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Beim Skandal-Flop Mindseye wird's immer seltsamer: Jetzt demonstrieren die Devs draußen vor dem Studio gegen ein Fan-Event

Während handverlesene Fans mit Flug und Hotel zum exklusiven Playtest nach Edinburgh eingeflogen werden, holt die eigene Belegschaft von Build a Rocket Boy die Trillerpfeifen raus.

Ähnlich ungläubig dürften die Mitarbeiter auf das Fan-Event reagiert haben. Ähnlich ungläubig dürften die Mitarbeiter auf das Fan-Event reagiert haben.

Mindseye ist seit seinem Launch im Juni 2025 vor allem für eines bekannt: für so ziemlich alles, was in der Spieleentwicklung schiefgehen kann.

Metacritic kürte den Shooter zum am schlechtesten bewerteten Spiel des gesamten Jahres 2025, mit einem finalen Wertungsschnitt von 37 von 100 Punkten. Es folgten mehrere Entlassungswellen, eine offen zur Schau gestellte Sabotage-Theorie der Studioführung und zuletzt Vorwürfe wegen heimlicher Mitarbeiterüberwachung.

Jetzt kommt ein neues Kapitel dazu: Während ausgewählte Fans auf Kosten des Studios nach Edinburgh eingeflogen werden, geht die eigene, inzwischen stark dezimierte Belegschaft dagegen auf die Straße.

Ein Playtest mit Rundum-sorglos-Paket

Was Entwickler Build a Rocket Boy bereits im Juni über Discord ankündigte, klingt erstmal nach einem netten Community-Zuckerl: Eine kleine Gruppe von Community-Mitgliedern konnte sich für ein Playtest-Wochenende in den Büros in Edinburgh bewerben.

Wer ausgewählt wurde, bekommt Hin- und Rückflug sowie zwei Übernachtungen komplett bezahlt, dazu ein Meet-and-Greet mit dem Team. Nach der Anreise am 10. Juli findet der eigentliche Playtest an diesem Samstag, dem 11. Juli, statt, die Heimreise einen Tag später. Wie viele Fans am Ende tatsächlich eingeflogen werden, hat das Studio bislang nicht verraten.

Video starten 9:21 Mindseye im Test: Diese Open World ist einfach nur zum Glotzen

Die Belegschaft sagt: nein, danke

Genau an diesem Samstag, um 10 Uhr Ortszeit, wollen Beschäftigte von Build a Rocket Boy vor den Büros in Edinburgh demonstrieren – während drinnen der Playtest läuft. Unterstützt werden sie von der Gewerkschaft IWGB Game Workers sowie weiteren Gewerkschaftsvertretern und, so die Ankündigung des Protests, der »breiteren Öffentlichkeit«.

Dort heißt es sinngemäß, das Management gebe Tausende für ein unnötiges Playtest-Event aus, nachdem im vergangenen Jahr über 400 Beschäftigte ihren Job verloren hätten – man wolle zeigen, dass man organisiert sei und für die eigenen Jobs kämpfe.

Die IWGB wird in ihrer eigenen Stellungnahme noch deutlicher: Nach dem am schlechtesten bewerteten Spiel des Jahres, umgeben von Vorwürfen rund um heimliche Überwachung, verpatzte Kündigungsprozesse und gewerkschaftsfeindliches Verhalten, wende sich das Management nun an die eigene Fanbase, um sich zu retten.

Zusätzlich zu bezahlten Traumreisen verlagere man bezahlte wie unbezahlte Arbeit von der Belegschaft auf die Community, mitten in einer Branchenkrise. Konkret wirft die Gewerkschaft dem Studio vor, beim Playtest Testaufgaben von Fans erledigen zu lassen, die eigentlich zum Job bezahlter Mitarbeiter gehören.

Ohnehin schon ein Sorgenkind

Zur Erinnerung: Mindseye war schon zum Launch eine Krise. Die Spielerzahlen erholten sich seither nie wirklich: Trotz eines satten Rabatts von 70 Prozent kletterte es während des gerade zu Ende gegangenen Steam Summer Sales nie auf mehr als 50 gleichzeitige Spieler auf Steam. Trotzdem hält Build a Rocket Boy offenbar unbeirrt an einer Zukunft für das Spiel fest – der Playtest an diesem Wochenende soll wohl genau das demonstrieren.


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