Quantum Break - Technik der PC-Version

Die PC-Version von Quantum Break wird teilweise heftig wegen schlechter Performance kritisiert. Im Technik-Check gehen wir der Sache auf den Grund.

Quantum Break - VRAM-Problem der PC-Version in der Praxis Video starten 9:26 Quantum Break - VRAM-Problem der PC-Version in der Praxis

GameStar Plus Logo
Weiter mit GameStar Plus

Wenn dir gute Spiele wichtig sind.

Besondere Reportagen, Analysen und Hintergründe für Rollenspiel-Helden, Hobbygeneräle und Singleplayer-Fans – von Experten, die wissen, was gespielt wird. Deine Vorteile:

Alle Artikel, Videos & Podcasts von GameStar
Frei von Banner- und Video-Werbung
Einfach online kündbar

Update 08.04. - 18:00 Uhr: Unsere Erfahrungen mit der PC-Version von Quantum Break zeigen wir Ihnen jetzt auch im Video oben.

Quantum Break ist das erste große Spiel, das nur im Windows Store und unter Windows 10 erscheint, technische Probleme mit der PC-Version sorgen allerdings dafür, dass der vermeintliche Start in die Ära der Store-exklusiven Windows 10-Titel nicht rundum gelungen ist.

Im Test von Quantum Break werten wir das Spiel aufgrund der Performance-Probleme um fünf Punkte ab, das ist aber nicht allen Spielern genug. Viele ziehen Vergleiche mit Technik-Desastern wie Batman: Arkham Knight oder Call of Duty: Black Ops 3 und fordern eine Kaufwarnung von uns.

Warum wir keine Kaufwarnung ausgesprochen haben und wo die Probleme von Quantum Break genau liegen, klären wir in dieser technischen Analyse des Spiels. So viel sei schon jetzt gesagt: Quantum Break reagiert vor allem in hohen Details sehr empfindlich auf einen überfüllten VRAM, was für viele der Performance-Probleme verantwortlich sein könnte.

Benchmarks

Um die Performance von Quantum Break genauer analysieren zu können, kommen viele alt-bekannte Tools wie Fraps nicht in Frage, da das Spiel als »Universal Windows App« (UWA) läuft. Details zu dieser und weiteren Einschränkungen, die UWAs und der Store so mit sich bringen, finden Sie in unserer FAQ zu Microsofts Windows Store.

Viele Ausweichmöglichkeiten gibt es momentan noch nicht, mit dem Programm »PresentMon« ist es aber möglich, die Bilder pro Sekunde und die Frametimes von UWAs zu messen. Wie genau das Tool funktioniert, erklären wir im letzten Absatz dieses Artikels auf der nächsten Seite. Den VRAM-Bedarf konnten wir mit dem MSI Afterburner protokollieren, auch wenn dessen Overlay in Quantum Break nicht funktioniert.

Quantum Break, Grafikkarten
AMD FX 6300, 1920x1080, 60 Hertz

  • Mittlere Details
  • Ultra Details
  • Maximale Details
Radeon R9 390 8.192 MByte
56,43
55,16
44,13
Geforce GTX 980 4.096 MByte
54,99
51,57
35,34
Geforce GTX 970 4.096 MByte
54,53
43,41
29,24
Geforce GTX 960 4.096 MByte
43,13
31,52
21,38
Radeon R9 270X 2.048 Mbyte
40,84
29,37
18,55
Geforce GTX 960 2.048 Mbyte
35,45
19,04
11,59
  • 0,00
  • 12,00
  • 24,00
  • 36,00
  • 48,00
  • 60,00

Quantum Break, Prozessoren
Geforce GTX 970, 1920x1080, 60 Hertz

  • Mittlere Details
  • Ultra Details
  • Maximale Details
FX 6300 @GTX 970
54,53
43,41
29,24
Core i7 4790K @GTX 970
55,88
48,87
29,63
FX 6300 @GTX 960 2GB
35,45
19,04
11,59
Core i7 4790K @GTX 960 2GB
41,62
28,05
12,61
  • 0,00
  • 12,00
  • 24,00
  • 36,00
  • 48,00
  • 60,00

Durchschnittliche fps über einen bestimmten Zeitraum gibt PresentMon leider nicht aus, anhand der Frametimes lassen sich die fps in unserer Benchmark-Sequenz aber händisch errechnen. Wir verwenden dabei direkt die erste Szene zu Beginn des Spiels. In dieser frühen Phase finden zwar noch keine Kämpfe statt, es handelt sich aber um ein relativ weitläufiges Areal mit vielen Lichtquellen und Vegetation, das vergleichsweise anspruchsvoll ist.

