Gothics Kampfsystem war gut, aber das von Risen ist besser

Der kleine Bruder von Piranha Bytes bekannter Rollenspielserie bekommt viel zu wenig Lob. Dabei ist er in einem Punkt besser als Gothic und Elex.

von Peter Bathge,
24.04.2021 05:00 Uhr

Risen spielt sich im Jahr 2021 überraschend gut. Das liegt auch am Kampfsystem, das Piranha Bytes nie mehr so gut hinbekommen hat wie damals. Risen spielt sich im Jahr 2021 überraschend gut. Das liegt auch am Kampfsystem, das Piranha Bytes nie mehr so gut hinbekommen hat wie damals.

Wenn dich dein Chef auslacht, ist das üblicherweise kein gutes Zeichen. Vielleicht hast du gerade nach einer Gehaltserhöhung gefragt. Oder dein Hosenstall ist offen. Oder du schlägst eine Artikelüberschrift vor und dein Chefredakteur prustet erst mal los. »Hahaha, seit wann hat Gothic ein gutes Kampfsystem?«, war jedenfalls das erste, was Michael Graf einfiel, als er von dieser Kolumne hörte. Na toll.

Aber jetzt mal im Ernst - hört auf zu lachen! -, ich stehe dazu: Die Kämpfe in Piranha Bytes' bekannter Rollenspielserie waren gar nicht so dumm, auch wenn das Gefuchtel mit Spitzhacke und Ast als Starterwaffen in den ersten Stunden reichlich behäbig aussah. Okay, habt ihr euch beruhigt? Keine Kicheranfälle mehr? Gut, dann kommt hier das große ABER: Der heutzutage kaum mehr diskutierte Quasi-Nachfolger Risen hat in dieser Disziplin noch viel mehr geglänzt. Ja, ich gehe sogar so weit und sage:

Risen hatte das beste Kampfsystem aller Piranha-Bytes-Spiele.

Das ist besonders deshalb faszinierend, weil sowohl die Nachfolger als auch Piranha Bytes letztes Rollenspiel Elex jeweils ein ziemliches Gestochere war. Die Lektionen aus Gothic und Risen hat Piranha Bytes augenscheinlich vergessen.

Glaubt ihr alles nicht? Dann ladet euch Risen als Plus-Vollversion des Monats gratis herunter und überzeugt euch einfach selbst. Keine Sorge, ich warte. Danach können wir im Kommentarbereich darüber diskutieren, wie unhöflich es ist, jemand anderen auszulachen. Und wenn ihr gerade keine Zeit dafür habt, eine 30-Stunden-Rollenspiel durchzuspielen, dann erkläre ich euch die Vorzüge des Risen-Kampfsystems eben in diesem Artikel.

Der Autor
Peter Bathge hatte vergessen, dass die Gnome in Risen dem Spieler feindlich gegenüber eingestellt waren - erst in Risen 2: Dark Waters eroberten sie als munter brabbelnde NPCs sein Herz. Als er für diesen Artikel das Original nochmal gespielt hat, musste er sich daher bei jedem aus Notwehr erledigten Gnom ein Tränchen verkneifen. Auch wenn es noch so viel Spaß gemacht hat, sie niederzumetzeln ...

Was Risens Kämpfe so besonders macht

Tatsächlich gibt's mehrere Gründe, warum mir Risen 2021 wieder Spaß gemacht hat. Der eine war, dass ich hemmungslos gecheatet habe. Ein anderer ist nur ein Wort lang: Schilde. Lasst uns erst einmal Punkt zwei abhaken: Während die Nachfolger zugunsten des Fechtkampfs und der Verwendung von Pistolen und Bomben als schnelle Helferlein auf die dicken Schilde in der linken Hand des Helden verzichteten, darf ich mich in Risen wie ein Dark-Souls-Held fühlen, der sich hinter seinem Schild vor gegnerischen Angriffen verkriecht. Wie das aussieht, seht ihr im GIF: