Der schottische Videospiele-Entwickler Leslie Benzies arbeitete viele Jahre bei Rockstar North und war von 2001 bis 2016 maßgeblich an der Entwicklung der GTA-Reihe beteiligt. Dann verließ er das Unternehmen und gründete 2018 sein eigenes Studio Build A Rocket Boy.
Mit seiner GTA-Erfahrung wollte er selbst eine ambitionierte Open World Sandbox entwickeln und schuf den Sci-Fi-Shooter MindsEye. An den Kassen ging das Spiel jedoch unter und das Unternehmen steht nun offenbar vor der Schließung.
Das MindsEye-Debakel
Das Großprojekt MindsEye entpuppte sich als technische Katastrophe mit zu wenig Inhalt und erzielte zu Release einen PC-Metacritic-Score von gerade mal 39/100 Punkten. Auf der PlayStation 5 sind es sogar nur 29/100. Auch unser Tester Peter hat kein gutes Haar an dem Titel gelassen.
Schließlich wurde MindsEye zum am schlechtesten bewerteten Spiel auf Metacritic 2025 und das wirkte sich auch auf die Verkäufe aus. Die waren weit unter den Erwartungen und brachten das Studio Build A Rocket Boy in Sinkflug, ja fast schon in den Sturzflug. Zusätzlich trennte man sich von dem namhaften Publishing-Partner IO Interactive (Hitman).
Schlechte PR: Vor und nach dem Release kam es mehrfach zu schlechter PR. So standen etwa schwerwiegende Vorwürfe im Raum, dass die Angestellten unrechtmäßigen Überwachungsmaßnahmen ausgeliefert gewesen seien. Währenddessen beschuldigte der CEO die Fachpresse korrupt zu sein und sein Spiel zu sabotieren.
10:15
Eine Mission in MindsEye ist keine Katastrophe, aber ganz schön öde
War es das jetzt?
Der Entwickler Dan Hawkins schreibt auf LinkedIn: Schweren Herzens hisse ich meinen grünen Banner, zusammen mit meinen Kollegen von Build A Rocket Boy.
Damit handelt es sich im englischsprachigen Raum um eine moderne Redewendung, mit der man meistens zum Ausdruck bringt, dass man seine Arbeit verloren hat und sich aktiv auf Jobsuche befindet.
Er führt weiter aus: Ich werde Build A Rocket Boy bis zum Ende begleiten und bei der Abwicklung in der Personalabteilung helfen.
Ähnliches berichtet der Entwickler Adam Ridsdale: Unglücklicherweise werde ich jetzt mit meiner Entlassung konfrontiert, zusammen mit dem Rest meiner Kollegen bei Build A Rocket Boy, und suche jetzt nach neuen Möglichkeiten.
Beide Nachrichten machen ziemlich klar, dass Build A Rocket Boy alle übrig gebliebenen Angestellten von Build A Rocket Boy entlassen hat, was die Schließung des Studios zur Folge hat. Etwas weniger fatal klingt ein Post von der Release-Managerin Michaela Emslie, die nur
von der Kündigung einiger Angestellter, inklusive ihrer eigenen, berichtet.
Was sagt das Studio selbst? Eine offizielle Bestätigung, dass Build A Rocket Boy geschlossen wird, gibt es noch nicht. Nach den Posts der ehemaligen Entwickler ist es aber unwahrscheinlich, dass das Studio überleben wird.
Wie viel bei der Entwicklung von MindsEye tatsächlich schiefgegangen ist, hat inzwischen ein umfangreicher Report aufgedeckt. Unseren Artikel dazu mit den wichtigsten Erkenntnissen findet ihr in der Linkbox weiter oben. Noch Monate nach Release häuften sich die Negativschlagzeilen, auch das könnt ihr dort nachlesen.
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