Als Testsystem nutzen wir für die Grafikkarten-Benchmarks ein eher langsames Grundsystem mit FX 6300-Prozessor und »nur« 8,0 GByte RAM sowie einen 60 Hertz-Monitor, um zu sehen, wie Quantum Break sich unter diesen erschwerten Bedingungen verhält. Gleichzeitig haben wir außerdem mit zwei der Grafikkarten auch einen Gegentest auf einem deutlich flotteren PC mit Core i7 4790K und 16,0 GByte Arbeitsspeicher durchgeführt.

Eins ist bei den Grafikkarten-Benchmarks direkt zu erkennen: Aufgrund des bei Universal Windows Apps erzwungenen V-Syncs erreicht in mittleren Details keines der getesteten Modelle über 60 fps – mehr Bilder pro Sekunde sind allerdings für ein flüssiges Spielgefühl auch nicht nötig. In dieser Qualitätsstufe kommt auch die relativ langsame R9 270X auf durchaus spielbare 40 fps, schnellere Modelle wie die GTX 970 oder die R9 390 kratzen an der 60-fps-Marke.

Ebenfalls sehr auffällig: Die GTX 960 mit 4,0 GByte VRAM kann sich bereits in mittleren Details ungewöhnlich stark von der Variante mit 2,0 GByte VRAM absetzen. Mit 43,13 statt 35,45 fps macht der VRAM hier den Unterschied zwischen gut und ordentlich spielbar. Zum Vergleich: In GTA 5 liegt die 4 GB-Karte bei sehr hohen Details nur um zwei fps vor der 2 GB-Karte (38,54 statt 36,54 fps, siehe auch den Artikel »GTA 5 extrem: 4K, 3D Vision und Surround-Gaming ausprobiert«).

Quantum Break verlangt bereits in Full HD nach viel VRAM, was sich vor allem in den höheren Detailstufen negativ auf die Performance auswirken kann. Quantum Break verlangt bereits in Full HD nach viel VRAM, was sich vor allem in den höheren Detailstufen negativ auf die Performance auswirken kann.

Eine zweite Variante der Auswirkungen des hohen VRAM-Bedarfs zeigt sich beim Blick auf die beiden höheren Detailsstufen. Während die Radeon R9 390 normalerweise in etwa so schnell wie die GTX 970 ist und sich ein Stück hinter der GTX 980 einordnen muss, kann sie sich in Quantum Break bei der Detailstufe Ultra vor der GTX 980 einordnen und klar von der GTX 970 absetzen.

Noch deutlicher fällt der Unterschied in maximalen Details aus, weil das Spiel dann bereits in Full HD mehr als 4,0 GByte VRAM belegt. Die R9 390 von Radeon zeigt sich davon dank 8,0 GByte VRAM weitgehend unbeeindruckt und erreicht mit 44,13 fps immer noch gut spielbare Bilder pro Sekunde, was den Nvidia-Modellen nicht mehr gelingt.

Das wird mit dem Blick auf die Frametimes auf der nächsten Seite noch deutlicher, vorab aber noch ein Wort zum Faktor Prozessor: Der Vergleich zwischen einem Core i7 4790K und AMDs FX 6300 zeigt, dass auch die CPU in Quantum Break für eine gute Performance eine Rolle spielen kann. Während die beiden Prozessoren in mittleren Details mit einer GTX 970 aufgrund von V-Sync auf einem Niveau liegen, kann sich der 4790K in Kombination mit einer GTX 960 (2,0 GByte) leicht vom FX 6300 absetzen. In Ultra Details ist das dann auch bei der GTX 970 der Fall, bei der maximalen Stufe ist dann die Grafikkarte der limitierende Faktor.

Quantum Break - Alle Detailstufen im Grafik-Vergleich Video starten 5:25 Quantum Break - Alle Detailstufen im Grafik-Vergleich

1 von 3

nächste Seite


zu den Kommentaren (99)

Kommentare(91)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.