»Scheiß auf Oscars!« - Entwickler von A Way Out eskaliert bei den Game Awards!

Bei den Video Game Awards aufzutreten, sorgt bei den Gästen sicherlich für ordentlich Stress. Game Director Josef Fares geht damit recht unkonventionell um.

von Dimitry Halley,
08.12.2017 10:44 Uhr

Der Game Director von A Way Out legt bei den VGA einen ganz besonderen Auftritt hin.Der Game Director von A Way Out legt bei den VGA einen ganz besonderen Auftritt hin.

Wir können natürlich nur spekulieren, ob es am Lampenfieber, der allgemeinen Aufregung oder anderen beeinflussenden Faktoren lag. Aber das Resultat ist so oder so stets dasselbe: Der Game Director von A Way Out, Josef Fares, hat auf den 2017er Video Game Awards einen ganz besonderen Auftritt hingelegt.

Eigentlich sollte er auf der Bühne zusammen mit Moderator Geoff Keighley einige interessante Features seines Koop-Spiels A Way Out präsentieren. Schließlich gibt's genug zu erzählen: Nur ein Koop-Kumpel muss das Spiel besitzen, damit man zu zweit zocken kann.

Und generell ist ein virtueller Gefängnisausbruch ein herrlich unverbrauchtes Konzept (mehr dazu in unserer Preview zu A Way Out). Doch Fares verbringt die ersten anderthalb Minuten seines Auftritts lieber damit, die Video Game Awards zu feiern und über die Oscars zu lästern:

"Das hier ist doch der Wahnsinn. Wir sind hier bei den VGA mit echten Berühmtheiten - da können die Oscars einen mal kreuzweise. Das hier ist der heiße Scheiß. Interaktive Gaming Awards! Sorry, dass ich darauf so rumreite, ich brauche nur noch eine Sekunde. Passt auf. Darf man hier fluchen? Ja? Scheiß auf die Oscars! Scheiß auf die Oscars! Fuck you! Ich sag's euch, die sind Bullshit. "

Geoff Keighley versucht merklich, seinen Interview-Gast wieder zurück auf Kurs zu bringen. Doch Fares schweift fortwährend ab und entschuldigt sein Verhalten mit: »Sorry, ich habe ein bisschen Jetlag.«

Aber zumindest ein paar Worte verliert er zu A Way Out:

"Es ist verrückt. Wenn die ganze Welt mir sagen würde, mein Game sei Mist, dann würde ich antworten: Nein. Ist es nicht. So sehr glaube ich an unsere Arbeit. Wenn du das Spiel von Anfang bis Ende spielst und begreifst, was es sein will, dann kannst du es unmöglich nicht mögen. Und du spielst es auf jeden Fall mit einem Freund."

Hier hakt Keighley ein und fragt nach dem unkonventionellen Konzept, dass nur einer der beiden Spieler A Way Out gekauft haben muss. Doch die Erwähnung des Multiplayers scheint bei Fares in Verbindung mit der Tatsache, dass sie von EA gepublished werden, einen Rechtfertigungsdrang auszulösen. Wieder schweift er ab:

"Das mit dem Multiplayer war komplett meine Idee. Das hat nichts zu tun mit dem ganzen EA-Scheiß, der gerade abgeht, mit den Lootboxen und so. Ich will euch eine Sache sagen: EA war sehr gut zu mir. Klar, im Moment ist es angesagt, EA zu hassen und so weiter. Aber worauf ich hinaus will: Alle Publisher bauen mal Mist. So läuft der Laden. Sie bauen Mist. Aber im Fall von A Way Out haben sie uns immer unterstützt und 100 Prozent der Einnahmen gehen an mein Team. "

Moderator Keighley bleibt erst gelassen

Keighley bleibt über weite Strecken des fast vierminütigen Interviews gelassen, gegen Ende wird ihm die Situation aber merklich unangenehm. Mehrfach leitet er zurück zum eigentlich Gesprächsprogramm, aber irgendwie will kein produktiver Talk zustande kommen.

Letztlich lenkt Josef Fares ein: »Okay, dann gucken wir jetzt den Trailer. Wir können danach noch reden.«

Keighley antwortet entschieden: »Nein können wir nicht.«

Man kann definitiv gespaltener Meinung gegenüber dem Auftritt sein. Aus journalistischer Sicht gingen da sicherlich einige Schüsse daneben. Auf der anderen Seite kann man auch darüber schmunzeln, dass so ein rockiger Entwickler-Auftritt in der heutigen »durchprofessionalisierten« Gaming-Landschaft irgendwie erfrischend verrückt ist.

A Way Out - Trailer verrät das Release-Datum & kostenloses Koop-Feature 2:29 A Way Out - Trailer verrät das Release-Datum & kostenloses Koop-Feature


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