Paradox Games - Zukünftige Spiele vom Stellaris-Entwickler werden einfacher zu modden

Dank Engine-Upgrade soll es Moddern leichter fallen, künftige 4X-Spiele von Paradox anzupassen. Den Anfang macht Imperator: Rome.

von Christian Just,
16.10.2018 15:51 Uhr

Blick in die Zukunft: Mit Imperator Rome erhält die Clausewitz Engine verbesserten Modding-Support.Blick in die Zukunft: Mit Imperator Rome erhält die Clausewitz Engine verbesserten Modding-Support.

Wer ein Freund von Globalstrategiespielen ist, dem ist die Clausewitz Engine von Paradox sicher mehr als nur einmal untergekommen. Das Codegerüst bildet die Grundlage für Titel wie Hearts of Iron 4, Crusader Kings 2 und Stellaris. Ursprünglich entwickelt wurde die nach dem preußischen General Carl von Clausewitz benannte Engine für Europa Universalis 3.

In einem Interview mit Venturebeat spricht Paradox' Engine-Chef John Wordsworth nun über die Zukunft der Clausewitz Engine. Für das kommende 4X-Strategiespiel Imperator: Rome erhält diese nämlich ein Upgrade, benannt nach einem anderen historischen Offizier, dem schweizer Militärtheoretiker Antoine-Henri Jomini.

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So hilft Jomini Moddern und Entwicklern gleichermaßen

Das Jomini-Upgrade ist speziell für maplastige Top-Down-Spiele konzipiert, schneidet die Clausewitz Engine speziell auf die gewünschten Ansprüche zurecht und liefert zugängliche Tools. Allem voran bietet Jomini verbesserten Mod-Support. Wordworth äußert dazu:

"Modder fragen uns immer, warum wir ihnen nicht die Werkzeuge geben, die wir für die Spiele verwenden, aber wir haben keine. Menschen sind das Werkzeug. Das ist das Größte, was wir ändern. So haben wir zwei Tool-Ingenieure in unserem Team, und wir stellen zwei weitere ein. Die Hälfte unseres Teams wird in Zukunft Tools bauen.

Modder sollten in der Lage sein, fantastische Benutzeroberflächen zu erstellen, ohne jeglichen Code im Spiel zu bearbeiten. Ich denke, es kommt darauf an: Wir wollen den Menschen, die Inhalte produzieren, so viel Macht wie möglich in die Hände geben. Sie sollten keinen Programmierer um Hilfe bitten müssen."

Auch für das Entwicklerstudio Paradox Developments soll die Clausewitz-Jomini-Allianz eine Verbesserung der Arbeitsabläufe bringen. Zuvor sei eine Expertise in Code Grundvoraussetzung gewesen, um bei Paradox arbeiten zu können. Durch Jomini könnten nun Künstler mit ihrer Arbeit beitragen, ohne Textzeilen bearbeiten zu müssen.

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Wo auch reine Spieler vom Upgrade profitieren

Jomini bringt auch ein überarbeitetes Grafik-Rendering-System mit sich, das DirectX 11 unterstützt. So erhalten künftige Spiele fortschrittlichere Grafik-Features mit weniger Arbeitsaufwand auf der Entwicklungsseite.

Zudem bot das Upgrade eine Gelegenheit, die Performance zu optimieren. Wir kennen es: im Late Game eines Hearts of Iron 4 oder Stellaris, wenn große Gebiete besetzt wurden und zahlreiche KI-Parteien in komplexe Konflikte verwickelt sind, gehen die FPS-Zahlen trotz der minimalistischen Optik mitunter in den Keller.

Wordsworth führt zur Erklärung einen Vergleich mit einem Ego-Shooter an:

"In einem Shooter, in einem Bosskampf, weißt du, dass dies das Schwierigste ist, was es gibt. Es gibt fünf böse Jungs, zwei Bosse und all diese Kugeln, die herumfliegen, und du kannst das einfach immer wieder testen, bis es funktioniert. In einem Strategiespiel gibt es eine unendliche Anzahl von Endspiel-Zuständen, so dass man die Zustände, die man optimieren möchte, selbst auswählt."

Dabei optimiert man die wahrscheinlichen Ausgänge der Ingame-Geschichte. Das hält aber Spieler von Hearts of Iron 4 zum Beispiel nicht davon ab, mit Luxemburg die Weltherrschaft zu erringen.

Entsprechend unvorhersehbare Verläufe machen die Optimierung von Globalstrategiespielen zu einer Herausforderung. Das Jomini-Upgrade soll die Clausewitz-Engine dahingehend verbessern. Ziel sei es, eine flüssige Darstellung zu gewährleisten, während die Engine im Hintergrund tausende KIs simuliert.

Die Veröffentlichung von Imperator: Rome ist für das Jahr 2019 angekündigt.

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