Für viele Schauspieler ist es ein Traum, das Gesicht eines großen Videospiels zu sein. Für Alex Hernandez, den Darsteller des Protagonisten Jacob Diaz im Action-Titel Mindseye, fühlt es sich aktuell eher wie ein Albtraum an. Nach dem desaströsen Launch des Spiels im Juni 2025 fürchtet er nun um seine berufliche Zukunft in der Spielebranche.
Ein Debakel mit Ansage
In einem Gespräch im »FRVR Podcast« offenbarte Hernandez kürzlich seine Sorgen:
Die Reaktion war so, dass ich dachte: Ich werde vielleicht nie wieder in einem Spiel mitarbeiten.
Es ist die Kehrseite des Segens, der Typ auf der Verpackung zu sein, und ich sage das ohne jedes Ego: Ich habe zwei Verpackungen zu Hause, auf denen mein verdammtes Gesicht zu sehen ist. [...] Einer der Haken, das Gesicht auf der Packung zu sein, ist, dass die Leute, zu Recht oder zu Unrecht, all ihre Meinungen und, was noch wichtiger ist, ihre Emotionen zu diesem Spiel mit meinem Gesicht verbinden werden.
Mindseye, das Erstlingswerk von Build a Rocket Boy, dem Studio des ehemaligen Rockstar-Produzenten Leslie Benzies, wurde mit großer Spannung erwartet, doch das fertige
Produkt entpuppte sich als eine der größten Enttäuschungen des Jahres.
Das Spiel wurde von technischen Problemen, unzähligen Bugs und einer schwachen Performance geplagt. Kritiker und Spieler bemängelten zudem eine uninspirierte Geschichte und repetitives Gameplay – werft am besten einen Blick in unser Testvideo:
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Mindseye im Test: Diese Open World ist einfach nur zum Glotzen
Die Probleme waren so gravierend, dass Sony sich gezwungen sah, Käufern im PlayStation Store Rückerstattungen anzubieten – ein Schritt, der an den ähnlich problematischen Start von Cyberpunk 2077 erinnert.
Hernandez, der nach eigenen Angaben über zweieinhalb Jahre an dem Projekt gearbeitet und nur positive Erfahrungen mit dem Entwicklerteam gemacht hat, traf diese Welle der Ablehnung hart.
Er sei stolz auf seinen Beitrag und habe dem gesamten Team den Erfolg von Herzen gewünscht. Die harschen Online-Kommentare, die es stattdessen gab, seien »schmerzhaft«, auch wenn er als Gamer die Leidenschaft der Community nachvollziehen könne.
Die scheißbraune Hand
Was die Situation für Hernandez besonders bitter macht, ist die Tatsache, dass es nicht das erste Mal ist, dass ein großes Spiel mit ihm in der Hauptrolle einen problematischen Release erlebt hat.
Bereits 2016 lieh er sein Gesicht und seine Stimme dem Protagonisten Lincoln Clay im Open-World-Actionspiel Mafia 3. Auch dieser Titel hatte seinerzeit mit technischen Schwierigkeiten und ziemlich durchwachsenen Kritiken zu kämpfen.
Diese unglückliche Häufung bringt den Schauspieler selbst ins Grübeln. Im Podcast fragte er sich mit einer Prise Galgenhumor: Ich bin kein abergläubischer Mensch, aber ich kann nicht anders, als eine Art Spidey-Sinn zu haben, wie: Bin das nur ich? Habe ich so etwas wie das Gegenteil von der goldenen Hand, so etwas wie die scheißbraune Hand, dass alles, was ich anfasse, zu Scheiße wird?
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