumschiff-Simulatoren überzeugen schon rein optisch durch das bunte Lasergewitter, denn Space-Sims lassen sich rein in puncto Grafik vergleichsweise ökonomisch entwickeln.

Ihr benötigt keine riesige Open World mit abwechslungsreichen Landschaften, Pflanzen, Gebäuden, NPC-Heerscharen und so weiter. Ordentliche Raumschiffe und coole Effekte genügen. Jetzt stellt euch das Mal mit einem der ikonischen Star Wars Raumschiffe vor! Ein perfekt bis ins kleinste Detail dargestellte Cockpit eines X-Wings. Oder vielleicht sogar die Möglichkeit, die Gänge des Millennium Falken (oder unseres ganz persönlichen YT-1300-Frachters) zu durchwandern.

Schon in Star Wars: Battlefront 2 sehen die Raumschlachten fantastisch aus. Jetzt braucht es nur noch etwas mehr Komplexität. Schon in Star Wars: Battlefront 2 sehen die Raumschlachten fantastisch aus. Jetzt braucht es nur noch etwas mehr Komplexität.

Generell müsste EA ja gar nicht auf ein Triple-A-Studio setzen. Warum es nicht handhaben wie Microsoft? Der Konsolengigant baut seit Jahren sein eigenes Indie- und Double-A-Portofolio aus, setzt auf »kleinere« Studios wie Ninja Theory oder Obsidian. Auch EA bemüht sich um diese Strategie - siehe A Way Out oder Sea of Solitude. Warum nicht so ein Studio mal auf Star Wars ansetzen?

Zeit für Experimente

Für Star Wars selbst ist jetzt die Zeit gekommen, um Experimente zu wagen. Die neue Trilogie hat mit Episode 9 ihren Abschluss gefunden und Disney kann seinen Autoren endlich ein paar Freiheiten zugestehen.

Serien wie The Mandalorian oder auch Comic-Reihen gehen schon neue Wege und genau das muss jetzt auch für Spiele gelten. Es gibt noch so viele weiße Flecken im offiziellen Kanon, die endlich gefüllt werden können.

X-Wing und Tie-Fighter erzählten seinerzeit schon tollen Geschichten. Diese Tradition könnte sich fortsetzen. Etwa, indem man Brücken zwischen den Trilogien schlägt. Vor allem die Sequels würden davon profitieren, wenn wir mehr Hintergründe zu dem Konflikt zwischen Widerstand und Erster Ordnung erfahren würde. Warum nicht wieder durch die Augen eines X-Wing-Piloten?


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